Weltcup-Finale der Biathleten: Bis zum vierten Schießen das Podest in Reichweite

Karolin Horchler glänzt auch als Achte im Massenstart

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Karolin Horchler (links) lief beim Weltcup-Finale dreimal in die Weltspitze, ihre Schwester Nadine gelang dies im Verfolgungsrennen.

Tjumen/Willingen. Es war das Wochenende von Karolin Horchler. Die Ottlarerin lief bei der Verfolgung beim Weltcup-Finale der Biathleten in Tjumen von Rang elf nach dem Sprint auf fünf, um dann gestern im Massenstart bis zum letzten Schießen gar an einem Podestplatz zu schnuppern

„Ich hatte hier mit einem bis drei Rennen gerechnet“, strahlte die Sportsoldatin, die in Ruhpolding lebt, bereits nach der Verfolgung, „jetzt sind es drei und das freut mich riesig.“ Richtig happy war sie dann nach den letzten 12,5 Kilometern des anstrengenden Winters.

Stark im Schießen und Laufen

Im Massenstart spielte Karolin zunächst ihre Stärke am Schießstand aus, um dann auch läuferisch mit den Weltbesten mitzuhalten. Nach dem dritten Aufenthalt am Schießstand lag sie sogar zusammen mit der Französin Anais Chevalier und Laura Dahlmeier an der Spitze. Im abschließenden Stehendanschlag löste sie ihre einzige Fahrkarte und machte sich als Sechste auf die Schlussrunde. Die Kräfte schwanden etwas, aber am Ende hatte sie mit 26,4 Sekunden Rückstand auf die siegreiche Olympiasiegerin Darya Domrascheva auf Rang acht wieder weit vorne mitgemischt.

Schon vorher war die Sportlerin des WSV Clausthal-Zellerfeld über ihr Weltcup-Comeback nach fast vier Monaten selbst ein bisschen überrascht gewesen, auch wenn sie sich die letzten Wochen gut gefühlt hatte. Im IBU-Cup holte sie den Gesamtsieg, „aber ich wusste nicht, wofür es reichen kann“.

In der Verfolgung leistete sie sich gleich im ersten Liegendschießen eine Strafrunde, „da habe ich gedacht, jetzt spült es mich nach hinten“. Die restlichen 15 Kugeln schlugen aber im Ziel ein. Als Vierte machte sie sich auf die letzten Schleife und musste nur Domracheva noch passieren lassen. Den fünften Rang ließ sie sich von Anastasiya Kuzmina, einer weiteren Goldmedaillengewinnerin von Pyeongchang, aber nicht mehr nehmen.

Mit hochgerissenen Armen glitt die 28-Jährige ins Ziel und konnte ihr bestes Karriereergebnis. „Das es so weit nach vorne geht, damit hätte ich nicht gerechnet“, strahlte sie. „Damit durfte ich das erste Mal im Weltcup zur Blumenzeremonie – ein richtig cooles Gefühl.“

Nadine dankbar für Rang 12

Glückwünsche gab es zuhauf, natürlich auch von ihrer Schwester Nadine. „Ich freue mich für sich, dass sie das da vorne so gut gemacht hat“. Selbst war die 31-Jährige vom SC Willingen auch „glücklich und dankbar“ für ihr eigene Leistung in der Verfolgung. Nach dem verkorksten Sprint mit Platz 39 „wollte ich einfach nur ein Rennen für mich machen“. Und das klappte hervorragend. Mit der zweitbesten Nettozeit, den Sprint raus gerechnet, arbeitete sie sich als Zwölfte unglaubliche 27 Plätze vor.

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