Handball-Landesliga: Gerade noch die Kurve gekriegt

Nach Ligaerhalt bleibt Twistetal weitestgehend zusammen

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Hart attackiert: Der Twistetaler Linkshänder Jannik Bitter (Mitte) versucht sich gegen Maximilian Vaupel (links) und Gordan Suton (VfB Viktoria Bettenhausen) durchzusetzen. 

Wir haben unser Soll erfüllt“, sagt Twistetals Trainer Steffen Fingerhut über den Klassenerhalt der HSG in der Handball-Landesliga.

Mühlhausen. Über den Ligaverbleib freute sich auch Roland Weymann, der im vergangenen Sommer bei den Waldeckern die Nachfolge von HSG-Trainerdauerbrenner Dirk Wetekam angetreten hatte. „Nachdem unser Ligaerhalt feststand, haben wir eine halbe Stunde später gleich telefoniert“, sagt Fingerhut in Richtung seines Vorgängers, der nach dem Fehlstart mit 2:10 Punkten wegen zeitlicher Überlastung zurückgetreten war, sodass Fingerhut vom spielenden Co-Trainer zum Coach wurde.

Der zunächst vom HSG-Vorsitzenden Thomas Tönepöhl und später von Oliver Grötecke als Assistent unterstützte Fingerhut brachte dann das Team mit 13:15-Punkten auf Kurs, womit die Twistetaler gerade noch die Kurve bekamen und beim Saisonabbruch wegen des Coronavirus vor zwei Wochen als Elfter den Klassenerhalt geschafft hatten.

„Ich musste mir die Meldung des Hessischen Handballverbands schon noch einmal durchlesen. Als Sportler sieht man es natürlich auch mit einem weinenden Auge, dass die Serie schon vorbei ist“, sagt Fingerhut über den vorzeitigen Saisonabbruch sechs Spieltage vor Schluss, den er als „richtig“ bezeichnet. „Für den Verein ist der Klassenerhalt sehr wichtig“, auch weil die Leistungsunterschiede zur Bezirksoberliga „extrem groß sind.“ 

Nur Torwart Mettenheimer geht

Mit einem bis auf Torwart Tobias Mettenheimer (beruflich bedingter Umzug) unveränderten Kader, „das ist extrem positiv“, wird die HSG in die nächste Saison in der fünft- höchsten Spielklasse gehen. Dabei hofft Fingerhut, dass die kommende Spielzeit wie geplant am 12. September 2020 starten kann. Der 30-jährige Baustoffprüfer wird dann auch weiterhin an der Seitenlinie stehen, weil sein Engagement als Trainer „für die nächsten Jahre“ geplant ist.

„Unsere Formkurve ging nach oben. Es wäre noch wesentlich mehr für uns drin gewesen“, sagt der nur noch in der 2. Mannschaft (Bezirksliga A) spielende Fingerhut und führt einige knappe Niederlagen seines jungen Teams auch auf dessen mangelnde Erfahrung zurück.

Mit dem Top-Torschützen Jannik Bitter, „er ist durch seine Leistung zum Führungsspieler geworden“, so Fingerhut, und André Krouhs verfügt die HSG gleich über zwei sehr starke Halbrechte, die auch für die Entlastung von Torben Bender sorgen, dem Rechtsaußen und dritten Linkshänder im Team. „Er hat das Vertrauen zurückgezahlt“, sagt Fingerhut über den Gegenstoßspezialist. Mit Kreisläufer Glenn Fait, der in der 6:0-Abwehr der HSG mit Lars Fingerhut den Innenblock bildet, entwickelte sich ein weiterer Youngster weiter.

Geführt wurde das Team von Fingerhuts auf halblinks spielendem jüngerem Bruder Lars und Kreisläufer sowie Kapitän Nils Pohlmann. Der wegen des Australienaufenthalts von Linksaußen Luca Maier und der Herzoperation von Johannes Happe, der nach seiner Rückkehr in der kurzen Rückrunde auftrumpfte, wieder einmal aushelfende Routinier Christian Schüttler wurde zudem gleich wieder zum Wortführer der Waldecker, die mit Rang elf ihre Platzierung der Vorsaison wiederholten.

„Schritt nach vorn gemacht" 

„Wir haben einen Schritt nach vorne gemacht“, freute sich Fingerhut, dessen heimstarkes Team zwölf Punkte in der kleinen Mehrzweckhalle Mühlhausen holte und dabei auch dem Zweiten TV Hersfeld (31:31) und der viertplatzierten HSG Baunatal (29:29) trotzte, während es auswärts nur zu drei Zählern reichte. Darunter nach zuvor 0:14-Punkten in der Fremde dem sehr wichtigen 33:25-Sieg beim zwölftplatzierten Hünfelder SV. Dieser half mit, dass Fingerhut nun mit Weymann ein Bier auf den Klassenerhalt trinken kann. jh

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