Fussball-Gruppenliga Kassel

Keine Lust auf Abstiegskampf

- Korbach (py/tor). Eine Menge steht am Wochenende für die heimischen Teams in der Fußball-Gruppenliga auf dem Spiel: Heute Abend empfängt Korbach II die SG Münden/Goddelsheim, Altenlotheim erwartet Schauenburg, Willingen trifft auf Gudensberg. Am Sonntag tritt Sachsenhausen zum Derby bei Bad Wildungen/Friedrichstein an, Berndorf erwartet den Melsunger FV.

„Münden/Goddelsheim? Das ist immer ein unbequemer Gegner – diesmal besonders.“ Barny Beckmann weiß, wenn sein TSV/FC Korbach II heute (19 Uhr) den Aufsteiger begrüßt, werden keine Geschenke verteilt. Dabei will Beckmann auch auf die Lage bei der SG, die auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht ist, keine Rücksicht nehmen. „Münden ist zum Siegen verdammt, aber wir müssen ein solches Heimspiel gegen einen direkten Konkurrenten eben auch unbedingt gewinnen.“ Denn noch einmal in Abstiegsgefahr zu geraten, darauf hat Beckmann gar keine Lust. Keine Lust, nächstes Jahr wieder in der Kreisoberliga zu spielen, hat auch Gegenüber Miguel Lopez-Röhle. Er nimmt seine Mannschaft in die Pflicht: „Wir müssen wieder mit Leidenschaft Fußballspielen, davon habe ich zuletzt gegen Willingen aber gar nichts gesehen.“ Zur Revanche kann er voraussichtlich in Bestbesetzung antreten, auch bei Korbach stehen A. Butterweck, W. Kinzel, Wagner und Nolte wieder zur Verfügung.

Der Tabellenfünfte SG Bad Wildungen/Friedrichstein will nach dem 1:4 am Mittwoch in Berndorf am Sonntag (15 Uhr) wieder oben angreifen. Spielertrainer Oliver Dephilipp: „Wir wollen gegen Sachsenhausen ein besseres Ergebnis, und das werden wir auf jeden Fall auch schaffen.“ Vor heimischer Kulisse verlor die SG noch kein Derby. „Diese Serie soll weiterhin Bestand haben“, fordert Dephilipp des mindestens einen Punkt. Er will in den verblieben sechs Spielen den Punktestand von 50 auf 60 aufstocken. Doch gegen seinen langjährigen Stammverein erwartet Wildungens Coach keinen Kindergeburtstag, auch wenn Sachsenhausen am Mittwoch zwei Zähler gegen Neukirchen liegen ließ. „Mit einem Punkt können wir eigentlich nicht leben", so Sachsenhausens Trainer Karsten Braune, "aber wenn man die Dinge realistisch betrachtet, wäre ein Remis kein schlechtes Ergebnis für uns.“ Ihm fehlen Sobieraj und Kiepe, hinter Riehl steht noch ein Fragezeichen. Auf der Gegenseite fehlen Karges, Pehlke und Bamberger, Kohl ist noch fraglich.

Der SC Willingen kann am Freitagabend (19.30 Uhr) mit einem Sieg über Schlusslicht Gudensberg zumindest für zwei Tage die Gruppenliga-Spitze zurückerobern. Auch wenn Gudensberg mit 28 Treffern aus 26 Spiele die schwächste Offensive der Liga stellt, warnt Willingens Trainer Hubertus Albers: „Wir müssen von der ersten Minute an voll konzentriert zur Sache gehen, dürfen nicht wie gegen Körle die erste Halbzeit verschlafen“, fordert der Coach nach dem 1:2 vom Mittwoch. FSG-Trainer Uwe Herkt ist nicht zu beneiden. Wegen der schlechten Lage seiner Mannschaft ist er im Internet ständigen Anfeindungen sogenannter Fans ausgesetzt. „Was soll ich denn machen? Auch wenn mir keiner glaubt, ich habe ständig 10 von meinen 20 Spielern verletzt.“ Beim SCW steht hinter Hoffmann noch ein Fragezeichen, FSG-Trainer Herkt kann seine vielen Verletzten gar nicht aufzählen.

Altenlotheims Freitagsgegner (19.30 Uhr) Schauenburg musste einen jähen Absturz verkraften: Nachdem sich die SG im Mittelfeld etabliert hatte, verlor sie zuletzt fünf Spiele in Folge und muss wieder um den Klassenerhalt fürchten. Altenlotheim hat momentan einen Höhenflug, dennoch warnt Trainer Christoph Brieden: „Wir sind nicht in der Position, irgend jemanden zu unterschätzen.“ Gegenüber Jens Alter ist derweil angeschlagen: „Wir gehen auf dem Zahnfleisch“, beklagt Schauenburgs Spielertrainer, „ich rätsele immer noch, wie es zu diesem Bruch kommen konnte“. Fragezeichen stehen beim TSV hinter Kai Bremmer und Alex Köster, auf der Gegenseite fehlen Spielmacher Fischer, Libero Krafft und Heinemann.

Den TSV Berndorf erwartet gegen Tabellenführer Melsunger FV ein ganz schweres Spiel (Samstag, 15 Uhr). Berndorf holte nur einem Zähler aus acht Partien und rutschte ans Tabellenende, feierte allerdings mit dem 4:1 am Mittwoch gegen die SG Bad Wildungen/Friedrichstein eine "Wiederauferstehung". Die hat auch Melsungens Coach Peter Wefringhaus vor Oret verfolgt: „Eine beeindruckende Vorstellung“ attestiert er dem TSV, „wenn die so weitermachen, werden sie den Klassenerhalt defintiv schaffen. Das wird eine ganz schwierige Aufgabe für uns.“ Gegenüber Rainer Schramme ist optimistisch: „Egal gegen welchen Gegner, unser Ziel ist ein Dreier.“ Der jüngste Erfolg war „ein Befreiungsschlag“, genau so müssen wir weitermachen. Und wenn man gegen einen Spitzenreiter nicht engagiert zur Sache geht – gegen wen dann?“ Beim TSV ist Freitag wieder da, Bangert (Zerrung) ist fraglich, Mike Pelz muss noch passen. Auf der Gegenseite fehlt Leck.

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