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Korbacher Trio im Medaillenregen: Schilling, Tenbusch und Richter überzeugen

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Speerwerferin
Diana Richter gewann zweimal Bronze © Görlich

Erding/Korbach – Es war kühl, es war nass und windig, es war kein Leichtathletik-Wetter im bayerischen Erding. Aber die widrigen Bedingungen waren den drei Frauen des TSV Korbach egal.

Denn Tatjana Schilling, Marion Tenbusch und Diana Richter räumten bei der deutschen Senioren-Meisterschaft in der Altersklasse W50 neun Medaillen ab, fünfmal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze.Eine Edelmetallplakette fehlte dem Trio allerdings im diesem reichhaltigen Sortiment, weil das Trio diesmal nicht als Quartett auftreten konnte, fiel die Medaille in der 4 x 100 Meter Staffel aus.

Für Sprintstaffel fehlte vierte Frau

„Wir mussten die Staffel streichen, weil Eva von ihrem Arbeitgeber für diesen Tag nicht freigestellt wurde“, teilte Schilling mit. Eva-Maria Zürker war auf einer Klassenfahrt.

Der Medaillenregen für die Korbacher Athletinnen setzte bereits am Samstag morgen ein. Diana Richter warf den Speer mit 31,24 Mater nah an ihre Bestleistung heran und wurde dafür mit der Bronzemedaille belohnt. Sie musste dann direkt auf die Laufbahn zum Start über 100 Meter.

Läuferin
Tatjana Schilling gewann bei der deutschen Meisterschaft fünf Medaillen mit einer goldenen Farbe und einmal Silber. © Görlich

Obwohl diese Konstellation nicht optimal für die Vorbereitung war, sprintete Richter in 14,44 Sekunden auf Platz drei. Sie holte innerhalb von einer halben Stunde ihre zweite Bronzemedaille. Damit hatte sie eigentlich schon all ihre Ziele erreicht, die sie sich für diese Titelkämpfe vorgenommen hatte.

Weitspringerinnen leiden unter der Witterung

Dennoch war Richter nach dem Weitsprung verärgert und auch Tenbusch war verstimmt, weil die Witterung ihnen den Wettkampf vermiest hat. Wegen ständig wechselnden Windverhältnisse trafen die beiden nur selten das Absprungbrett. Weit weg von ihren eigenen Möglichkeiten mussten sie sich mit 4,30 m (Richter) und 4,01 m (Tenbusch) mit den Plätzen vier und sechs zufrieden geben.

Ihre Teamkollegin Tatjana Schilling, die über 100 Meter nicht startete, trotzte allen Gegen- und Seitenwinden setzte einen Satz von 5,22 Meter in die Grube und kam dort als deutsche Meisterin wieder heraus.

Doch die Seriensiegerin kann sich durchaus auch über eine Silbermedaille freuen. „Ich war im Kugelstoßen so happy über meine 12,53 Meter und als Yvonne Steinfurth mich dann noch um sieben Zentimeter überbot, habe ich mich mit ihr gefreut“, erzählt Schilling.

Die Siebenkampf-Weltmeisterin überraschte sich bei der einen oder anderen Disziplin sogar selbst. „Mir ist es tatsächlich gelungen, zwei Bestzeiten ohne Windunterstützung zu laufen.“

Bestzeit über die 400 Meter

Eine davon lautet 59,56 Sekunden über die 400 Meter. „Dass ich diese Zeit bei diesen schlechten äußerlichen Bedingungen abrufen konnte, ist für mich ein Traum“, sagte die Lelbacherin. Ihr fehlten nur elf Hundertstel zum deutschen Rekord.

Eine Freiluft-Zeit unter 27 Sekunden über 200 Meter war schon lange Schillings Ziel, auch das erreichte sie trotz Regen, Wind und Kälte: Bei 26,92 Sekunden blieb die Uhr stehen, das bedeutete einen weiteren Titel bei dieser Meisterschaft. Im Hochgefühl über die eigene Leistungsstärke trat Schilling auch beim Hochsprung an und die übersprungenen 1,49 Meter reichten ebenfalls zur deutschen Meisterschaft.

Weitspringerin
Bronze gewonnen: Marion Tenbusch sprang im Hürdensprint auf des Podest © Görlich

„Eigentlich war ich schon ziemlich erschöpft, und schon beim Einspringen war mir klar, dass es hier nicht mehr um eine gute Höhe geht, sondern nur noch um den Titel.“ Eine Medaille fehlte aber noch, um das gesamte Korbacher Trio zufriedenzustellen: Marion Tenbusch liebäugelte mit Edelmetall über die 80 Meter Hürden.

Schilling im Kugelstoßen noch abgefangen

Teamkollegin Schilling war bei diesem Rennen mit 13,12 Sekunden nicht zu schlagen, auch Birgit Riedel (TSV Zeulenroda) musste Tenbusch ziehen lassen, aber dann ließ sie mit ihren 14,48 Sekunden niemanden mehr an sich vorbei und etwas später baumelte die Bronzemedaille um ihren Hals.

Da Schilling ihren Trainingsumfang nur unwesentlich verändert hat, kann sie sich ihre Leistungssteigerung nur so erklären, dass sie ihre Ernährung auf ketonisch umgestellt hat. Das ist eine kohlenhydratarme, aber fettreiche Kost, die den Energiestoffwechsel verändert.

„Mit den Leistungen bei dieser Meisterschaft in Erding hätte ich den Weltrekord im Siebenkampf in der W50 geknackt, da bin ich mir sicher“, sagt Schilling. Und schon hat sie wieder ein Ziel für die kommende Saison. (rsm)

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