Fußball-Gruppenliga Kassel: Derby in Willingen – Altenlotheim selbstbewusst

Respekt schon, aber keine Angst

- Willingen (ni/ahi). Erster gegen Dritter, stärkste Abwehr kontra stärksten Angriff, fünf Siege in Folge gegenüber sechs – das Derby der Fußball-Gruppenliga Kassel zwischen dem SC Willingen und dem TSV Altenlotheim ist allein schon mit Blick auf Tabelle und Statistik ein Spitzenspiel.

Freilich gibt es, ganz genau hingeschaut, einen Favoriten: SC Willingen. Die Upländer liegen sieben Punkte vor der SG Bad Wildungen/Friedrichstein und satte 16 Zähler vor den Gästen. „Die werden sich das diesmal auch nicht mehr nehmen lassen“, ist sich Kai Bremmer sicher. „Wir haben nichts zu verlieren, für uns wären das absolute Bonuspunkte“, schiebt der TSV-Spielertrainer nach. Chancenlos sieht er sein Team aber auch nicht, „wenn eine Serie reißt, dann wäre es schön, es wäre die Willinger“.

Das Selbstbewusstsein kommt nicht von ungefähr, nach dem 4:4 am 16. Oktober hat der TSV nur noch gewonnen – dreimal vor und dreimal nach der Winterpause. Die Elf vom Oberbach hat sich damit aus dem grauen Mittelfeld in Lauerposition drei geschossen. Zwar beträgt der Rückstand auf Bad Wildungen noch neun Punkte, aber die SG hat ein Spiel mehr ausgetragen und bekommt drei Zähler wegen fehlender Schiedsrichter abgezogen.

Mit vier „Dreiern“ im neuen Jahr sind die SCW-Kicker auf einem guten Weg. „Wir haben 2:0 in Altenlotheim gewonnen und wollen jetzt auch zuhause den Sieg einfahren“, hofft Trainer Hubertus Albers den nächsten Schritt. Aber er weiß, „das wird eine ganz schwere Aufgabe“. Albers rechnet mit einer Vielzahl von Torchancen auf beiden Seiten. Zuversichtlich stimmt ihm dabei seine sattelfeste Viererkette mit Krämer, Meyer, Harnacke und Consti Kesper. Der Kreativabteilung der Platzherren mit den torgefährlichen Keindl, Hoffmann und Butterweck will Bremmer mit einer defensiven Ausrichtung entgegenwirken.

Die SG Bad Wildungen/Friedrichstein freut sich nach zwei erfolgreichen Auftritten in der Fremde auf die Heimpremiere 2011. Gegen den TSV Zierenberg soll Relegationsplatz zwei weiter gefestigt werden.

Die Trainer: „Wir wollen uns den Fans in unserem ersten Heimspiel des Jahres entsprechend präsentieren“, muss SG-Spielertrainer Oliver Dephilipp seine Truppe nicht groß in die Pflicht nehmen. Gleichwohl gelte es gegen den kampfstarken Gegner alles in die Waagschale zu werfen, „die werden nach dem 2:1 in Neukirchen hochmotiviert sein“. Zierenbergs Jörg Langer atmete erst einmal durch, „es war wichtig, dass wir die drei Punkte am Mittwoch geholt haben. Nun fahren wir optimistisch nach Bad Wildungen, auch wenn wir natürlich krasser Außenseiter sind.“ Seine Zuversicht zieht Langer aus den Auftritten gegen Willingen, „wo wir trotz der zwei roten Karten mitgehalten haben“, und in Altenlotheim, als das 3:4 erst in der Nachspielzeit fiel. „Uns liegen spielstarke Mannschaften, weil wir gerne mitspielen“, freut sich Langer auf den Gang nach Friedrichstein.

Das Personal: Dennis Stöcker ist erneut umgeknickt, sein Einsatz ist sehr fraglich. Dazu fehlt gegenüber der Vorwoche noch Paul Kuhn (private Gründe). Zierenberg muss zum letzten Mal auf die beiden Rotsünder vom Willingen-Spiel, Rusche und Stück verzichten. Dazu fehlt Kapitän Kimnach, der im Urlaub weilt. Ansonsten gibt es vom Mittwoch noch zwei, drei angeschlagene Akteure, die aber wohl rechtzeitig fit werden.

