Siebenkampf-Ass beendet nach null Punkten im Kugelstoßen Wettkampf in Götzis

Carolin Schäfer: Jetzt was Großes zaubern

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Alle Konzentration half nichts: Carolin Schäfer schaffte mit der Kugel keinen gültigen Versuch.

Götzis. Ein Fehlstart über 100 Meter, ein Salto nullo im Stabhochsprung, drei Ungültige im Weitsprung oder Kugelstoßen: Im Mehrkampf kann eben alles Mögliche passieren, wie auch Vize-Weltmeisterin Carolin Schäfer nun erfahren hat.

Carolin Schäfer saß fast eine Stunde lang ganz am Rande der Leichtathletik-Anlage auf einer Wiese und hätte sich am liebsten im Gebüsch nebenan versteckt. Die Vize-Weltmeisterin und große deutsche EM-Hoffnung im Siebenkampf aus Friedrichstein war schon nach drei Disziplinen raus am Samstag in Götzis: drei ungültige Versuche im Kugelstoßen - das war's erst mal mit der Qualifikation für die Titelkämpfe vom 17. bis 12. August in Berlin. Danach stieg sie aus dem Wettkampf aus.

Bundestrainer rechnet fest mit der EM-Quali

"Man feiert die Siege, man trauert um die Niederlagen. Daran wächst man, das gehört dazu", sagte Schäfer, als sie ihre Tränen getrocknet und die roten Augen hinter einer Sonnenbrille versteckt hatte. Die Olympia-Fünfte aus Frankfurt/Main hatte in der Vorbereitung "enorm viel mehr trainiert als letztes Jahr". In Österreich sollte das EM-Ticket her, die Trainingssteuerung war vor allem auf Berlin ausgerichtet. "Wir haben es so geplant, dass ich bei der EM richtig auftrumpfen kann", erklärte sie. Und jetzt stand sie im Mehrkampf- Mekka mit leeren Händen da. 

"Das ist sehr bitter, weil ich hier natürlich meine Quali abhaken wollte", sagte Schäfer. Bundestrainer Wolfgang Kühne macht sich trotzdem keine große Sorgen um sein Zugpferd: "Ich gehe fest davon aus, dass sie in Ratingen die Norm schafft", sagte er. Und die Atheltin? "Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich aus bitteren Erfahrungen danach was ganz Großes zaubern kann", erklärte sie mit einem tapferen Lächeln. (dpa)

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