850 Zuschauer feiern erfolgreiche Titelverteidigung des Korbacher Profiboxers  

Mario Jassmann: K.o.-Sieg in der fünften Runde  

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Zeigt seine Meisterwürde: Mario Jassmann mit Gürtel nach seinem Sieg am Abend in der Korbacher Kreissporthalle 

+++ Aktualisiert +++Korbach - Der Meistergürtel bleibt in Korbach. Profiboxer Mario Jassmann hat am Abend zum dritten Mal seinen Titel als Internationaler deutscher Mittelgewichtsmeister erfolgreich verteidigt: K.o.-Sieg in Runde fünf.

Als es schon bald auf Mitternacht zuging, feierten die 850 Zuschauer in der Kreissporthalle ihren Helden. Mit einer konzentrierten und überzeugenden Leistung hatte Jassmann seinem finnischen Gegner Mika Joensuu keine wirkliche Chance gelassen. Genau um 23:04 Uhr stand sein 18. Erfolg im 18. Fight als Profi fest. 

"Ein harter Gegner", meinte Jassmann in einer ersten Reaktion am Ring. "Er hat sehr viel eingesteckt und sah ja aus, als wäre er vom Trecker überfahren worden." Joensuu boxte von Beginn an sehr defensiv und suchte den Infight, während Jassmann eher auf Distanz ging.

Mit gezielten Leberhaken den Gegner zermürbt

Ab der zweiten Runde dann legte sich der Korbacher (31) seinen zwei Jahre älteren Gegner förmlich für die Entscheidung zurecht. Immer wieder suchte er den Weg zum Körper des Mannes aus Oulu. Mit gezielten Leberhaken zermürbte er den Finnen zusehends.

Jassmann fand die Zeit, das Publikum mit Gesten zum Mitmachen aufzufordern. Zwischendurch feierte es ihren Mann mit  "Mario, Mario"-Sprechchören. Lebhaft wurden die Zuschauer in der vierten Runde, als die Treffer offensichtlich Wirkung zeigten. Joensuu ging erstmals in die Knie, rettete sich aber in die Pause.

 

Aus nach einem Kopftreffer

Die fünfte Runde dauerte nicht lang. Nach zwei weiteren Leberhaken und einer Rechten an den Kopf brach Ringrichter Frank Maaß das ungleich gewordene Duell ab. "Die Vielzahl der Treffer hat's dann gemacht", meinte Jassmann. 

Selbstkritisch wollte er nicht von einer Glanzleistung sprechen. "Ich war am Anfang ein bisschen fest. Und hier in Korbach ist es schwierig, eine Glanzleistung zu liefern, weil ich es hier besonders gut machen möchte",  meinte er.

Jassmann nimmt Europa in den Blick

"Es hat Spaß gemacht", ließ Jassmann das geduldige Publikum nach dem letzten der insgesamt elf Kämpfe wissen. Dann nahm er von Helmut Ranze, ehemaliger deutscher Nationaltrainer (unter dem auch Marios Vater Reinhard international boxte) und als Supervisor des Bunds Deutscher Berufsboxer in einem neuen Amt, den Gürtel als alter und neuer Meister entgegen.

Trainer Kai Kurzawa hatte nichts zu meckern: „Das hat er super gemacht.“ Der Gegner sei boxerisch zwar nicht so stark gewesen, mit seiner Doppeldeckung aber sehr unbequem. „Es war völlig okay“, sagte Kurzawa. 

Schütze: Es gab schon Angebote

Der Kampf war rasch abgehakt. Das Jassmann-Lager treibt der nächste Schritt um, der Boxer will nach Europa. „Wir suchen jetzt neue und größere Aufgaben“, sagte sein Trainer. Vater Reinhard traut es dem Sohn sportlich zu, gegen bessere Gegner zu bestehen – eben wegen der starken Linken zum Körper. Mit seinen präzisen Leberhaken könne Mario gegen manchen hochgelobteren Gegner bestehen, sagte er.

Mario Jassmann kommt durch: Treffer zum Kopf von Mika Joensuu. 

Auch Promoter Schütze sagte, sein Mann habe sportlich das Zeug zu mehr. Es habe auch schon Angebote gegeben, Schütze stufte sie salopp in die Kategorie „goldene Ananas“ ein. „Wir möchten eine faire Chance und nicht drei Wochen vorher angerufen werden, um irgendwo gegen irgendwen für kleines Geld zu boxen.“ 

Für Korbach wohl zu teuer

Es geht um größere Summen. Rund 100 000 Euro koste ein Kampf unter Ägide der European Boxing Union (EBU), sagten Schütze und Jassmann. In Korbach ist das kaum durch lokale Sponsoren zu finanzieren und überhaupt wohl nur machbar, wenn Fernsehgelder fließen. „Wir boxen das, was wir uns leisten können“, sagte Schütze. Wenn dann jemand sage, er wolle gegen den internationalen Meister des BDB boxen, „dann machen wir das. Das kann sich aber nur jemand leisten, der einen Fernseh-Vertrag hat.“ 

Mario Jassmann ist mittlerweile bei der EBU im Mittelgewicht gerankt; laut der Internetseite box-rec steht er in Europa in dieser Gewichtsklasse an 83. Stelle. Ganz oben steht bei der EBU ein anderer Deutscher: Jack Culcay, Weltergewichts-Weltmeister von 2009. Ein Vertreter seines Berliner Boxstalls Agon Sports & Events war am Samstag am Ring.

Die Bilder zum Boxabend finden Sie hier

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