Tenniskreis Waldeck-Frankenberg: André Dämmer und Michael Spangenberg neu im Vorstand

Karl-Friedrich Emde übernimmt das Spitzenamt

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Ein Kreisvorstand mit lauter Männern: Karl-Friedrich Emde, Dino Schreiner, André Dämmer und Michael Schallenberg (v. l.) umrahmen die Ex-Jugendwarte Melanie Landau und Carsten Schäfer, die beide im neuen Jugendausschuss mitarbeiten.

Herzhausen - Ende der Führungskrise im Tenniskreis: Die Mitgliederversammlung wählte einen vierköpfigen Vorstand und installierte einen Jugendausschuss. Die verabschiedete Satzungsänderung nimmt die Clubs stärker in die Pflicht.

14 von 34 Vereinen des Fachverbands zeigten bei der Sitzung am Freitagabend in Herzhausen Flagge - keine großartige Quote, verglichen mit der Herbstsitzung, aber eine echte Steigerung. Da war der zu Teilen amtsmüde Vorstand beinahe unter sich gewesen. Seit diesem Debakel hatte er irgendwie kommissarisch agiert - „ohne Netz und doppelten Boden“, wie der neue Vorsitzende Karl-Friedrich Emde mit Blick auf fehlende Regeln in der Satzung feststellte. Diesem Schwebezustand machte die Versammlung ein Ende.

Zuallererst mit der Wahl neuer Führungskräfte. Emde übernahm das Spitzenamt von Reiner Triebe-Amend (Frankenberg), der aus gesundheitlichen Gründen schon im Vorjahr nicht mehr wollte. Die einstimmige Wahl des 56-Jährigen vom TC Sachsenhausen war keine Überraschung - der seit zehn Jahren als Sportwart fungierende Emde hatte schon im Herbst grundsätzliche Bereitschaft zum Vorsitz bekundet, doch es fehlte ihm das Team. Jetzt hat er es, musste dafür allerdings Kompromisse eingehen.

In Emdes Ideal repräsentiert der Vorstand die Breite der Vereine. Eine Ämterhäufung aus einem Club wolle er eigentlich nicht. Doch den neuen Jugendwart fand er im eigenen Verein, André Dämmer übernahm diese zentrale Aufgabe. Weil auch Jürgen Best, gemeinsam mit Martin Kares, Kreistrainer des TC 88 ist, sind sie aus Sachsenhausen jetzt zu dritt.

Dem 24 Jahre alten Dämmer steht der neue Jugendausschuss zur Seite. Er soll die Fortsetzung der zuletzt erfolgreichen Jugendarbeit ermöglichen, in dem die Aufgaben mehr verteilt werden. Auch die beiden bisherigen Jugendwarte Melanie Lan-dau (Rennertehausen) und Carsten Schäfer (Goddelsheim) arbeiten mit, zudem Steven Seidler vom TC Twistetal, der Mengeringhäuser Marcel Zirpins und Holger Bode (Frankenberg).

Zweiter Vorstands-Neuling ist als Sportwart Michael Spangenberg vom TV Odershausen. Er hatte eigentlich als Schriftführer antreten wollen, disponierte aber an Ort und Stelle um, damit der wichtigere Posten besetzt bleibt. Fürs Protokoll hat der Vorstand jetzt niemanden - der bisherige Schriftführer Dino Schreiner aus Hatzfeld übernahm die Kassengeschäfte, da Tenniskreis-Urgestein Erhard Rettig aus Adorf am Freitag seinen letzten Kassenbericht vorlegte. Die Verdienste Rettigs und der anderen ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder sollen bei anderer Gelegenheit noch in „gebührender Form“ (Emde) gewürdigt werden.

Ehe die Vereinsvertreter den neuen Vorstand ins Amt hievten, hatten sie nach kontroverser Diskussion eine Satzungsänderung beschlossen, in der die frustrierende Erfahrung der Herbstsitzung nachwirkte. Der Vorstand kann in Zukunft ein Ordnungsgeld in Höhe von 50 Euro gegen Vereine verhängen, die die Mitgliederversammlung zweimal hintereinander schwänzen. Die Clubs müssen nicht zwingend Vorstandsmitglieder schicken, ein bevollmächtigtes Mitglied zählt auch.Im ursprünglichen Entwurf sollten die 50 Euro schon beim ersten Mal fällig werden.

In der Debatte standen sich zwei Lager gegenüber. Melanie Landau vertrat das Ordnungsgeld vehement, sie verwies auf gute Erfahrungen mit dieser Regel im Tischtenniskreis: „Die Hütte ist immer voll.“ Mehr noch verfocht sie den Gedanken, dass die Vereine von einer Teilnahme ja auch profitierten - durch Gedankenaustausch und durch Information. Schreiner sekundierte: „Hier sind Themen auf dem Tisch, die jeden Verein interessieren sollten.“

Die andere Seite hätte lieber ein Anreizsystem installiert gesehen. „Ist Bestrafung der richtige Weg?“, fragte etwa Michael Spangenberg und wollte nicht ausschließen, dass Vereine dem Kreis aus Ärger über das Ordnungsgeld den Rücken kehren können. Moniert wurde auch die Höhe der Summe, 50 Euro seien für kleinere Clubs bei klammen Kassen nicht wenig Geld.

Es gehe nicht darum, Geld einzutreiben, stellte Emde klar. Er unterbreitete schließlich den Kompromissvorschlag, der mit drei Enthaltungen und einer Gegenstimme angenommen wurde. Unstrittig war die zweite Änderung. Sie regelt, dass die Vorstandsmitglieder bis zu einer Neuwahl ihr Amt weiterführen, und bestimmt das Prozedere bei Rücktritten Einzelner vor der Zeit.

Grundsätzlich positiv war der Tenor der Berichte. Karl-Friedrich Emde verwies auf knapp 100 Teams und rund 700 aktive Spieler in der Medenrunde. Der scheidende Jugendwart Carsten Schäfer verwies auf die guten Teilnehmerzahlen bei den Kreismeisterschaften des Nachwuchses. Er betonte mit Blick auch auf den Kreiskader: „Gerade im Jüngstenbereich sind wir relativ gut aufgestellt.“

Termine: 26./27. Mai: Kreismeisterschaft Jugend in Bad Arolsen; 8./9. September: 44. Vater-Sohn-Turnier in Frankenberg; 22. September: Kreisvorstandsturnier (evtl. in Korbach); 23./24. November: Hallenkreismeisterschaft Jugend in Korbach.

(mn)

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