Korbacher Mittelgewichtler für den Nordhäuser SV in den Ring · Die Gegner sind künftig schwerer

Mario Jassmann boxt 1. Bundesliga

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Sieht seinem Debüt in der 1. Bundesliga mit dem Nordhäuser SV entgegen: Mario Jassmann vom TSV Korbach.

Korbach - Vier statt drei Runden, neue Gewichtsklassen und ab Januar der Kopfschutz weg: Der Deutsche Boxverband hat seine 1. Liga reformiert. Mario Jassmann erlebt das hautnah mit - er steht vor seinem erstklassigen Debüt.

Der Mittelgewichtler hatte die Wahl zwischen Motor Babelsberg und dem Nordhäuser SV - und entschied sich für den deutschen Vizemeister aus Thüringen. Eine Rolle spielte die Geografie. „Das ist ein ganzes Stück näher, ich bin in zwei Stunden da“, sagt der 24 Jahre alte Korbacher. Die Fahrzeit war es aber nicht allein. Jassmann hat auch die Atmosphäre in der Nordhäuser Ballspielhalle mit ihrem Platz für 1500 Zuschauer kennengelernt. „Da herrscht Begeisterung“, sagt er.

Debüt-Termin noch offen

Ohnehin gab es bereits Kontakt über den TSV Korbach. Jassmann hat wiederholt Gastspiele in Thüringen gegeben. „Es waren insgesamt die besseren Umstände“, betont Vater Reinhard und nennt den SV einen „guten, renommierten Verein“.

Jassmann letztes Liga-Engagement endete abrupt. Zweitligist CSC Frankfurt setzte ihm mitten in der Saison Mario Grund vor die Nase - obwohl der Korbacher bis dahin mit zwei Siegen, einem Remis und nur einer Niederlage eine gute Bilanz für den Club vorzuweisen hatte. Jassmann wehrte sich gegen die Degradierung und wurde daraufhin nicht mehr aufgestellt. Die Frankfurter haben für die kommende Saison keine Staffel gemeldet.

Schnee von gestern. Jassmann, der weiter in Korbach trainieren wird, freut sich auf sein Debüt in der Eliteliga. Ring frei gibt die neue Saison am 7. Oktober, die Nordhäuser müssen gleich beim deutschen Serienmeister Velberter BC antreten. Ob Jassmann gegen den Titelverteidiger mitmischen kann, ist offen.

Am selben Wochenende sind die Halbfinale der am 22. September startenden Hessenmeisterschaften angesetzt, und die Titelkämpfe haben Vorrang. Das stellte der Chef des Landesverbands, Peter Firner, klar. Stress mit den Thüringern befürchtet der Boxer deshalb nicht, das sei alles mit Nordhausen abgesprochen. Für den HABV ist Jassmann auch am zweiten September-Wochenende unterwegs, dann steht ein Vergleichskampf in Breslau an.

In der 1. Liga warten auf den Korbacher einige Neuerungen, mit denen der deutsche Boxverband internationale Regeln umsetzt, aber auch die Liga attraktiver machen will. So umfassen die Kämpfe in Zukunft vier statt drei Runden. „Das könnte mir als Langsamstarter entgegenkommen. Außerdem bin ich physisch sehr stark“, sagt Mario Jassmann.

Drei Kilo mehr

Die Zahl der Kämpfe pro Begegnung wurde von acht auf sechs reduziert. Gleichzeitig gelten neue Gewichtsklassen - das Mittelgewicht reicht künftig bis 78 Kilogramm, drei mehr als bisher. „Das ist schon ein Wort“, sagt der Boxer. Er muss abwarten, ob sich ihm künftig ehemalige Halbschwere in den Weg stellen. Unmittelbar zu reagieren ist schwer. „Großartig drauf trainieren geht in so kurzer Zeit nicht“, sagt er.

Ab Januar dann fällt der Kopfschutz weg. Mario Jassmann sieht darin kein Problem. „Die Handschuhe sind so gut gepolstert, damit kannst du kaum noch einen k.o. boxen“, sagt er. Sein Vater erklärt, der Kopfschutz sei ohnehin nicht eingeführt worden, um den Kopf besser vor den Schlägen des Gegners zu schützen. Es sei dabei vor allem um den Schutz bei Stürzen auf den Ringboden gegangen. Das Fazit des erfahrenen Trainers: „Ich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“

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