Beim Anschubtest erreicht Jan-Martin Speer mit dem Machata-Team erstes Saisonziel

Knallharte Auslese der Bobfahrer

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Hürde genommen: Jan-Martin Speer (rechts) beim Anschubtest mit Pilot Manuel Machata sowie Joschua Blum und Christian Poser.

Oberhof - Jan-Martin Speer fährt Kurs auf die Bob-Weltmeisterschaft in Winterberg. Vier Wochen vor dem Start der Selektionsrennen hat der Anschieber mit seinem Team weitere Hürden genommen.

Beim Oberhofer Anschub-Wettkampf erfüllte die Crew von Speers Pilot Manuel Machata die von Bob-Cheftrainer Christoph Langen vorgegebenen Kriterien, die überhaupt erst den Weg zu den internen Ausscheidungen frei machten. „Das hatte sich gewaschen. Wenn wir das nicht geschafft hätten, wären wir wohl raus gewesen“, sagte der vor Kurzem 27 Jahre alt gewordene Student aus Wirmighausen.

Nachdem Manuel Machata beim Soloanschieben der Piloten über der Sollzeit von 4,90 Sekunden geblieben war, stand er mit seiner Crew in Oberhof schon unter gehörigem Druck. Langen hatte Zeitlimits für die Anschubstrecke vorgegeben: 4,50 Sekunden im Zweier und 4,30 Sekunden im Vierer für 50 Meter bei fliegendem Start.

Im Zweierbob schaffte Machata gemeinsam mit Joshua Blum im zweiten Lauf exakt eine 4,50, nachdem sie die Norm im ersten Versuch noch um drei Hundertstel verpasst hatten. Der Vierer mit Jan Speer an der Position zwei wurde im ersten Lauf mit 4,29 Sekunden gestoppt. Grünes Licht also für den großen Schlitten. Im zweiten Rennen, in dem Machata sein neues Crewmitglied Sprinter Marius Broening anstelle von Speer testete, landete der Vierer bei 4,31 Sekunden.

Platz zwei in Oberhof

Überragender Pilot beim zweiten Aufeinandertreffen der deutschen Bob-Elite nach dem Olympia-Debakel von Sotschi war Francesco Friedrich. Die Oberbärenburger Crew blieb mit dem kleinen und großen Schlitten als einzige Mannschaft sowohl bei beiden Zweier- als auch bei beiden Vierer-Starts unter den Sollzeiten.

In der Addition hatte sie im Vierer zwei Zehntelsekunden Vorsprung vor dem zweitplatzierten Machata-Team. „Der zweite Platz war wichtig für uns. Er hat Selbstvertrauen gegeben, und bei ,Manu‘ (Manuel Machata) war eine gewisse Erleichterung zu spüren“, sagte Speer.

Die Konkurrenz lauert. Der Riesaer Nachwuchs-Pilot Nico Walther war Machata dicht auf den Fersen. Überhaupt hinterließen die jungen Piloten einen starken Eindruck - eine Beobachtung, die auch Speer machte: Fünf, sechs Teams lauerten auf ihre Chance.

In der neuen Saison (Start Anfang Dezember) schickt der Bob- und Schlittenverband für Deutschland pro Disziplin jeweils vier Teams zu den einzelnen Weltcups, von denen sich dann vor Ort jeweils drei für die Rennen qualifizieren. Damit wird das Gedränge um die Startplätze von Weltcup zu Weltcup neu eröffnet. Ein knallharter Wettbewerb. „Man darf sich nie sicher fühlen“, sagt Speer.

Der Olympia-Teilnehmer vom Diemelsee hat wieder früh in diesem Jahr mit dem Grundlagentraining begonnen, um gut vorbereitet in den ersten zentralen Leistungstest, einen Einzelanschub Ende August ebenfalls auf der Startanlage in Oberhof, zu gehen. Doch ein kleiner Trainingsunfall kam dazwischen, Speer hatte danach Rückenprobleme. „Ich konnte eine Woche nichts machen“, sagt er.

Speer schiebt von links

Der Einzelanschub fiel nicht schlecht aus. Auf der Bremserposition vier sei er Sechster oder Siebter geworden, beim Anschieben von links teamintern Zweiter hinter Joshua Blum. Nach einem zusätzlichen Anschieben innerhalb der Mannschaft stehen die Plätze im großen Schlitten hinter Machata vorerst fest: Speer fährt an Position zwei, Blum auf der drei und Christian Poser hinten.

Die Saison ist verdammt lang. „Fast sieben Monate bis es um die Wurst geht“, rechnet Speer mit Blick auf die so früh terminierten ersten Tests vor. „Um die Wurst“, damit meint er die WM in Winterberg Anfang März. Vorher kommen die Selektionsrennen. Erst wenn Machata, Speer und Co. die Verbandsausscheidungen überstanden haben, können sie wirklich Kurs auf die WM nehmen.

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