Marcel Schminke aus Bad Wildungen hat das Saisonziel Teilnahme an der Kartsport-Weltmeisterschaft

Familienquartett mit Rennfahrer

Derzeit gut in Fahrt: Kartfahrer Marcel Schminke strebt in dieser Saison einen Titel an, der ihm möglicherweise weitere Türen für die Sportförderung öffnet.  Foto: Schmidt

Bad Wildungen. Es ist schwer, Kartfahren motorsportlich ernst zu nehmen. Dafür ähnelt das Fahrzeug zu sehr einem Spielzeug.

Niemand nennt es Auto, nicht einmal Wagen, sondern nur Handwagen oder Karre, das ist die deutsche Übersetzung für Kart oder Gokart.

Der kindliche Charakter dieses Fortbewegungsmittels verschwindet auch nicht, wenn man sich das Kart von Marcel Schminke aus der Nähe betrachtet. Es steht auf einem rollbaren Metallrahmen aufgebockt auf vier dünnen Stäben in der Garage seiner Eltern in Bad Wildungen.

Doch wer in den Alltag dieses 15-Jährigen und dessen Familie ein wenig näher hineinschaut, wird schnell feststellen, Kartfahren ist nicht nur Spaß auf der Piste, sondern anspruchsvoller Sport, der ab einem gewissen Niveau auch viel Zeit und Geld kostet. Dieses fahrerische Format hat Marcel mittlerweile erreicht.

Er startet in dieser Saison in drei Rennserien, unter anderem beim ADAC Kart Masters (Junioren) und dem Westdeutschen ADAC Kart-Cup. Saisonhöhepunkt soll die Weltmeisterschaft im Oktober in Le Mans werden. Für die Teilnahme muss er in der Masters-Wertung unter die ersten neun kommen, derzeit ist er Sechster. Die Rangliste bei der Westdeutschen führt er momentan an.

Das Rennfahrer-Gen hat er von seinem Vater Oliver geerbt, der ebenfalls auf Kartbahnen mit anderen um die Wette fuhr. Marcel ist seit seinem achten Lebensjahr auf den vier kleinen Rädern unterwegs ist, zunächst für drei Jahre nur im Slalom für den MSC Wolfhagen, doch schnell war für ihn klar, dass er im Rennsport Gas geben will.

Auf den Sprossen der Karriereleiter eines Sportlers klebt immer viel Schweiß, aber viele haben es je nach Trainingsfleiß selbst in der Hand, wie hoch sie auf dieser Leiter steigen können. Das unterscheidet sie vom Motorsportler, denn auch ein guter Fahrer hat mit einem schlechten Fahrzeug schon verloren.

Marcel hat das Glück, dass sein fahrerisches Talent nicht durch eine permanente familiäre Geldnot unter die Räder gekommen ist. Doch die finanzielle Unterstützung aus dem Elternhaus kommt mit den gestiegenen sportlichen Herausforderungen mittlerweile an ihre Grenzen.

Warum Kartfahren  bei Marcel ein kleines Familienunternehmen ist lesen Sie in der Samstagausgabe der WLZ.   

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