Biathlon-EM: Nadine Horchler und Carolin Hennecke mit hohen Zielen

Nach Bronze nun Gold im Visier ?

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- Willingen / Osrblie (swe/mn). Drei Waldeckerinnen bei den Biathlon-Europameisterschaften – da müssen doch Medaillen hängen bleiben. Die größten Erwartungen weckt Nadine Horchler.

Die Europameisterschaften im slowakischen Osrblie beginnen am Samstag mit dem Sprint der Frauen. Der Deutsche Ski-Verband darf fünf Athletinnen schicken, weil Julian Döll (Oberhof) als dreifache Titelverteidigerin im Sprint, in der Verfolgung und im Einzel persönliches Startrecht besitzt. Mit ihr brechen heute aus dem Trainingsquartier in Ruhpolding vier junge Frauen zum EM-Ort auf, die aus dem Upland und dem angrenzenden Sauerland stammen: Nadine und Karolin Horchler aus Ottlar, Carolin Hennecke aus Stormbruch sowie Maren Hammerschmidt vom SK Winterberg.

Eine aus dem Quintett wird zur Zuschauerin, wenn zum Abschluss der Titelkämpfe am 2. Februar die Staffel gestartet wird. Die 3 x 6 km versprechen vielleicht am ehesten eine Medaille: Seit Europameisterschaften ausgetragen werden, also seit 1994, sind die deutschen Frauen nur in fünf Jahren leer ausgegangen.

Nadine Horchler ist nach dem Weltcup-Frust von Antholz mit Platz 36 im Sprint direkt wieder nach Ruhpolding gefahren. „Ich habe das Ergebnis von Antholz gut verdaut. Nachdem ich die Ergebnislisten angeschaut und einige Gespräche geführt habe, weiß ich, dass ich mit der Leistung aus dem IBU-Cup normalerweise eine Minute schneller gewesen wäre. Und dann wäre es ein guter 15. Platz gewesen“, gab die 25-Jährige vom SC Willingen zu Protokoll. Sie mutmaßt: „Vielleicht habe ich mir zu viel Druck gemacht und hat auch der kurzfristige Anreisestress ein besseres Ergebnis verhindert.“ Nun sei sie wieder motiviert, sagt Nadine Horchler. „Ich will bei der EM wieder sehr gute Ergebnisse erreichen.“ Im vergangen Jahr war die Ottlarerin, später als WLZ-FZ-Sportlerin des Jahres gewählt, zweifache Bronzemedaillengewinnerin bei den Titelkämpfen. In der Gesamtwertung des IBU-Cups ist sie Vierte trotz ihrer beiden Ausflüge in den Weltcup, die Führung hält Maren Hammerschmidt

Ihre Schwester Karolin Horchler ist zum ersten Mal bei einer Frauen-EM dabei. Die Vize-Junioren-Weltmeisterin im Einzel von 2010 erhofft sich Platzierungen unter den ersten zehn und will einen der vier Staffelplätze einnehmen. „Die Vorbereitung lief sehr gut. Ich bin fit und motiviert“, sagt die 21-Jährige, die für den WSV Clausthal-Zellerfeld startet. Für den Sprint zum Auftakt halten sich ihre Erwartungen indes in Grenzen: Ein Platz im Mittelfeld sollte es schon sein, um anschließend in der Verfolgung attackieren zu können. „Beim Schießen läuft’s derzeit besser als beim Laufen“, erklärt Karolin Horchler, die zuletzt beim IBU-Cup im französischen Haute Maurienne in der Verfolgung dank eines perfekten Schießergebnisses von Position 16 auf den neunten Rang vor lief. Mit einer ähnlichen Platzierung wäre sie auch in Osrblie zufrieden.Am meisten rechnet sie sich indes für das Einzelrennen am Dienstag aus: „Das ist meine beste Disziplin, da will ich klar in die Top Ten kommen.“ Mit guten Resultaten möchte sie sich zudem für die deutsche Staffel empfehlen: „Es ist klar mein Ziel, dabei zu sein. Dazu muss ich in den Rennen zuvor meine Leistung bringen“, weiß sie.

Ganz ähnlich äußert sich auch Carolin Hennecke. Die 25 Jahre alte Linksschützin vom SC Willingen weiß, wie sich eine EM-Medaille anfühlt, vor zwei Jahren holte sie mit der Staffel Bronze. „Ich hoffe, dass ich dabei bin“, sagt sie. Die Grundlage für die Staffel-Nominierung bilden die drei Einzelwettkämpfe. „Ich bin gesund und fühle mich auch wieder gut“, sagt Carolin Hennecke. Das ist in ihrem Fall deshalb eine Bemerkung wert, weil sie nach ihrem Weltcup-Debüt in Hochfilzen mit den Plätzen 25 und 26 von einer Erkältung aus der Bahn geworfen wurde und zwei IBU-Cups sausen lassen musste. „Die Spritzigkeit fehlt noch ein bisschen“, sagt sie.

Was sie erreichen will, weiß die Stormbrucherin, die im laufenden B-Weltcup Rang neun als beste Platzierung zu Buche stehen hat, ganz genau: „Mein großes Ziel ist ein Platz unter den ersten sechs.“ Die besten Chancen rechnet sie sich für Sprint und Verfolgung aus. „Das liegt mir mehr, aber ich muss halt schauen, wie ich nach der Krankheit drauf bin.“ Ein letzter Testwettkampf in ihrer Wahlheimat Ruhpolding ließ sich nicht schlecht an – Carolin Hennecke wurde ohne Schießfehler Zweite hinter Juliane Döll. (swe/mn)

Zeitplan, Frauen Samstag, 28. Jan., 13 Uhr: 7,5 km Sprint Sonntag, 29. Jan., 13 Uhr: 10 km Verfolg. Dienstag, 31. Jan., 10 Uhr: 15 km EinzelDonnerstag, 2. Feb., 10 Uhr: Staffel Frauen

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