Biathlon: Kleines Willinger Schüler-Team schlägt sich bei Leistungskontrolle achtbar

Knapp am Podest vorbei

- Der RWS-Cup, die nationale Herbstüberprüfung der Biathlon-Schüler, verlief reibungslos. Belohnt wurde der ausrichtende 
SC Willingen auch mit einigen Achtungserfolgen seiner fünf Sportler unter den 180 Teilnehmern.

Den Auftakt bildete das Leistungsschießen, da wurden die Zeitabstände für die Verfolgung am nächsten Tag ermittelt. Das SCW-Quintett reihte sich dabei weit hinten ein. „Jeder redet vom Heimvorteil“, erklärte Trainer Michael Lohschmidt, „diesmal war es ein Heimnachteil“. Im Schnitt hätte allen rund zehn Ringe zur normalen Leistung gefehlt. Das summierte sich bei seinem Sohn Jan bei den Schülern S15 auf eine Minute Rückstand – Rang 18. Trotzdem war sein Trainer zuversichtlich vor dem Wettstreit auf Skirollern. „Wenn es gut läuft, dann könnte es mit Platz drei noch klappen.“ Nach der ersten der drei 2-km-Runden war der 14-Jährige schon Fünfter. „Hinten raus hat mir aber etwas die Kraft gefehlt“, ging es für den laufstarken Sportler nicht mehr weiter nach vorne. Am Ende lag er mit der dritten Netto-Laufzeit 52,8 Sekunden hinter Florian Lipowitz (18:52,7), der letztjährige Schülercup-Sieger aus Ulm ist wieder das Maß der Dinge in dieser Altersklasse. Luca Enners (21:38,4) arbeitete sich von Rang 24 auf 19 vor. Auch bei den gleichaltrigen Mädchen spielte Theresa Leipold ihr Laufvermögen aus und stürmte von Platz 30 auf neun vor. Ihr Rückstand auf Hanna-Michelle Hermann (21:03,8) vom PSV Schwarzenberg betrug 57,1 Sekunden. „Die erste und die zweite Runde waren noch voll okay, die letzte war dann aber richtig anstrengend“, beschrieb die Willingerin ihr Rennen. Den 13. Rang gab es für Marie Zeutschel (22:21,6), die sich damit um 19 Plätze nach vorne schob. „Mit den Ergebnissen der Verfolgung bin ich sehr zufrieden“, so Lohschmidt, „in der Nettolaufzeit sind meine Sportler voll dabei gewesen“. Behle: Immer weniger Talente Während die S13-Klassen vom SC Willingen nicht besetzt waren, kam der einzige Starter in der S14, Louis Diaz-Weber, auf die Plätze 34 und 29. Für das überschaubare Feld an Lokalmatadoren hatte Jochen Behle die Erklärungen schnell parat. „Der SC Willingen ist in Hessen der einzige Verein, der Biathlon betreibt“, sagte der Sportdirektor des Hessischen und Westdeutschen Skiverbandes (HSV/WSV). „Und wenn man dann eine gewisse Qualität stellen will, dann kommt man auf diese Zahlen.“ Aber auch der Blick auf die Gesamtzahl der Starter der Jahrgänge 2000-02, die ist nicht besser. „Insgesamt sieht es dünn aus“, so Behle. „Da stellt sich doch die Frage, wer ist bereit, sich noch für den Sport zu quälen.“ Das fange doch schon bei den Eltern an. Auch die würden sich immer weniger klarmachen, dass Training Arbeit ist. „Wir werden immer Talente haben, aber es werden weniger“, beschreibt der frühere erfolgreiche Skilangläufer die Zukunftsaussichten der sogenannten „Fleiß-Sportarten“. Zu denen, die schon in jungen Jahren hart arbeiten, zählt sicherlich Florian Lipowitz. Der Ulmer ließ sich auch beim Massenstart unter Staffelbedingungen den Sieg nicht nehmen. Trotz einer Strafrunde hatte er nach 16:57,6 fast eineinhalb Minuten Vorsprung. Fast wäre Luca Enners der Sprung aufs Podest gelungen, ohne Schießfehler fehlten dem Willinger nach 18:44,4 nur 0,8 Sekunden zum Bronzerang. „Ich habe mich vom Laufen her richtig gut gefühlt, allerdings war die letzte Runde ganz schön hart“, freute sich der 14-Jährige. „Das war ein super Rennen“, lobte ihn Trainer Michael Lohschmidt. Sein Sohn Jan leistete sich fünf „Fahrkarten“ und wurde mit 20:35,2 nur als 17. notiert. Richtige Schlüsse ziehen Der Sieg bei den gleichaltrigen Mädels ging auf den 4 km an Mareike Braun (DAV Ulm, 19:00,8/0). Marie Zeutschel schoss ebenfalls fehlerfrei und durfte nach 20:52,4 Minuten mit Rang 14 zufrieden sein. „Jetzt kann der Winter kommen“, sieht sich die 13-jährige Usselnerin im SCW-Dress auf einem guten Weg. Theresa Leipold musste sich dank drei Strafrunden und 23:21,6 Minuten mit dem 32. Platz begnügen. Louis Diaz-Weber hatte am Schießstand weniger Glück: Er musste fünf Strafrunden laufen und kam nach 23:32,5 Minuten auf Platz 33 in der Klasse S14. Der Sieg bei den Mädchen ging wie schon am Vortag an Selina Kastl vom SC Neubau.SCW-Trainer Michael Lohschmidt will aus den Ergebnissen seines Quintetts die notwendigen Schlüsse ziehen: „Was war falsch, was war richtig und wie trainieren wir weiter Richtung Winter.“

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