Fehlerfreies Schießen der Upländerin beim Biathlon-Weltcup 

Ruhige Hand, etwas schnellere Beine: Karo Horchler 19. in Ruhpolding 

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Die Zuschauer im Rücken: Karolin Horchler auf dem Weg hinaus aus der Chiemgau-Arena. 

Ruhpolding – Es ging dann doch alles planmäßig über die Bühne in Ruhpolding. Nach einem ungewissen Mittwoch, an dem erst am späten Abend grünes Licht gegeben wurde, eröffneten die Sprintrennen am Donnerstag die Weltcup-Tage der Biathleten in der Wahlheimat von Karolin Horchler.

Und die Upländerin aus Ottlar konnte mit ihrem „Heimrennen“ durchaus zufrieden sein. In einem insgesamt verbesserten deutschen Team war sie zwar nur fünftbeste von sechs, kam aber auf Platz 19 noch unter den Top 20 ins Ziel.

Den Schießstand in der Chiemgau-Arena scheint Horchler gut zu kennen. Bei fast keinem Wind arbeitete die 29-Jährige konzentriert und brachte alle zehn Schüsse ins Ziel. Die zweite Teildisziplin des Biathlon verschlechterte das Gesamtergebnis – nur Platz 40 bezogen auf die reine Laufzeit. Selbst Franziska Hildebrandt, knapp zwei Sekunden vor ihr liegend, war eine gute halbe Minute schneller Horchler.

Nach dem Stehendschießen lag Horchler als Elfte mit 46,5 Sekunden Rückstand auf Platz elf noch sehr ordentlich im Rennen. Die Ziellinie überquerte sie mit einem Rückstand von 1:10 Minuten auf die Siegerin, Anastasiya Kuzmina aus der Slowakei, die 19:15 Minuten für die 7,5 Kilometer benötigte und ebenfalls fehlerfrei schoss – wie insgesamt elf Athletinnen der besten 20. Von den besten 25 hatte nur eine mehr als einen Schießfehler zu Buche stehen: Denise Hermann.

„Bei diesem Niveau reicht es dann nicht für mehr“, musste sich Karo Horchler eingestehen, die knapp zwei Sekunden hinter ihrer Zimmergenossin lag.

"Das Schießen war top. Läuferisch war es nicht optimal, aber der Abstand zur schnellsten wird Schritt für Schritt immer etwas kleiner", blickt die 29-Jährige positiv nach vorn - wobei sie am Abend noch nicht wusste, ob sie in der Staffel am Samstag zum Einsatz kommt. 

Auch im Massenstart dabei

Dass es zur Qualifikation für den Massenstart am Sonntag reichte, ist ein schönes Bonbon für Horchler, die sich erneut beweisen kann und angesichts von vier Schießeinlagen für eine Top15-Platzierung gut ist. 

Gesetzt sind für den Massenstart die Top 25 des Gesamt-Weltcups und die fünf besten Nicht-gesetzten des Sprints. Horchler ist fünftbeste und rückt damit ins Starterfeld.

Dahlmeier Neunte, Doll Dritter

Laura Dahlmeier hatte sich völlig verausgabt und lag nach ihrem ersten Weltcuprennen des Jahres entkräftet im Schnee. Trotz eines fehlerfreien Schießens musste sich die zweimalige Biathlon-Olympiasiegerin beim Sprint in Ruhpolding mit Platz neun zufrieden geben. Läuferisch fehlte der 25-Jährigen nach schwierigen Monaten mit vielen gesundheitlichen Rückschlägen noch etwas zur Weltspitze. 

Im Rennen der Männer sorgte Weltmeister Benedikt Doll gestern mit Platz drei für den Höhepunkt aus deutscher Sicht. (schä)

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