Der Korbacher Patrick Messner war als Gast des FC Bayern München in Barcelona

Rücken an Rücken mit Ribéry

Barcelona - „Näher dran geht nicht mehr“, sagt Patrick Messner. Er erlebte den Traum eines jeden Bayern-Fans: Beim Champions-League-Halbfinalrückspiel in Barcelona (3:0) war er nicht nur im Stadion Camp Nou, sondern auch beim Bankett mit den Spielern und Verantwortlichen der Münchner dabei.

Als Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge beim mitternächtlichen Bankett im Mannschaftshotel nach dem Finaleinzug von „einem geschichtsträchtigen Moment“ sprach, saß Messner Rücken an Rücken mit dem Franzosen Franck Ribéry. Nicht weit von dem 23-Jährigen entfernt saß Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm, mit dem sich Messner später fotografieren ließ. Nach dem Essen verschwanden die gut gelaunten Spieler wieder auf ihren Zimmern.

„Die waren selbst total überrascht, dass alles so super gelaufen ist“, erzählt der Torjäger des B-Ligisten SG Lelbach/Rhena. Und: „Die sind genauso miteinander umgegangen, wie wir es auch machen, wenn wir nach den Spielen bei uns im Vereinsheim sitzen.“

Robben zum Tor gratuliert

Wie Rummenigge („wir hätten zu unserer Zeit wohl eine Champagnerflasche aufgemacht“) fiel auch Messner, Architekturstudent an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Detmold, die Disziplin der Bayern-Spieler auf. „Die waren sehr professionell. Sie haben außer vielleicht mal einem Bier nichts Alkoholisches getrunken und waren auch nicht lange beim Bankett“, stellte der mit seiner Freundin Michaela in Paderborn lebende Amateurkicker fest.

Doch wie kam es eigentlich, dass der seit Kindertagen große Bayern-Fan Arjen Robben zu dessen Tor zum 1:0 gratulieren und sich vom holländischen Nationalstürmer einfach ein Autogramm holen konnte? Ganz einfach. Mitte März hatte sich Messner beim Gewinnspiel „Paulaner-Cup des Südens“ des Bayern-Sponsors angemeldet, in der Hoffnung, im Sommer 2013 zu den Amateurfußballern zu gehören, die dann gegen den deutschen Rekordmeister spielen dürfen. Der gebürtige Radolfzeller hatte dann das Glück, dass er im Zuge des Gewinnspiels als derjenige Mitspieler ausgelost wurde, der mit den Bayern nach Barcelona reisen durfte.

Mit Messi unter einem Dach

Als ihm am vorletzten Dienstag ein Mitarbeiter der Medienagentur der Brauerei die Nachricht übermittelte, konnte Messner diese kaum glauben. „Er hat mich gefragt, ob ich von Dienstag bis Donnerstag Zeit habe. Da habe ich natürlich ja gesagt. So etwas darf man sich nicht entgehen lassen“, erzählt Messner, der am Dienstag, nachdem er am Flughafen München von Bayern-Maskottchen Werni noch mit einem Fanschal ausgestattet worden war, mit den Verantwortlichen, den Spielern und den Sponsorenvertretern der Münchner in den Charterflieger der Lufthansa nach Katalonien stieg.

Im Flugzeug saßen unter anderen Prominenten auch noch der ehemalige Handball-Bundestrainer Heiner Brand, Schauspieler Erol Sander und Comedian Oliver Pocher, mit dem sich Messner beim Bankett unterhielt. „Die Mannschaft ist relativ spät zum Flughafen gekommen. Man hat den Spielern schon angesehen, dass sie total konzentriert waren“, erzählt Messner, der mit den Sponsorenvertretern auch das Abschlusstraining im fast 100 000 Zuschauer fassenden Stadion komplett verfolgen durfte.

Tags darauf saß er auf der Tribüne der imposanten Arena – eine Reihe hinter Pocher und nicht weit von den Spielerfrauen entfernt. Zwar waren die Sponsoren und so auch Messner nicht im Mannschaftshotel der Bayern untergebracht, doch nach der Stadtrundfahrt am Mittwochmorgen erfuhren sie dann, dass ihr Fünf-Sterne-Hotel „W-Barcelona“ die Herberge des spanischen Tabellenführers und Pokalsiegers war. So konnte Messner verfolgen, wie sich der später nicht eingesetzte, weil nicht ganz fitte argentinische Barca-Weltstar Lionel Messi und dessen Teamkollegen auf den Weg ins Stadion machten und sich mithilfe von Sicherheitsleuten ihren Weg zum Mannschaftsbus durch eine Menge Fans bahnten.

Gänsehaut bei Hymne

Als Messner selbst im Stadion seinen Platz eingenommen hatte, lief „es mir bei der Champions-League-Hymne eiskalt den Rücken runter. Das war einfach geil“, erinnert sich der mit 31 Treffern Führende der B-Liga-Torschützenliste an seine Gänsehaut und bezeichnet diese Situation als den „schönsten Moment“ seines Trips. Zudem sind Messner im Stadion auch noch die lautstarken Bayern-Fans in Erinnerung geblieben. Doch nicht nur sie feierten die Spieler. Beim Bankett, bei dem Alfons Schuhbeck kochte, gab es Ovationen der Verantwortlichen und der Sponsoren für das Team.

Am Buffet mit Martinez

„Am Buffet stand dann Javi Martinez vor mir“, erzählt Messner, der auch 1974er-Weltmeister und Bayern-Berater Paul Breitner sowie Bayern-Stadionsprecher Stefan Lehmann kennenlernte, von seinem ungewöhnlichen Treffen mit dem 40-Millionen-Einkauf der Münchner. Sein Glück kann er immer noch nicht fassen. „Das werde ich alles erst realisieren, wenn ich wieder richtig im Alltag angekommen bin“, sagt Messner. Der beginnt schon an diesem Sonntag. Mit der SG Lelbach/Rhena will Messner bei der SG Diemelsee die Tabellenführung ausbauen, um mit seiner Mannschaft bald Meister zu werden.

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