"Free Willis" haben genug Schnee für Weltcup produziert

Kein Heiligabend an der Schanze

- Willingen. Schnee satt an der Mühlenkopfschanze: Zum zweiten Mal in Folge können Schanzenchef Wolfgang Schlüter und seine Schneemacher Heiligabend zu Hause bleiben.

Als Schlüter das Amt von seinem Vorgänger Reiner Behle übernommen hatte, mussten die jungen Leute aus dem „Bauwagen-Team“ die Heilige Nacht noch in eisiger Kälte an der Schanze der Welt verbringen, um für den bevorstehenden Weltcup mit den Schneekanonen und Lanzen den notwendigen Kunstschnee zu produzieren. „70 bis 80 Zentimeter Naturschnee, 5000 bis 6000 Kubikmeter Kunstschnee und auch in den nächsten Tagen Minustemperaturen. Da kann nicht mehr viel passieren“, sagt der erfahrene Schanzenchef optimistisch. Dennoch werden er und seine Mannen an den beiden Weihnachtsfeiertagen schon wieder im Einsatz sein. Der Schnee muss geschoben werden, die Spur vorbereitet und die Tribünen von der weißen Pracht geräumt werden. „Eigentlich könnten wir alles schon schnell fertig machen“, juckt es Schlüter auch in der Weihnachtszeit in den Fingern. Außerdem gilt es, in der Biathlon-Arena die Loipen und Pisten für die deutschen Meisterschaften im Langlauf-Sprint vom 27. bis 29. Dezember herzurichten. Die „Free Willis“ haben eine lange Tradition: Schon in den 50er- und 60er-Jahren halfen alle mit, den notwendigen Schnee zusammenzukratzen und in Körben und über Rutschen in den Auslauf der Schanze zu transportieren. Zu Weltcup-Ehren kam der Ski-Club, nachdem er es fertigbrachte, internationale Skispringen oder Europacup-Wettbewerbe auszurichten, wenn andere, damals weit prominentere Skisprung-Orte wegen Schneemangel die weiße Fahne hissen mussten.Was früher mit den bloßen Händen, Schüppen und Schaufeln zusammengetragen wurde, erledigen heute Kanonen und Lanzen, moderne Walzen und Pistengeräte. Und wenn gar nichts ging, wurde die weiße Pracht aus der Skihalle in Neuss mit Lastwagen herbeigeschafft. Derartige Sorgen brauchen sich die Willinger und auch die Klingenthaler und Oberstdorfer 2011 nicht zu machen. (be)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare