Biathlon-DM: Karolin Horchler im denkwürdigen 15-km-Einzel Vierte

Nadine „schwimmt“ zu Silber

Oberhof/Willingen - Nebel, Sturm und Dauerregen. Trotz der widrigen Bedingungen strahlte Nadine Horcher, denn mit Platz zwei im Einzel in Oberhof hat die Biathletin des SC Willingen bereits die dritte Medaille bei den deutschen Meisterschaften eingeheimst.

„Das war der Wahnsinn, es hat geschüttet wie aus Eimern“, kommentierte die 28-jährige Ottlarerin das erste Rennen in Thüringen; Teil eins der nationalen Titelkämpfe hatten am vergangenen Wochenende in Altenberg stattgefunden. „Das war sehr grenzwertig“, ergänzte ihre jüngere Schwester Karolin, die als Vierte über die 15 km ihr drittes Edelmetall knapp verpasste. Den Titel holte sich ihre Clausthal-Zellerfelder Vereinskollegin Franziska Hildebrand (52:11,7/5 Strafminuten), Bronze ging an Franziska Preuß (SC Haag, 53:03,1/6). Beim Anschießen bereits sorgte der starke Nebel für wenig Durchsicht, dann kam noch der Wind hinzu. „Geregnet hat es sowieso die ganze Zeit“, sagte Nadine Horchler. Ihr Heimtrainer Bernhard Kröll (Mittenwald) hatte sie entsprechend vorbereitet, „ich sollte mich ja nicht aus der Ruhe bringen lassen“. Das tat die Upländerin auch dann nicht, als sie im Liegenschießen je zwei Scheiben schwarz ließ. Läuferisch zeigte sie sich auch weiter verbessert. Als die direkt hinter ihr mit 30 Sekunden Abstand gestartete Franziska Hildebrand aufgelaufen war, „da konnte ich ohne Stress mit ihr mitlaufen“. Im Stehendanschlag verfehlte sie nur noch einmal das Ziel und gab vor allem nach den letzten fünf Treffern dann auf der Schlussrunde noch einmal richtig Gas. „Ich wusste überhaupt nicht, wo ich lag“, erkannte sie erst im Ziel, dass sie 20,8 Sekunden hinter der ebenfalls fünf „Fahrkarten“ lösende Hildebrand Vizemeisterin geworden war. Für Karolin Horchler lief es anfangs besser, 0-1-0 lautete das Fehlerbild der als sichere Schützin bekannte 25-Jährige. Aber beim letzten Schießen erwischte es auch sie. „Ich stand rund zwei Minuten da und habe alles versucht, aber ich hatte keine Chance“, gab es dort vier weitere Strafminuten. Am Ende lag sie 1:21,0 hinter Hildebrand und 30 Sekunden hinter dem Bronzerang. „Mit Platz vier kann ich trotz der ganzen Umstände zufrieden sein.“ Miriam Gössner, die nach überstandener Rückenverletzung wieder den Anschluss sucht, leistete sich zehn Fehler und beendete das Rennen unter 15 Starterinnen nur als Elfte. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren sind die Titelkämpfe keine Qualifikation für internationale Einsätze im Winter. Die offenen Weltcup-Startplätze werden erst in der dritten Novemberwoche in Skandinavien bei internen Qualifikationsrennen sowie beim ersten IBU-Cup vergeben. In einem Interview hatte die nicht mehr in einem Kader eingestufte Nadine Horchler unmissverständlich klar gemacht, dass sie dahin zurück will. „Ich quäle mich im Sommer ja nicht aus Spaß an der Freude die Berge hoch. Ich will wieder einen Platz im deutschen Weltcup-Team.“ Nach ihrem Sprintsieg hat sie eine weitere Duftmarke gesetzt.Bei den Herren gewann der Olympiazweite Erik Lesser (Frankenhain) vor Simon Schempp (Uhingen) und Michael Willeitner (Berchtesgaden). Heute stehen die Verbandsstaffeln auf dem Programm und am Sonntag zum Abschluss der Massenstart.

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