Waldecker Pokal der Frauen

SG Landau/Wolfhagen macht Überraschung perfekt - Video

- Giflitz (mn). Die Außenseiter feierten mit fröhlichen Gesängen die Überraschungsparty, der Favorit stand geschlagen abseits: Der 3:0 (0:0)-Sieg der SG Landau/Wolfhagen im Pokalfinale der Fußballfrauen hatte keiner auf der Rechnung.

Als der Favorit entthront war, ließen die Spielerinnen in Blau-Gelb ihren Gefühlen freien Lauf. Sie herzten sich, hüpften und sangen und konnten es irgendwie selbst nicht glauben. „Richtig geil“, fand Spielführerin Franziska Heldt. „Die Mädels haben verstanden, worum es heute geht. Wir waren auf den Punkt da“, sprudelte Trainer Carlos Vicente. Tief frustriert waren die Korbacherinnen, die als Favorit gestartet waren und ihren Titel verteidigen wollten. Bei den Duellen der vergangenen zwei Jahre waren die Kreisstädterinnen immer als Sieger vom Feld gegangen. Sie waren besonders über die zwei der drei Gegentore unzufrieden, die ihrer Meinung nach durch Schiedsrichter-Fehlentscheidungen zustande gekommen waren. Das erste Tor resultierte aus einem Handelfmeter; offenbar war der Ball Nathalie Jakob an den Oberarm gesprungen. Die Landauer reklamierten sofort, Schiedsrichter Jörg Lembicz zögerte erst. Er habe das Handspiel erst auf Zuruf gegeben, kritisierte Korbachs Spielertrainerin Nina Ratzkowski. Julia Bettinghausen verwandelte zum 0:1 (48.). Ebenfalls Proteste rief das 0:2 in der 70. Minute hervor. Franziska Heldt hatte den Ball nach der Ecke von Julia Schröder über die Linie gedrückt. Andrea Rohde schlug den Ball weg – nach Meinung des Unparteiischen hinter der Linie, nach Meinung der Korbacherinnen auf derselben. „Er sieht das wieder nicht und pfeift wieder auf Zuruf“, klagte Nina Ratzkowski und zog folgende Schlüsse: „Wenn man diese zwei Tore nicht fängt, geht das hier ganz anders aus. Ich denke, das 0:3 entspricht definitiv nicht dem Spielverlauf.“Die größeren Spielanteile hatten die Korbacherinnen, angetrieben von Ratzkowski und Nina Wendel. Die SG hielt kämpferisch dagegen, hinten abgesichert von der Abwehr um Julia Bettinghausen und der erfahrenen Keeperin Gudrun Biederbick. Der Außenseiter hatte sogar die erste Chancen durch Steffi Kramer (15.) und Julia Schröder (17.). Die besseren Möglichkeiten hatte Korbach. Nina Ratzkowski schoss den Ball knapp vorbei (22.), Annemarie Alff traf die Latte (27.), auch nach der Pause scheiterte Ratzkowski mehrfach mit Alleingängen. Korbachs Keeperin Petra Schreiber zeigte unmittelbar vor dem 0:2 ihre beste Tat, als sie gegen Steffi Kramer parierte. Fünf Minuten später erlebte sie einen tiefschwarzen Augenblick, als ein Freistoß von Bettinghausen auf dem regennassen Rasen so unberechenbar auf, dass Schreiber glatt unter dem Ball hindurch trat – 0:3 (74.). Korbach gab nicht auf, rannte aber vergeblich an. Beim Gewinner standen danach die Zeichen auf Party. „Für mich war das ein ganz klar verdienter Sieg gegen den Favoriten TSV Korbach“, sagte Carlos Vicente: „Und das wird gefeiert.“

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