Reitturnier Bad Wildungen: Möller entthront Lokalmatador und wird Verbandsmeister – Rosenow Dritter

Erds S*-Sieg reicht nicht für Titel

Sektdusche für den Titelträger: Der Bad Wildunger Daniel Erd (links) und der Bad Arolser Wulfdietrich Rosenow (rechts) begießen den neuen Verbandsmeister der Springreiter, Heino Möller (Borken). Fotos: bb 

Bad Wildungen. Was für ein Jubel beim Preis der Stadt Bad Wildungen, was für ein Finale des Reitturniers.

Die große Zuschauerkulisse auf der Anlage am Talquellenweg feierte am Sonntag den Sieger der Springprüfung der Klasse S* mit Stechen mit großem Applaus. Nicht etwa ein Berufsreiter, sondern Lokalmatador Daniel Erd schnappte sich die Siegerschleife mit dem 16-Jährigen Wallach Cape Town de Pierre Z.

Doch dieser Erfolg wurde durch einen kleinen Wermutstropfen getrübt. Er reichte dem Dachdeckermeister nicht mehr aus, um den Verbandsmeistertitel zu verteidigen. Erd musste diesmal mit Rang zwei vorlieb nehmen. „Für eine Titelverteidigung hatte ich in den Freitags- und Samstagsprüfungen zu viel Pech“, beschrieb der Lokalmatador seinen Turnierverlauf, Die Siegerschleife für den Verbandschampion angelte sich der Borkener Heino Möller.

Auf eine kleine Chance hatte Erd im letzten von drei Springen, die zur Verbandsmeisterschaft zählten, noch gehofft. Möller hätte das Stechen im S*-Springen verpassen müssen. Den Gefallen tat der ihm aber nicht mehr. Mit 45,5 Zählern lag Möller vor Erd (34).

Diesen zweiten Platz hatte lange Zeit Wulfdietrich Rosenow inne, der aber durch den Sieg von Erd auf Rang drei zurückfiel. „Ich freue mich auch über den dritten Platz“ sagte der Bad Arolser. „Im Springen habe ich mich noch geärgert, denn dieser Fehler hätte nicht passieren dürfen“, erklärte der Altmeister selbstkritisch, der 31 Punkte holte.

Doch den Preis seiner Heimatstadt konnte Erd keiner mehr nehmen. Er blieb in diesem S*-Springen ohne Abwurf, wie zehn weitere Reiter aus dem 34-köpfigen Starterfeld.

Doch im Stechen stand eine starke Konkurrenz, unter anderem Abo-Sieger Frank Plock (Borken) mit drei Pferden und die nationale Spitzenreiterin Leonie Jonigkeit (Wolbeck).

„Es ist eher ein Nachteil wenn man im Stechen vorlegen muss, denn die nachfolgenden Teilnehmer können sich daran orientieren“ sagte Erd nach dem Wettkampf.

Es sei denn, man legt die Messlatte derart hoch, dass sich die weiteren Starter daran die Zähne ausbeißen. Und genau das schafften Erd und sein Wallach. Sie blieben fehlerfrei in 36,32 Sekunden.

Zeit für Konkurrenz zu gut

Der Ritt sah optisch schnell aus, aber der dreifache Plock sollte ja noch kommen. Mit Eclips war der Borkener schneller (35,81) als Erd, blieb aber nicht fehlerfrei. Auf Fantasie blieben alle Stangen liegen, aber im Ziel fehlten Plock drei Hundertstelsekunden um an Erd vorbeizuziehen. Doch Plock hatte noch einen Trumpf parat: die Vorjahressiegerin Miss Picky. Unvergessen der fulminante Siegesritt im letztjährigen Stechen. Die Zeit der schnellen Stute von 35,77 Sekunden hätte auch wieder für den Sieg gereicht. aber ein Abwurf zerstörte die Titelverteidigung.

„Scheinbar war der Druck auf die Konkurrenz nach meiner Vorlage zu groß“, freute sich Erd. War das sein bisher größter Erfolg? Erd musste mit seiner Antwort nur kurz überlegen. „Ja, absolut. Ich habe das große Springen hier in Bad Wildungen noch nie gewonnen.“ Er sei hier ja nicht nur Reiter, sondern habe auch den Stress bei der Vorbereitung dieses Turniers. Und Plock gab sich als fairer Verlierer. „Ich habe nichts abgeschenkt. Es freut mich für Daniel Erd, dass er vor heimischen Publikum gewonnen hat“. (bb)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare