Landesliga der Männer: Wetekam-Team fehlt das Glück 

Nur Kleinigkeiten fehlen: Twistetaler verlieren 22:24 in Fuldatal

Eingesprungen. Christian Schüttler half bei HSG Twistetal noch mal aus, weil Kapitän Steffen Fingerhut noch nicht einsatzfähig war. Foto: Spitzkopf

Von Reinhard Schmidt

Twiste. Gut gespielt und verloren. Dirk Wetekam fällt es schwer, diesen Satz stehen zu lassen. Doch nach längerem Abwägen legt der Trainer der HSG Twistetal das Radiergummi wieder beiseite. Sein Team hätte im Spiel der Handball-Landesliga fast die hohe Hürde beim Tabellenvierten HSG Fuldatal/Wolfsanger genommen, einem Gegner „bei dem wir oft nicht gut aussehen“.

Doch bei der 22:24-Niederlage (7:12) fehlten nach Ansicht des Trainers „nur Kleinigkeiten“ für einen Punktgewinn. Dazu zählt der Coach vor allem die Schlussminuten, in denen sich seine Mannschaft um den Lohn einer tollen Aufholjagd brachte, weil das Nervenkostüm der jungen Mannschaft noch nicht ohne Flattern auskommt.

Verflixtes Tor sechs

Eine andere Kleinigkeit war das lange Warten auf das verflixte sechste Tor. Es wollte und wollte nicht fallen. Torlose zehn Minuten können im Handball unendlich lang und entscheidend sein. Nico Isenberg traf in der 18. Minute zum 5:5 und als Johannes Happe per Siebenmeter endlich das sechste Tor erzielte (38.) war das nur noch der Anschlusstreffer zum 6:10.

Da aber auch Twistetal gut im Torchancevereiteln war, dominierten zwei starke Abwehrreihen dieses Spiel. Der Beleg dafür war ein Halbzeitergebnis (12:7), das in dieser Liga eher selten vorkommt. Trotz der mickrigen Torausbeute hat Wetekam aber auch in der ersten Halbzeit viele positive Szenen seiner Mannschaft gesehen.

„Wir haben uns gute Chancen herausgearbeitet, aber da stand auch ein gute Fuldataler Torwart Rene Hüsken im Weg. Er hat uns mehrere freie Würfe weggeholt und uns auch gute Schüsse aus dem Rückraum abgekauft.“ Außerdem habe der Gegner in dieser Phase gezeigt, warum er zu den besten Tempogegenstoß-Mannschaften der Liga zähle. Eine ähnliche Situation mussten die Twistetaler auch in der zweiten Halbzeit erdulden.

Der Ball wollte nicht für den elfte Treffer ins Netz gehen. Diesmal waren es zwar nur zwei Minuten ohne Torerfolg, aber die Gastgeber bauten ihren Vorsprung zwischen der 35. und 37. Minute von 13:10 auf 16:10 aus. „Wir müssen in dieser Phase für jedes Tor schwer ackern und Fuldatal macht drei leichte Tore. Wir sind in diesem Spiel nicht einmal in den Tempogegenstoß gekommen“, sagt der Coach.

Charakter gezeigt

Nach solch einer Phase, die zum Kopfhängenlassen geradezu einlädt, war einmal mehr jene Charaktereigenschaft in der Twistetaler Mannschaft zu erkennen, die sie so stark machen kann: Egal, wie viel es steht, jedes Spiel ist noch zu gewinnen. Mit einer ansteckenden Gemeinschaftsenergie schmolz der Sechs-Tore-Rückstand innerhalb von 14 Minuten auf ein Tor zusammen. Andre Krouhs brachte sein Team auf 17:18 (51.) heran. Aber dann… Der Trainer sah die Endphase so: „Nicht aufgesteckt wieder herangekämpft, dann Ball erobert, zu überhastet agiert und wir schmeißen ihn gleich weg. Letztendlich hat es zu keinem Punkt gereicht, und das ist das, was zählt. Es war von uns eine gute Mannschaftsleistung, aber nicht mit der letzten Konsequenz.“

Tore für Twistetal: Happe 9/8 Wachs 5 , Krouhs 4 Isenberg 2 Fait, Bitter

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