Biathlon: Nadine Horchler Meisterin im Sprint, Karolin Horchler zweimal Zweite

Auf den Punkt genau fit

Willingen/Altenberg - Nadine Horchler ist deutsche Biathlon-Meisterin im Sprint und Dritte in der Verfolgung. Ihre Schwester Karolin durfte sich bei Teil eins der nationalen Titelkämpfe in Altenberg über zwei Silbermedaillen freuen.

„Ich wollte ein gutes Rennen machen“, freute sich Nadine Horchler nach dem 7,5-km-Sprint, „und das hat geklappt.“ Die 28-Jährige vom SC Willingen hatte nach 23:18,7 Minuten gute 23,8 Sekunden Vorsprung vor Karolin. Beide ließen im Stehendschießen jeweils eine Scheibe schwarz. „Der Wind war manchmal tückisch“, meinte Nadine, „da musste man schon mal ein, zwei Rasten drehen.“ Aber die Sache war beherrschbar. „Ich habe am Schießstand einige Sekunden verloren“, sagte Karolin, „aber die Sicherheit ging vor.“ Auf der Strecke machten allen 18 Starterinnen die hochsommerlichen Temperaturen zu schaffen. „Ich konnte auf der letzten Runde meinen Vorsprung verteidigen“, biss sich Nadine ebenso durch wie ihre Schwester. Die 25-Jährige vom WSV Clausthal-Zellerfeld war zwei Startnummern später gestartet, kam aber im Familienduell nicht mehr heran. „Dennoch bin ich mehr als zufrieden, das war super“, strahlte Karolin, die im Vorjahr den DM-Sprint gewonnen hatte. Sie verwies Franziska Hildebrand (23:50,0) um 7,5 Sekunden auf den Bronzerang. Die Siegerin des Speziallanglaufs am Freitag hatte zuvor drei „Fahrkarten“ gelöst. Ein völlig misslungenes Comeback gab es für Miriam Gössner. Die Garmischerin, die die Olympischen Winterspiele in Sotschi wegen einer Verletzung verpasst hatte, kam lediglich auf Platz 13. Dabei versagte sie am Schießstand, traf von zehn möglichen Scheiben nur drei und hatte im Ziel 3:28,9 Minuten Rückstand auf Nadine Horchler. Gössner völlig daneben Gestern in der Verfolgung trat Gössner nicht mehr an. Das Rennen stand wegen eines Gewitters sogar vor der Absage. Aber mit einer Stunde Verzögerung wurden die noch 16 Damen angesichts der regennassen Strecke auf eine verkürzte Doppelrunde geschickt. Dabei büßte Nadine Horchler ihre Führung bald ein. „Ein Fehler kann passieren, aber drei sind zu viel“, sagte sie zu ihren Fehlschüssen. „Am Ende hat es aber doch noch zu einer Medaille gereicht“, freute sich die Wahl-Mittenwalderin. Nach 59:39,8 Minuten hatte sie 2:06,8 Rückstand auf Franziska Hildebrand (55:34,9/1), die nur im ersten Stehendanschlag einmal danebenzielte. 46,8 Sekunden hinter ihrer Teamkollegin vom WSV Clausthal-Zellerfeld landete Karolin Horchler erneut auf Platz zwei. „Das war wieder ein guter Wettkampf“, war die 25-jährige Sportsoldatin zufrieden, „ich habe aus dem Hin und Her das Beste gemacht.“ Mit den jeweils zwei Medaillen waren die Schwestern mit dem Wochenende in Sachsen zufrieden. Auch wenn die DM-Ergebnisse in diesem Jahr nicht für die Berufung in den Weltcup- und IBU-Cup-Kader zählen, so war es für beide doch wichtig, Aufmerksamkeit zu erregen. Ab kommenden Freitag stehen in Oberhof noch Einzel, Staffel und Massenstart auf dem Programm. Während Karolin Horchler direkt von Altenberg nach Thüringen reist, legt Nadine bis Mittwoch noch einen Zwischenstopp in Mittenwald ein. Bei den Männern hat Arnd Peiffer einen Doppelsieg gefeiert. Der frühere Weltmeister setzte sich nach seinem Sprint-Sieg auch in der 12,5-Kilometer-Verfolgung durch. Bei zwei Schießfehlern gewann er mit 1:03,2 Minuten Vorsprung vor Simon Schempp (Uhingen), der sich mit der besten Laufleistung und nur einer Strafrunde vom sechsten Rang im Sprint noch nach vorn schob.Dritter wurde der Sprint-Zweite Erik Lesser (Frankenhain) mit 1:21,9 Minuten Rückstand auch wegen vier Schießfehlern.

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