Gute Goldgräberstimmung nach  zwei Jahren Training: 

Korbacher Footballteam vor erstem Liga-Auftritt

Liga-Debüt gegen Marburg: Die Footballer der Korbacher Goldminers wollen nach diesem Spiel mit einer ähnlich guten Laune vor dem Fotografen stehen. Foto: pr

Korbach – Helm aufziehen, Schulterpolster überziehen, Trikot anziehen. Es geht nun richtig los für das American Footballteam „Goldminers Korbach“.

Das erste Ligaspiel findet am kommenden Samstag (15 Uhr) auf dem Paul-Zimmermann-Sportplatz statt. Der Gegner sind die Marburg Mercenaries II, das Reserveteam der Bundesligamannschaft.

Nervosität oder Aufregung ist bei den Spielern während der vorletzten Trainingseinheit auf dem Sportplatz in Helmscheid nicht zu erkennen, aber die Spieler wirken konzentriert und reagieren sofort auf jeden Hinweis, den Trainer Darius Goldbach gibt. Dass diese Mannschaft kein kurzer Goldrausch sein soll, belegt die C-Lizenz, die der Coach erst kürzlich erworben hat. Und mit Lennart Göbel haben die Goldminers einen weiteren C-Lizenz-Inhaber in ihren Reihen.

„Marburg ist nicht gerade unser Wunschgegner zum Auftakt, wer weiß, wen die aus dem Bundesligakader dabei haben werden, aber Gegner in der Liga kann man sich halt nicht aussuchen“, sagt Spieler und Abteilungsleiter Maik Kügler. American Football sehe auf den ersten Blick einfach aus, fügt Daniel Ritter (Spieler und Schriftführer) hinzu, aber wer näher auf diese Sportart schaue, bemerke schnell, dass sie nicht so einfach zu erlernen sei. Jeder Spieler auf dem Feld habe stets eine bestimmte Aufgabe, die ein Puzzleteil für das Gesamtwerk, Spielzug oder Verteidigungsaktion, sei.

Zwei Jahre lang haben sich die rund 50 Goldminers-Spieler auf diesen Moment, erstes Ligaspiel, vorbereitet. Nur fünf von ihnen haben Ligaerfahrung.

Die Korbacher starten in der Aufbauliga mit drei weiteren Teams. Schwalmstadt sollte die vierte Mannschaft sein, aber die Warriors haben zurückgezogen.

Neben Marburg müssen die Goldgräber auswärts gegen die Bad Kreuznach Warriors (2. Juni) und Zuhause gegen die Mensfelder Miners (25. Mai/15 Uhr) antreten. Es gibt keine Rückspiele und die Spielzeit beträgt 4 x 12 Minuten. Wenn die drei Ligaspiele erfolgreich laufen, wollen die Goldminers im kommenden Jahr in der Verbandsliga Mitte starten, hier spielen derzeit sechs Mannschaften, darunter auch die Eschwege Legionärs. Dieses Team haben die Korbacher im Trainingsspiel auch schon besiegt.

So viel dafür trainiert, aber die Saison ist nach nur drei Spielen schon wieder vorbei. „Klar, hätten wir auch gern eine etwas längere Season gespielt“, betont Kügler. Er sagt nicht Saison, er sagt auch nicht Seitenlinie, sondern Sideline. Dieser Mann spricht nahezu alle Football-Fachbegriffe in englischer Sprache aus. Das zeigt, dass er kein Mode-Footballer ist, der mal kurz auf diesen Zug aufgesprungen ist, weil dieser gerade durch Korbach fuhr. Kügler ist schon seit vielen Jahren Footballer, Fußballer war er aber auch. Vor zwei Jahren haben er, Jannis Winkler und Lukas Hoppe die Goldgräberstimmung in Korbach entfacht, nachdem ihnen die Fahrten zu dem Footballteam in Brilon zu weit wurden.

Sie machten sich auf Spielersuche. Elf für die Offensive, elf für die Defensive und eine gutbesetzte Bank, das bedeutet, der Kader sollte immer doppelt so groß sein wie der eines Fußballteams.

Eine große Aufgabe, aber die Drei wurden fündig, nur ein paar schwere Jungs fehlen derzeit noch, ja sie fanden sogar Cheerleader-Mädchen, einige Sponsoren, Physiotherapeuten und mit dem FC Inter Korbach auch einen Verein, bei dem sie ihren Sport ausüben können. Der hat aber keinen Spielplatz, auch dieses Problem wurde gelöst. Die Gruppe fand auf dem Fußballfeld in Helmscheid ihren Übungsplatz. Dort steht mittlerweile auch ein Container, wo sie ihre Ausrüstungsgegenstände parken können.

Doch der Trainingsplatz in Helmscheid eignet sich nicht als Ligaspielfeld. Der ist nicht lang und nicht breit genug. „Wir hätten sehr gern in Helmscheid gespielt, denn die Zusammenarbeit mit dem dortigen Sportverein klappt gut“, sagt Kügler.

Es war schon auch einige Überredungskunst notwendig, damit die Goldgräber nun auf dem Paul-Zimmermann-Sportplatz Liga-Football spielen dürfen, unter Auflagen: Nach den Spielen sollen sie stets ihre Linien auf dem Rasen wieder entfernen. „Dafür müssen wir extra eine Farbe kaufen, die man mit Wasser abwaschen kann“, erzählt Kübler. Und er träumt von einem vereinseigenen Footballfield, mit richtigen Footballtoren. Die stehen auch nicht auf dem „Pauli“.

Die Spieler müssen die über fünf Meter hohen Stangen an den Pfosten des Fußballtors befestigen und um die Pfosten Schaumstoff binden, damit sich dort keiner verletzten kann. Aller Anfang ist schwer, aber noch lange kein Ende in Sicht. (rsm)

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