Bezirksoberliga-Derby der Handballer: Korbach kann nicht gewinnen

Nach Schüttlers Matchball bebt die Halle

- Korbach. Handball als Megaereignis: Das Derby zwischen dem TSV Korbach und der HSG Twistetal sprengte am Samstag fast alle Dimensionen. Nur beim Ergebnis war alles wie immer – die HSG gewann, mit 27:26 (12:12) gewohnt knapp.

Etwa 1100 Zuschauer saßen dicht an dicht in der Kreissporthalle, als die Feuerwehr die Reißleine zog: Aus Gründen der Brandschutzsicherheit durfte niemand mehr hinein. Draußen bleiben mussten gut 200 frustrierte Handballfans, die zu spät an Ort und Stelle waren.

Die Stimmung in der Halle war großartig, wofür zunächst das Rahmenprogramm und dann die Handballer beider Teams sorgten. Dass die Partie den seit 14 Jahren gewohnten Sieger fand, tat den Gastgebern weh, ihnen blieb trotz heftiger Gegenwehr einmal nur die Anerkennung von Zuschauern und Gegner für die Organisation. Für die HSG Twistetal blieb die verteidigte Vorherrschaft in der Kreissporthalle etwas Besonders – und entsprechend ließ sie sich von ihren Fans feiern.

Das Derby war von Beginn an heiß umkämpft. Beide Abwehrreihen standen im Mittelpunkt des Geschehens. Jeweilige Führungen einer Mannschaft wurden schnell egalisiert. Beide Teams konnten spielerisch nicht immer überzeugen, warfen aber ihre Kampfkraft in die Waagschale.Überragender Korbacher Spieler war Marko Markovic, der von der HSG-Abwehr kaum zu stoppen war. Er überzeugte auch als sicherer Siebenmeterschütze. Mit einem leistungsgerechten 12:12 ging es in die Kabinen.

Auch in der zweiten Halbzeit ging es eng zu. Keine Mannschaft konnte sich zunächst absetzen. Bei der HSG setzte sich Daniel Krouhs nach seiner Einwechslung einige Male gut in Szene und erzielte wichtige Treffer. 18:18 stand es nach 42 Minuten.

Korbachs stärkste Phase folgte, die Hausherren gingen mit 18:16 in Führung. Dann rissen die Gäste wieder die Partie an sich, sie gingen durch Tore des überragenden Daniel Bohnstedt und Benjamin Buchloh bis zur 52. Minute mit 24:21 nach vorn.

Korbach geriet in diesem Spielabschnitt durch einige Undiszipliniertheiten in Unterzahl. Die Kreisstädter gaben sich aber nicht geschlagen. Durch eine offene Manndeckung kämpften sie sich 23:24 heran, scheiterten aber dreimal freistehend am sich in der Schlussphase steigernden Sebastian Jansen im Twistetaler Tor.

Das Derby gipfelte in einem Herzschlagfinale. Frieder Schmidt erzielte 60 Sekunden vor dem Abpfiff das 26:26. Der direkte Gegenzug brachte dann aber doch die Entscheidung zugunsten der Gäste. Christian Schüttler behielt die Nerven und erzielte den Siegtreffer. In den letzten 20 Sekunden konnten die Gastgeber den letzten Angriff nicht mehr erfolgreich abschließen. Die Twistetaler jubelten.

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