Ex-Skispringer genießt seine neuen Freiheiten

Martin Schmitts Rücktritt vom Rücktritt? „Wird’s nicht geben“

+

Willingen - Seit einem Dreivierteljahr ist Martin Schmitt kein Skispringer mehr. Am Montag ist er an die Willinger Mühlenkopfschanze zurückgekehrt; an den Ort, an dem er sich Anfang Februar von seinen Fans verabschiedet hatte. „Das war ein toller Tag für mich, sehr bewegend“, blickte der 36-Jährige bei der Eröffnungsveranstaltung des Forum Nordicum zurück.

Jahrelang war Schmitt Markenbotschafter von Milka, symbolisch übergab er im Café Aufwind am Fuß der Schanze den lilafarbenen Helm mit dem Schriftzug der Schokoladenmarke an den 17 Jahre jüngeren Andreas Wellinger, den das Unternehmen als Schmitts Nachfolger auserkoren hat. Aber beim Besuch des vierfachen Skisprung-Weltmeisters und Team-Olympiasiegers von 2002 ging es nicht nur um PR, er stellte sich auch den Fragen von Ski-Club-Pressechef Dieter Schütz sowie der Journalisten. Beispielsweise: Ist ein Rücktritt vom Rücktritt vorstellbar? Klare Antwort: Ein Comeback „wird’s nicht geben“. Jahrelang sei er gefragt worden, „wann ich denn endlich aufhöre. Und jetzt werde ich gefragt, ob ich nicht wieder anfangen will“, sagte der 36-Jährige und hatte damit die Lacher auf seiner Seite.

Bereut, so antwortete Schmitt später im Pressegespräch auf WLZ-FZ-Anfrage, habe er seinen Rücktritt bisher nicht. Vielmehr genieße er die neuen Freiheiten: „Ich kann einfach mal auf einen Geburtstag gehen oder muss mir nicht überlegen, ob es schlecht sein könnte, wenn ich jetzt hier zwei Stunden stehe.“ Dem Sport bleibt er aber in jedem Fall treu; derzeit absolviert er die Ausbildung zum Trainer, will zudem in der neuen Saison als Experte für Eurosport arbeiten und die deutschen Adler moralisch unterstützen. Denen traut er diesen Winter viele Erfolge zu; vor allem Richard Freitag, der im Sommer einen besonders starken Eindruck gemacht habe. „Ohne Skispringen wäre es langweilig“, betonte Schmitt, „das ist ein Teil meines Lebens.“

Selbst ist er zum letzten Mal an Neujahr in Garmisch-Partenkirchen in die Anlaufspur gegangen. Wird es der letzte Sprung in seinem Leben bleiben? Ehemalige Kollegen wie der Österreicher Andreas Goldberger springen zum Spaß auch nach dem Karriereende weiter. „Ich habe das nicht vor“, sagte Schmitt zunächst, ergänzte aber dann: „Also ich habe noch Skier, Bindungen und Anzüge.“ Vielleicht wird es also doch noch einmal Martin Schmitt als Skispringer geben - wenn auch nicht im Wettkampf. „Ich würde sicherlich nicht direkt wieder hier beginnen“, sagte er und zeigte auf die Mühlenkopfschanze. „Aber nach ein paar Sprüngen auf einer 90-Meter-Schanze ginge es bestimmt auch wieder.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare