Sieg beim 33. Kurztriathlon eine Frage des besseren Materials? · Herzhäuser Merhoff bei Debüt Sechster

Ein Liebespaar gewinnt am Twistesee

Wetterburg - Es kann sein, dass sich Tobias Henne demnächst eine neue Rennmaschine kauft. Das langsamere Rad gegenüber Gewinner Daniel Schmoll hat am Sonntag womöglich den Zwei-Seen-Hattrick des Vellmarers verhindert. Der Sieger feierte derweil den ersten Platz der Freundin gleich mit.

1:11 Minute trennte im Ziel den Griesheimer Schmoll (Gesamtzeit: 2:13:06 Stunden) und den für das Tri-Team Fuldatal startenden Henne (2:14:17). Schon der drittplatzierte Florian Drexler vom WVC Kassel (2:19:13) hatte mit dem Ausgang des 33. Twistesee-Triathlons nichts mehr zu tun. Henne hatte im Vorjahr die olympische Distanz (1,5 km – 42 km – 10 km) am Twistesee gewonnen und vor sechs Wochen auch in Waldeck das Feld distanziert. „Er ist eigentlich der stärkere Athlet“, sagte Schmoll und machte im Zielinterview mit Sprecher Hans-Joachim Wierschula die Materialvorteile auf der Radstrecke als den entscheidenden Unterschied aus. Die Haltung ehrt den 33-Jährigen als fairen Sportler. Die einzelnen Zeiten stützen seine Aussage zum Teil. Henne kam als der schnellste Schwimmer (21:03 Minuten) zwölf Sekunden eher aus dem Wasser als Schmoll, der dann als Disziplin­erster auf dem Rad (1:12:58 Stunde) mit einem Vorsprung von 52 Sekunden ins Laufen kam – und seine Führung noch ausbaute. Henne (40) habe bis zur Hälfte der Distanz den Abstand bis auf 25 Sekunden verkürzt, erzählte der Jüngere. Schmoll legte trotz der Rekordhitze also noch mal zu – auch wenn er auf der „letzten Rampe“ (den zweimal zu laufenden Anstieg vom Strandbad hoch zum Golfplatz) geglaubt habe, er müsse gleich stehen bleiben, wie er erzählte. Nun ist Schmoll nicht irgendwer. In seiner Sportler-Biografie finden sich unter anderem ein Altersklassen-Titel beim Ironman auf Hawaii (2008) und eine Zeit als Profi-Triathlet. Heute ist der gebürtige Kasseler Trainer beim TuS Griesheim, er betreut auch die Senioren des Vereins, die am Sonntag in Wetterburg Ligaabschluss hatten – und überhaupt nur deshalb meldete er am Samstag selbst als Starter kurzentschlossen nach. Stärkster Waldeck-Frankenberger Triathlet war auf der olympischen Distanz ein Twistesee-Debütant: Relin Mehrhoff vom SV Herzhausen belegte in 2:24:47 Stunden den sechsten Platz in der offenen Wertung. Hätte er nicht eine Zeitstrafe von zwei Minuten wegen verbotenen Windschattenfahrens aufgebrummt bekommen, wäre glatt Platz vier drin gewesen. „Es war richtig vom Schiedsrichter, die Strafe zu verhängen“, räumte der Mann mit dem markanten Bart freimütig ein. Laufend versuchte der 25-Jährige den Malus wettzumachen und legte in seiner besten Disziplin mit – angesichts der Hitze starken – 36:56 Minuten glatt die beste Zeit vor. Der Bad Wildunger Torsten Bannier, unterwegs für SV Elbland-Coswig/Meißen, verpasste als Rangelfter der Wertung (Platz zwei der TM 50) in 2:31:59 Stunden relativ knapp die Top Ten. Heiner Emden (Korbach) bewältigte als Sechster der TM 50 die Strecke in 2:58:29. Deutlich schneller unterwegs war, na klar, Leonie Poetsch. Die 28 Jahre alte Studentin ließ als schnellste Frau in 2:28:43 Stunden nur sieben Männern in der offenen Wertung den Vortritt – eine ähnliche Zeit ist seit Jahren in Wetterburg nicht mehr für eine Triathletin gestoppt worden. Nun ja, Leonie Poetsch startet für Griesheim in der Bundesliga. Nach dem Wettkampf konnte sie mit Daniel Schmoll ein Siegerküsschen tauschen – beide sind ein Paar. Anders als er ging sie das erste Mal am Twistesee zu Werke. „Cool, gut organisiert“, lobte sie. Mit der profilierten Radstrecke freundete sie sich gleich an: „Hart, aber schön.“Zweite im Frauen-Ranking wurde Nina Vabic (TV Bad Orb) in 2:32:40 Stunden. Als Rangdritte hatte Katharina Grölz (Groß-Bieberau) in 2:41:57 schon gehörigen Rückstand. Christa Emden (Korbach) als einzige heimische Starterin wurde nach der Hitzeschlacht mit 3:48:53 gestoppt.

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