Eröffnungsfeier vereint gutgelaunte Springer und Offizielle · Madcon rockt das Stadion

Kasai im Bademantel am Mühlenkopf - Video

Willingen - Ein Bademantel für Noriaki Kasai, Grüße von Thomas Morgenstern und der Auftritt der norwegische Hip-Hop-Band Madcon – die Eröffnungsfeier des Willinger Weltcups war kurzweilig wie selten.

Neben den Sportlern aus den 15 Nationen stellte Moderator Gunnar Puk erstmals auch die Verantwortlichen des Internationalen Skiverbands Fis vor. Die rund 8200 Zuschauer erfuhren etwa von Sepp Gratzer, dass sich die Springer auch schon mal in seinem Container vor ihm ausziehen müssen. Es geht darum, dass die Ausrüstung regelkonform ist, „ch kontrolliere Ski, Schuhe und bis zur Unterhose“, verriet der Materialkontrolleur. Die fünf Kampfrichter, darunter der Deutsche Peter Kimmig, freuen sich derweil über „ihren“ neuen Turm. „Ein doller Arbeitsplatz“, lobte Renndirektor Walter Hofer das neue Gebäude im Steilhang, „eingerichtet nach dem neuesten Stand“.Im Mittelpunkt standen freilich die Springer. Etwa Peter Prevc, der Weltcupführende aus Slowenien. Gut gelaunt verriet er, dass er keinen besonderen Druck verspüre. Auf die Frage, ob er lieber die Kristallkugel oder doch olympisches Gold gewinnen wolle, antwortete er schmunzelnd: „Beides“.

In Sotschi will auch Thomas Diethard, der Überraschungssieger der Vierschanzentournee, nach Edelmetall greifen, „träumen darf doch jeder“. Sein Trainer Alexander Pointner überbrachte gute Nachrichten vom zuletzt zweimal so schwer gestürzten Thomas Morgenstern. „Er ist heute das erste Mal wieder gesprungen und ich bin überglücklich, dass es ihm gut geht und er zurück ist.“ Und der Erfolgscoach sagte auch, „dass Thomas wieder gerne hier in Willingen gesprungen wäre – ich soll euch alle grüßen“. Skisprung-Methusalem Noriaki Kasai hatte letztes Jahr, mit einem Lächeln, moniert, dass er seit 20 Jahren nach Willingen komme und jedes Mal ein Handtuch als Präsent auf seinem Zimmer vorfinde. Das Manko stellte der SC Willingen in seiner bekannt schnellen und konsequenten Art ab und überreichte ihm gestern einen weißen Bademantel mit den SCW-Initialen. Der 41-jährige Japaner tänzelte danach losgelöst unter dem Jubel der Fans durch den Auslauf. Dreimal hat er schon in Willingen gewonnen, „und morgen hoffentlich wieder“. Sichtlich neidisch betrat Simon Ammann den roten Teppich. „Ich weiß nicht, ob ich nächstes Jahr noch einmal wiederkomme“, meinte der Olympiasieger von 2002 und 2010, „aber wenn, dann melde ich schon mal an, dass ich auch gern einen Bademantel hätte“. Gut vorstellbar, dass der sympathische Schweizer, der bald 33 wird, nach Sotschi (möglicherweise mit einem weiteren Olympiasieg) zurücktritt.Ehe Madcon den Zuschauern mit einem 20-Minuten-Auftritt einheizte und das große Feuerwerk den Willinger Weltcup endgültig einläutete, da warfen auch die deutschen Springer ihren Hut in den Ring. „Wir sind gut vorbereitet, hoffen auf gutes Wetter und gute Ergebnisse“, freute sich Bundestrainer Werner Schuster auf den „perfekten Härtetest vor Olympia“. Noriaki Kasai würde sagen, „Baden gehen verboten“.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare zu diesem Artikel