Nach dem Heimsieg gegen die SG Gilsa/Jesberg kann der TSV/FC Korbach II bei der SG Lohre/Niedervorschütz viel Luft zwischen sich und der gefährdeten Zone legen.

Die Trainer: Im Hinspiel gab es ein 1:1. „Ich denke, so leicht werden die es uns nicht noch einmal machen“, vermutet Christian Schmidt. Gegen Korbach fordert der Spielertrainer eine konzentrierte Leistung über die volle Spielzeit: „Wir müssen im Heimspiel unsere Punkte holen“, lautet seine Vorgabe.„Das Spiel gegen Lohre/Niedervorschütz hat aufgrund der Tabellensituation besondere Bedeutung“, weiß Ulrich Schwalenstöcker. „Nach dem Sieg gegen Gilsa gilt es die starke spielerische Leistung zu bestätigen.“ Im Erfolgsfall erhöht die Verbandsliga-Reserve nicht nur den Abstand zum unteren Drittel, sondern schafft auch den Anschluss ans obere Mittelfeld. Deshalb bestand das Trainingsprogramm unter der Woche vor allem aus Regeneration.

Das Personal: Der erfolgreiche Kader aus dem letzten Spiel steht bis auf Waldemar Kinzel (Studium), den sein Bruder Daniel vertritt, zur Verfügung. Bei den Gastgebern fehlt Haack, der Innenverteidiger laboriert immer noch an seiner Verletzung aus dem Derby gegen Beiseförth.

Die SG Rhoden/Schmillinghausen will in Waltersbrück der SG Gilsa die nächste Abfuhr erteilen.

Die Trainer: „Zumindest punktemäßig ist der Start in die Rückrunde planmäßig verlaufen“, sieht Oliver Hintschich aber noch keinen Grund sich „komfortabel zurückzulehnen.“ Beim Heimsieg gegen Schwalmstadt war der SG-Spielertrainer „nur mit den zwanzig Minuten vor und nach der Halbzeit“ einverstanden. Für die Nordwaldecker gilt es jetzt sich „die gute Tabellensituation nicht im letzten Saisondrittel zu versauen“.Kollege Böth hat da ganz andere Sorgen. Nach null Punkten und 0:10 Toren hofft er, dass seine junge Mannschaft „den Kopf wieder hochkriegt und an die guten Leistungen der Vorrunde anknüpft“. In Waltersbrück soll endlich ein Erfolgserlebnis her, „damit wir wieder in die Spur kommen“.

Das Personal: Die SG Rhoden muss auf den rotgesperrten Delic verzichten. Die Hausherren vermissen die verletzten Möller und Groß weiterhin schmerzlich

Der TSV Sachsenhausen spielt gegen den SC Neukirchen wohl um seine letzte Chance, in der Liga zu bleiben. Die Trainer: „Wir steigern uns von Spiel zu Spiel, haben uns in den letzten beiden Partien in der Defensive und im Mittelfeld gut geschlagen, aber vorn müssen wir unsere Chancen auch nutzen“, fordert Sachsenhausens Trainer Braune nun gegen den Vorletzten das Lebenszeichen, das sich auch in der Tabelle niederschlägt.„Sachsenhausen ist unsere allerletzte Chance noch einmal heranzukommen“, ist SCN-Betreuer Stefan Henke zugleich optimistisch. Er spricht von einer starken Vorstellung des Rumpfteams mit vier A-Jugendlichen am Mittwoch in Zierenberg. Erst in der Nachspielzeit setzte es den 1:2-K.o. „Das wird wohl Abstiegskampf pur“, so Henke.

Das Personal: Bei den Gastgebern stimmt die Formsteigerung von Denny Petersen, der seinen Trainingsrückstand weitgehend aufgeholt hat, optimistisch. Alexander Moor und Timo Heinemann (beide Außenbandriss am Knöchel) fallen weiter aus, ebenso Sven Kesting mit Muskelfaserriss. Neukirchen kann wieder auf die Kreativkräfte Christian Miletzki und Guido Lotz bauen. Tim Feit brummt seine Rotsperre ab, der Einsatz von Tobias Fenner ist noch fraglich.

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