Mit Projekt von Sportkreis,  Landesverband und Sportjugend werden Vereine und Schulen besuchen

Trendsport auf Tour: das Floorball-Mobil kommt

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Haben schon mal ausgepackt (von links): Sportkreis-Chef Uwe Steuber, Verbands-Vizepräsident Stefan Schäfer aus Fürstenberg und Integrations-Koordinator Frank Eser vor dem Floorball-Mobil.

Korbach. Floorball geht auf Reisen. Es muss nur eingeladen werden, dann kommt es zu Besuch bei Schulen, Vereinen und auf Veranstaltungen, und es kommt gern.

Möglich macht das ein gestern vorgestelltes Projekt von Landesverband, Sportkreis Waldeck-Frankenberg und Sportjugend Hessen. Sie haben gemeinsam ein Floorball-Mobil angeschafft: einen Anhänger mit Spielbande, zwei Sätzen Schläger, Bällen und weiterem Trainings-Equipment.

Die Kosten betragen 9000 Euro, jeder der drei Partner übernimmt ein Drittel. Ihr Ziel ist einfach – sie wollen das „Eishockey ohne Eis“ populärer machen. Drei Zielgruppen haben sie im Blick: Schüler, (junge) Vereinsmitglieder, die eine Alternative im Mannschaftssport suchen, und Menschen mit Migrations-Hintergrund. Praktisch geht das so: Schulen oder Vereine fordern das Mobil an (es kostet nichts), vor Ort wird am vereinbarten Termin eine Spielfläche aufgebaut, und schon kann’s losgehen mit der Schnupperstunde.

„Floorball ist eine echte Alternative für Mädchen im Schulsport“, sagt Sportkreis-Chef Uwe Steuber. Auch Stefan Schäfer findet: „Wenn ich Floorball mehr etablieren will, muss ich in die Schulen gehen.“ Schäfer ist Vizepräsident Sportentwicklung im Floorball-Verband Hessen und hat das Spiel in der Region entscheidend vorangebracht. Er ist beim SV Fürstenberg zu Hause – der Verein ist, wenn man so will, die Floorball-Keimzelle im Sportkreis.

Schäfer kommt fürs Training

Aus der Not geboren, mobilisierte das schnelle Stockschlagspiel im SV nicht nur viele Kinder – mittlerweile hat eine dritte Trainingsgruppe aufgemacht –, sondern brachte auch das Vereinsleben an sich auf Trab.

Grundschulen haben es ebenfalls entdeckt. Sechs beteiligten sich im April am ersten Floorball-Turnier in Waldeck-Frankenberg, zwölf werden es beim zweiten Aufschlag 2019 im Rahmen des neuen Grundschul-Cups sein. Die Schulen schreckten jedoch angesichts oft knapper Budgets für den Schulsport vor größeren Investitionen zurück. Das vom Fürstenberger betreute Floorball-Mobil kann die Lücke nur für einen Schnupperkurs, eine anderthalbstündige Trainingseinheit schließen. Die Hoffnung der Initiatoren ist, dass sie einen Impuls setzen und die Schulen selbst was anschaffen.

Damit verbunden ist ein weiteres Ziel Schäfers: Floorball auch in den weiterführenden Schulen und im Programm „Jugend trainiert für Olympia“ zu etablieren. Drei Lehrerfortbildungen bisher stießen schon mal auf reges Interesse. 

Einfache Regeln, leicht zu lernen

Beim SV Fürstenberg entdeckten in den Anfängen auch Flüchtlinge Floorball rasch für sich. „Das hat die Integration gepusht“, sagt Sportkreis-Chef Uwe Steuber. Damit ist Frank Eser (Rodgau) im Boot. Er arbeitet für Sportjugend und Landessportbund Hessen als Koordinator im Bereich der Integration. Entscheidend für Eser waren die Charakteristika des Spiels: einfaches Regelwerk, leicht zu lernen, recht körperlose Aktion, gemischte Teams. „Es passt zu unserer Klientel“, sagt er, Flüchtlinge, Asylsuchende, überhaupt Migranten. Außerdem wird Floorball Teil des Angebots des Sportcamps in Harbshausen; es wird von der Sportjugend betrieben.

Eser spricht auch davon, dass die Sportart mithilfe des Floorball-Mobils womöglich in mehr Vereinen verankert werden kann. Die Eigenschaften des Spiels machen den Einstieg für alle leicht. 

Ein Knackpunkt. Aktuell zählt der Landesverband nur zwölf Vereine zu den Seinen, der SV Fürstenberg ist einziger Anbieter im Sportkreis. „Wir schaffen es nicht, weitere Vereine zu begeistern“, räumt Stefan Schäfer ein. Es gibt dafür schlicht zu wenig Trainer und Übungsleiter. 

Das Floorball-Mobil kann angefordert werden beim Sportkreis unter der Mailadresse: Kerstin.Muehlhausen @lkwafkb.de. Telefon: 05631/954-459.

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