Lob für integratives Engagement: 

Sportjugend Hessen zeichnet Boxsparte des TSV Korbach aus

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Sich zu wehren wissen: Die Frauen in der Boxabteilung des TSV Korbach trainieren weniger für Auftritte im Ring sondern mehr zur Selbstverteidigung. Die Sparte mit ihrem Leiter Reinhard Jassmann (rechts) wurde von der Sportjugend Hessen für ihr integratives Engagement geehrt und sie fördert die Gruppe mit bis zu 2400 Euro pro Jahr . Foto: hennig

Korbach – Die Sportjugend Hessen zeichnete die Boxabteilung des TSV Korbach für ihr integratives Engagement aus und fördert in den kommenden fünf Jahren die Arbeit von Reinhard Jassmann und seinem Team mit bis zu 2400 Euro per anno.

Als Gründe für die Auszeichnung nannte Peter Schreiber vom Regionalbüro Nordhessen den integrativen Ansatz der TSV-Boxabteilung, die Vermittlung von Respekt vor der Leistung der anderen, dass das Trainerteam auch Jugendlichen mit schwierigem sozialen Hintergrund Zeit zur Entwicklung lassen würde.

Die vorbildliche Nachwuchsarbeit durch aktive Ansprache an den Schulen, im Schwimmbad oder an anderen Jugend-Treffpunkten erweise sich als weitere Konstante.

Ein zusätzliches Argument für die Auszeichnung der TSV-Sparte sei die Vermittlung von Selbstvertrauen und Fitness in einer männlich dominierten Sportart in der erst im Februar gegründeten Frauenboxabteilung.

Während einer Trainingseinheit der Boxgruppe besuchte Peter Schreiber vom Regionalbüro Nordhessen die bereits mehrfach ausgezeichnete Abteilung in ihren Räumen in einem Fitnessstudio am Südring.

„Seitdem wir dort sind haben wir bessere Trainingsbedingungen, weil wir unabhängig von den Schulen und damit auch von den Hallenöffnungszeiten sind“, sagte Jassmann. Da niemand mehr an bestimmte Nutzungszeiten gebunden sei, könnten sich in der Gruppe sogar Schichtarbeiter fit halten. Zusätzlich gebe es keine Unterbrechungen mehr durch die Ferien.

„Das haben wir alles Carolin Dobersch zu verdanken, unsere Cheforganisatorin“, betont Jassmann und gibt damit die Verdienste für die jüngsten Erfolge, zu denen auch die Frauen-Boxabteilung gehört, an die Projektmanagerin und das Team weiter, das jeden Aspekt des Trainings im Blickfeld habe.

Im sportlichen Bereich leisten die Trainer Waldemar Maier und Sengül Ciplak hervorragende Arbeit bei den Frauen.

Aktuell seien 16 Mädchen konstant im Training, wenn gelegentliche Gäste hinzu kämen, werde es auch schon mal eng, sagte Jassmann, der 20 Teilnehmer für das Maximum in der Halle hält.

Die älteste Frau der Abteilung sei 54 Jahre alt, am längsten dabei seien Nadine und Lara Sölder, die schon im Alter von neun Jahren mit dem Boxen begonnen haben.

Das Wettkampfboxen spielt bei dieser Frauensparte des TSV Korbach eher eine Nebenrolle, es geht mehr darum Selbstbewusstsein zu entwickeln und um die Fähigkeit zur Selbstverteidigung.

Dabei hätten drei Teilnehmerinnen am Training durchaus das Zeug auch im Kampf um Titel im Ring zu bestehen, sagt Jassmann. (ahi) 

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