Olympia-Team trainiert in Planica – B-Team kommt zum Weltcup

Österreicher verzichten auf Willingen 

Wird nicht in Willingen fliegen. Der österreichische Skispringer Stefan Kraft. Foto: dpa

Zakopane. Österreichs Top-Skispringer um Doppel-Weltmeister Stefan Kraft werden geschlossen nicht zum Weltcup im hessischen Willingen anreisen.

Statt bei der Olympia-Generalprobe in Deutschland vom 2. bis 4. Februar zu starten, werden Kraft, Gregor Schlierenzauer und Co. einen gemeinsamen Trainingskurs im slowenischen Planica absolvieren und sich so auf die in knapp zwei Wochen beginnenden Winterspiele in Südkorea vorbereiten. Dies teilte Cheftrainer Heinz Kuttin nach dem Weltcup im polnischen Zakopane mit.

„Auszeit für Pyeongchang“

„Wir werden trainieren gehen und uns richtig vorbereiten. Wir nehmen uns die Auszeit, dass wir in Pyeongchang frisch sind, mutig sind und dass wir mit freiem Kopf skispringen“, sagte Kuttin. Neben Kraft und Schlierenzauer werden auch die weiteren Olympia-Starter Clemens Aigner, Manuel Fettner und Michael Hayböck nicht nach Deutschland reisen.

Kritik von Pointner

In Willingen soll stattdessen ein B-Team starten. Die bisherige Saison läuft für Österreichs Skispringer enttäuschend. Bei der prestigeträchtigen Vierschanzentournee war Michael Hayboeck als bester Springer der Alpenrepublik 14 – was einem Tiefschlag für die erfolgsverwöhnten Österreicher gleichkommt. Wenig Verständnis für die Entscheidung seines Nachfolgers Kuttin bringt Alexander Pointner auf, der zehn Jahre lang die goldene Ära der Superadler prägte: „Ich hätte als Cheftrainer anders entschieden. Es ist für mich schon sehr befremdlich, dass die Olympiamannschaft nicht nach Willingen kommt. Es ist nicht nur ein ganz wichtiger Schauplatz im Weltcup-Zirkus“, sagt der 47-Jährige. Gerade vor Olympischen Spielen sei der Wettbewerb im Upland ein gutes Pflaster gewesen.

2006 etwa, vor den Winterspielen in Turin. Auch da blieben die Österreicher bei der Vierschanzentournee mit Andreas Kofler auf Rang acht hinter den Erwartungen zurück. „Damals haben wir uns dann in Willingen das Selbstvertrauen für die Olympischen Spiele geholt.“ Kofler siegte auf der Mühlenkopfschanze vor Thomas Morgenstern, in Turin dann Morgenstern vor Kofler.

Pointner erinnert sich: „Es war richtig befreiend vor den Olympischen Spielen noch einmal solch einen Wettkampf wie den in Willingen zu haben und vor der Kulisse zu starten. Das war der Grundstein für Olympia.“ Es wäre die letzte Möglichkeit gewesen, sich Selbstvertrauen in einem Wettkampf zu holen. (dpa/mis) Foto: dpa

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