Biathlon-EM: Nadine vergibt Medaille in der Loipe, Karolin am Schießstand

Biathlon-EM: Kein Auftakt nach Maß für die Horchler-Schwestern

+
Gut in der Spur: Die Laufleistung von Karolin Horchler stimmte zum Europameisterschafts-Auftakt. Zwei Schießfehler kostete sie im 15km-Einzel aber eine Medaille.

Ridnaun. Nur bei den Männer (Bronze für Philipp Horn) wurde zum Auftakt der Biathlon-Europameisterschaft die deutsche Flagge gehisst. Bei den Frauen waren Nadine und Karolin Horchler nur Zuschauer bei der Siegerehrung.

Am ersten Wettkampftag, an dem die Einzel über 15 bzw. 20 Kilometer anstanden, wurden die Schwestern aus dem Upland Siebte und Zehnte.

Eines wurde beim „langen Kanten“ in der Höhe von Ridnaun deutlich: Auch wenn die Strecken auf 1439 Metern Höhe in Südtirol schwierig sind, würde man nur mit einer einwandfreien Vorstellung am Schießstand in Medaillen-Reichweite kommen. Die ersten Fünf das Schlussklassements fabrizierten zusammen nur zwei Schießfehler.

Gar keinen fabrizierte Nadine Horchler, die als beste Deutsche Siebte wurde. Nicht Fleisch, nicht Fisch. „Ich bin echt froh über viermal Null, das schafft man nicht oft, zumal bei einer EM. Wenn man alles trifft, wünscht man sich immer, eine Medaille zu kriegen. Schade, dass es nicht gereicht hat“, sagte die 31-Jährige vom SC Willingen, die sogar einen Fehler wenig schoss als Siegerin Chloe Chevalier. Die Französin patzte gleich im ersten Liegendanschlag, aber zauberte mit 46:32.9 Minuten eine Zeit in den Schnee, die keine Athletin annähernd erreichte.

Alexia Runggaldier (Italien, Victoria Slivko (Russland, bronze) lagen trotz fehlerfreien Schießens schon rund 50 Sekunden zurück. 1:50 Minuten betrug Nadine Horchlers Rückstand nach den fünf Schleifen á drei Kilometern. „Läuferisch passte es eigentlich bis zum dritten Schießen. In Runde vier und fünf ging es mir nicht so gut. Für eine Medaille war das nicht gut genug“, so die Ottlarerin, die im Ziel Daumen drückte für ihre Schwester, die 20 Nummern später gestartet war.

Karolin Horchler musste sich für ihre Laufzeit überhaupt nicht grämen. Sie war mehr als eine Minute schneller als ihre große Schwester. Aber ihr Stehendschießen lief dafür nicht so gut. Mit 0-1-0-1 standen am Ende zwei Fehler zu Buche, die ihr angesichts der Strafminuten in dieser Disziplin einen Einstand nach Maß bei der EM kosteten,

Denkt man sich die zwei Strafminuten weg, wäre die 28-Jährige vom WSV Clausthal-Zellerfeld (+2:25) nicht Zehnte, sondern Zweite geworden in dem gut besetzten Feld, in dem neben Chevalier und Runggaldier auch anderen Weltcup-Läuferinnen wie Karin Oberhofer (Italien) nach einem Erfolgserlebnis suchten.

„Es war ja keine schlechte Konkurrenz, deswegen bin ich auch nicht unzufrieden“, sagte Nadine Horchler. Sie richtet den Blick wie ihre Schwester auf die 7,5 Kilometer am Freitag. „Ich nehme das gute Gefühl vom Schießstand mit – im Sprint sind ja auch nur drei Runden zu laufen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare