Volkmarserin gewinnt Volkstriathlon am Twistesee

Lena Nitzge lässt alle hinter sich

Wetterburg - Auf die Frage, ob sie in einem Triathlon schon mal alle Männer hinter sich gelassen hätte, lachte Lena Nitzge, dann sagte sie: "Ich glaube nicht", und man konnte fast den Eindruck gewinnen, es wäre ihr ein bisschen unangenehm.

Vielleicht fand sie es nicht so wichtig oder mochte diesen Fakt nicht so hoch hängen. Lena Nitzge, die aus Volkmarsen stammt und bei den Trianhas des VfL Bad Arolsen das Tritahlon-Einmaleins gelernt hat, gehört ja normalerweise nicht in das Feld eines Volkstriathlons mit seinen 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen. Sie ist nicht nur das Doppelte gewöhnt, sie betreibt den Olympischen Triathlon auch auf hohem Level – bei den SSF Bonn, ihrer Wahlheimat, ist sie Stammkraft im Team der 1. Bundesliga.

Dafür, dass sie überhaupt gekommen war, entschuldigte sie sich beinahe. „Es ist mein alter Verein und eigentlich mit meine Lieblingsveranstaltung. Strecke und Veranstaltung sind halt immer wieder schön, auch unter schwierigen Bedingungen“, sagte sie. Dieser Hinweis galt den nassen Straßen und Wegen. Es hatte kurz nach dem ersten Startschuss minutenlang wie aus Eimern geschüttet. „Wenn es geregnet hat, ist es in den Kurven immer ein bisschen gefährlich. Gerade in den Spitzkehren muss man schon aufpassen“, sagte Lena Nitzge. Obwohl die Temperaturen nahezu ideal für Ausdauersport waren, war sie mit ihrer Zeit von 1:17:03 Stunde deshalb tatsächlich 23 Sekunden langsamer unterwegs als bei ihrem Sieg im Vorjahr in der Frauenklasse – und genau 2:01 Minuten schneller als Sebastian Thier aus Grebenstein.

Dem ersten Mann im Ziel schien es vollkommen schnuppe zu sein, dass er von einer Frau geschlagen worden war. Er konnte seine Spitzenplatzierung als solche kaum begreifen. „Waren hier am Start nur Luschen?“, fragte er einen Gratulanten, und das war nicht despektierlich in Richtung Konkurrenz gemeint, sondern entsprang eher der Einschätzung des eigenen Leistungsniveaus im Vergleich zu erfahrenen Dreikämpfern. „Ich habe gedacht, was ist hier los?“, sagte der 25 Jahre alte Hobbytriathlet ungläubig noch Minuten nach dem Zielfinish vor der Twisteseehalle, in dem er den Herzogenrather Hartmut Sander (1:19:06) knapp hinter sich gelassen hatte.

Insgesamt waren nur 75 Frauen und Männer ins 18 Grad warmen Twisteseewasser gestartet, gut 50 weniger als im Vorjahr und kaum Ligastarter darunter. Mag sein, dass die Ferienzeit und der Termin die Resonanz gedrückt haben, vielleicht auch das regnerische Wetter. Selbst viele der heimischen Volkstriathleten blieben weg.

Stärkster Waldeck-Frankenberger war Jürgen Koch, der an diesem Sonntag sein Comeback gab: Nach fünf Jahren ohne jeden Wettkampf meldete sich der Arolser Trianha mit Rang zwölf in 1:26:49 zurück. „War wieder geil, ich bin sehr, sehr zufrieden“, strahlte er im Ziel. Als Gesamt-19. wurde René Mewes (Team Waldeck/1:29:05) geführt, seine Altersklasse M35 gewann der Landauer. Ebenfalls Erste ihrer Altersklasse W 30 wurde in 1:37:35 Stunde Astrid Bangert, die ebenfalls für die VfL-Trianhas startet. Wettkampf-Senior Jürgen Palt vom TSV Heiligenrode (Jahrgang 1938) bewältigte die Strecken in 1:42:26 Stunde und damit genau zwei Minuten schneller als vor einem Jahr.

Als Schnellste unter den 13 Staffeln erreichte Spartacus +2 aus Fuldatal das Ziel. „Eine Helferparty“, nannte Schwimmer Florian Becker fröhlich den Sieg. Er war in der Vorwoche beim Ultra-Triathlon in Kopenhagen gestartet, unterstützt von Oliver Lieblein und Marco Ortiz Vives, die in Wetterburg radelten und liefen. In 1:22:25 verwiesen die Drei das Bad Wildungen/Marsberg-Trio mit Sebastian und Florian Becker sowie Franziska Geise (1:26:17) mit deutlichem Vorsprung auf Platz zwei. Dritter wurden die „Bademeister“: Angelika Vahle (Volkmarsen) sowie die beiden Kasseler Przemek Olszewski und Sebastian Eichel benötigten 1:26:35 Stunde.

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