Titelkämpfe des Kreisreiterbundes Waldeck-Frankenberg in Korbach

Richard Friedrich und Julia Göbel gewinnen Kreismeistertitel

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Strahlender Kreismeister im Springreiten: Richard Friedrich eingerahmt von der Zweitplatzierten Carina Pöttner (links) und Kerstin Heuer.

Korbach – Als er auch den 13. Sprung im M*-Stechen fehlerfrei überwunden hatte, stieß er ein lautes „Jaah“ aus. Richard Friedrich (RFV Sachsenhausen) ist nach 2015 und 2016 erneut Kreismeister der Springreiter.

Im Dressur-Viereck triumphierte Julia Göbel vom ausrichtenden RFV Korbach und Umgebung.

Friedrich hatte nach der M*-Prüfung am ersten Tag noch hinter Carina Pöttner gelegen, aber die Titelträgerin von 2017 belegte in der Meisterschaftswertung innerhalb des M* am Sonntag auf Pertina nur den dritten Platz. Dazwischen hatte sich Kerstin Heuer vom RFV Frankenberg mit Cheeky W. geschoben, die damit als Dritte aufs Siegerpodest steigen durfte.

„Das es so klappt, das war nicht abzusehen“, hatte sich Friedrich auf Cyppy mit seiner erst achtjährigen Stute eher als Außenseiter gesehen. „Sie reitet eine tolle Saison“, war der 53-jährige Hufschmied aus Nieder-Waroldern mit ihr freilich auch schon in Fritzlar in einem M** Fünfter geworden.

Malgozata Buzinska punktgleich Zweite

Ganz eng ging es bei der Entscheidung im Dressur-Viereck zu. Nach den beiden M* waren Julia Göbel und Malgozata Buzinska punktgleich, aber für den Fall war die zweite Prüfung als ausschlaggebend ausgeschrieben worden. Und die gewann die Lokalmatadorin auf Roxette mit 7,4 Punkten vor ihrer Konkurrentin vom RFVPZV Ellersgrund-Gemünden (7,3). „Sie ist unterschiedlich drauf“, beschrieb Göbel ihre bereits 17 Jahre alte, aber immer noch frische Stute. Genau zum richtigen Zeitpunkt zeigte sie sich aber auf ihrer Heimanlage am Ziegelhütter Weg von ihrer besten Seite.

Die Besten im Dressur-Viereck: Titelträgerin Julia Göbel (Mitte) mit der Zweiten Malgozata Buzinska (links) und Nadine Geißer.

Davon war sie als Gesamtfünfte (7,1) im ersten Wettbewerb einige Stunden zuvor noch ein Stück weit entfernt gewesen. Den Sieg hatte sich Buzinska mit Heiße Liebe mit starken 7,7 geholt. Am Ende reichte das aber nicht, weil sich keine der drei anderen Konkurrentinnen um die Kreismeisterschaft zwischen die 25-jährige Litauerin und Göbel geschoben hatte. So durfte sich die Amazone aus Twiste über den Sieg freuen, und darüber, dass sie mit ihrer Tochter Johanna in einer Prüfung reiten durfte; die 17-Jährige wurde mit T.J.Mo Vierte.

Es gab vor der Siegerehrung einige Diskussionen, weil Buzinska insgesamt mehr Wertnoten gesammelt hatte, aber für die Kreismeisterschaften nur die Platzierungen untereinander herangezogen wurden. Die Bereiterin aus Vilnius, die seit sechs Wochen auf dem Gestüt Hof Ellersgrund arbeitet, war aber selbst auch mit Platz „sehr glücklich“. Denn normalerweise dauere es ein halbes Jahr, „bis das Pferd versteht, was ich von ihm will“. Das gilt zumindest für die höheren Prüfungen, die Buzinska schon in vielen Ländern, wo sie gearbeitet hat, geritten ist, sei es in Ungarn oder den USA. In Japan ist sie sogar Grand Prix gegangen. 

Kinder spezialisieren sich immer früher

Nachdem im vergangenen Jahr in Ernsthausen der Titel in der höchsten Leistungsklasse 2+3 im Springen mangels Masse nicht vergeben werden konnte, ritten jetzt zumindest wieder fünf Teilnehmer ein; genauso viele wie in der Dressur. „Ich bin froh, dass wir sie wieder durchführen konnten“, erklärte Jutta Bonacker, die Vorsitzende des Kreisreiterbundes, „aber es dürfen gerne noch mehr sein“. Aber das dürfte schwierig werden, meint auch Julia Göbel, „schade, dass die Kreismeisterschaft offenbar nicht mehr so viel zählt“.

Der Titel in der kombinierten Wertung der Leistungsklassen 5+6 konnte aus einem anderen Grund nicht vergeben werden. „Der Nachwuchs spezialisiert sich immer früher“, findet Bonacker die Entwicklung keineswegs gut, nachdem in der Vergangenheit bis zu den L-Prüfungen noch Springen und Dressur trainiert wurde. „Die Kinder haben heute ganz klare Vorstellungen“, ergänzte Erik Rasner, der zweite Vorsitzende des Kreisreiterbundes, „das ist nicht mehr wie vor zehn Jahren noch“.

Die weiteren Kreismeister

Dressur - LK 4: 1. Julia Piechot, 2. Heike Eisenmann (beide RFV Vöhl), 3. Stefanie Jakob (RFV Im Quellental Lelbach); LK 5+6: 1. Pauline Schraps (RV Bad Wildungen), 2. Johanna Albrecht (RFV Vöhl), 3. Apolonia Edelmann (RFV Rosenthal-Willershausen)

Springen – LK 4: Ute Schieferdecker (LRFV Bad Arolsen), 2. Marlin Leonie Dietzel (RV Bad Wildungen), 3. Jennifer Prehn (RFV St. Kilian Korbach); LK5+6: 1. Celine Zimmermann (SV Nieder-Waroldern), 2. Sarah Conradi, 3. Kira Gräbe (beide RFV St. Kilian Korbach) 

Mannschaft: 1. SV Nieder-Waroldern (Johanna Fahle, Celine Zimmermann, Viktoria Schütz, Lara-Joy Paul), 2. RFV Korbach (Louisa Tent, Andreas Hocke, Jil Langerzik, Daniela Hocke), 3. RFV St. Kilian Korbach (Jennifer Prehn, Finja Gräbe, Kira Gräbe)

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