Tischtennis-Hessenliga

SV Rennertehausen feiert den 7:7-Coup in Kassel

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Nervenstark im letzten Spiel: Ute Ernst gab einen prima Einstand beim SVR.

Kassel - Nur kein Zu-Null, das hatten sich die Rennertehäuser Aufsteigerinnen geschworen. Das Remis beim Favoriten übertraf alle Erwartungen - und deutet an: Sie können mithalten in der neuen Umgebung.

Ute Ernst stand als Letzte am Tisch, die anderen mitfiebernd, Daumen drückend oder Punkte zählend dabei. Hopp oder top. 0:2 lag die Nummer zwei des SV Rennertehausen gegen Laura Pingel, Nummer drei der Spvgg. Auedamm, zurück. Dann drehte die Neue im Team auf. Anschluss, Ausgleich und schließlich mit 11:5 der Sieg. Die kleine Sensation stand, die vier vom SVR fielen sich in die Arme. Angekommen in der Hessenliga.

Eine war besonders froh: Melanie Landau. „Es war hochverdient und wäre echt ärgerlich gewesen, wenn wir mit einem 6:8 aus der Halle gegangen wären“, sagte die Teamchefin. Diesen Satz darf man sich ruhig ein bisschen auf der Zunge zergehen lassen - vor der Begegnung hätten alle eine knappe Niederlage als Erfolg bewertet.

Doch der Spielverlauf schrieb eine andere Geschichte. „Unser Grinsen wurde immer breiter“, erzählte Melanie Landau. Zwischenzeitlich führten die Gäste mit 6:4 gegen die Kasselerinnen, die in ihrem ersten Spiel die eigene „Dritte“ mit 8:1 abgeschossen und entsprechend Respekt verbreitet hatten.

Gleich in den Doppeln gewann das SVR-Quartett Selbstvertrauen. Nina Klaus-Materna und Jessica Engelbach unterlagen Lisa Herbach/Margret Sö­the zwar in vier Sätzen, doch das neue Doppel Landau/Ernst sicherte in fünf Sätzen gegen Tanja Mau/Laura Pingel den ersten Hessenliga-Punkt.

Im Einzel schlüpfte ausgerechnet Melanie Landau in die Rolle des Pechvogels. Erst unterlag sie Mau mit 12:14 im fünften Satz, dann wiederholte sich das Drama mit 14:16 gegen Herbach, ebenfalls im Entscheidungssatz versteht sich. In beiden Spitzeneinzeln vergab die Nummer eins des SVR Matchbälle und war hinterher ziemlich zerknirscht. „Das darf eigentlich nicht passieren, dafür ist man ja eigentlich alt genug, um den Sack dann zuzumachen“, sagte sie.

Doch zeigten auch und vielleicht gerade diese Spiele einen Unterschied zwischen Verbands- und Hessenliga auf, den Melanie Landau so formulierte: „In der Klasse macht keine einen leichten Fehler.“ Auch gebe keine einen Satz vorzeitig verloren. „Man bekommt nichts geschenkt und muss sich alles erarbeiten“, sagte sie.

Die anderen hätten „umso geiler“ gespielt, fand die Mannschaftsführerin. Ute Ernst unterlag Herbach zwar ebenfalls in fünf Sätzen, zog dafür aber Mau ab. Auf der drei und vier gewannen Nina Klaus-Materna und Jessica Engelbach ihre Partien im zweiten Paarkreuz jeweils sicher gegen Pingel und Söthe, und vor den Paarkreuz-übergreifenden Duellen führte der Außenseiter mit zwei Punkten.

Und doch hing der Teilerfolg plötzlich am seidenen Faden, als Landau, Klaus-Materna und Engelbach neben- und nacheinander drei Punkte abgaben. „Echt schade, wenn wir jetzt noch verlieren“, habe sie da gedacht, erzählte Melanie Landau. Ihre Sorge war unbegründet, Ute Ernst besorgte das Happy End und von der Teamchefin fielen Lasten ab: „Ich war so erleichtert, dass Ute noch gewonnen hat.“

Die Rennertehäuserinnen haben jetzt vier Wochen Zeit, um sich auf den zweiten Gegner vorzubereiten. Zur Heimpremiere am 26. Oktober kommt die KSG Haunedorf. Wie sie das Unentschieden von Kassel einordnen sollen? „Schwer zu beurteilen, ob Auedamm ein Maßstab dafür ist, wer oben mitspielen kann und wer nicht“, sagte Landau. Sie denke aber, dass der Gegner mit seinen Spielerinnen, die in der vergangenen Saison noch in der Oberliga-Mannschaft gespielt hätten, „schon nicht schlecht“ sei. Das sind die Rennertehäuser garantiert auch nicht.

Ergebnisse: Herbach/Söthe - Klaus-Materna/Engelbach 11:7, 11:8, 10:12, 11:8; Mau/Pingel - Landau/Ernst 11:9, 11:6, 6:11, 12:14, 7:11; Herbach - Ernst 6:11, 8:11, 11:7, 11:1, 11:8; Mau - Lan­dau 12:10, 11:9, 8:11, 9:11, 14:12; Söthe - Engelbach 11:8, 8:11, 8:11, 10:12; Pingel - Klaus-Materna 10:12, 12:10, 5:11, 7:11; Herbach - Landau 11:9, 9:11, 6:11, 11:7, 16:14; Mau - Ernst 11:9, 8:11, 13:15, 6:11; Söthe - Klaus-Materna 8:11, 10:12, 7:11; Pingel - Engelbach 7:11, 10:12, 5:11; Sö­the - Landau 11:4, 11:6, 12:10; Herbach - Klaus-Materna 11:8, 11:3, 11:6, Mau - Engelbach 7:11, 11:6, 11:4, 11:5, Pingel - Ernst 12:10, 11:9, 5:11, 7:11, 5:11.

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