Überblick über die Meister und Absteiger

Saisonabbruch im Tischtennis: Statt Relegation direkter Aufstieg möglich  

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Die Bälle ruhen: In Deutschland sind die Tischtennis-Klassen vorzeitig abgebrochen worden. Der Tabellenstand vom 13. März wird gewertet, was in manchen Ligen zu besonderen Konstellationen führt. 

Mit dem vorzeitigen Saisonabbruch in den Tischtennis-Klassen wegen der Corona-Krise stehen nun auch in den heimischen Ligen die Meister und Absteiger fest.

Waldeck-Frankenberg – Da der Tabellenstand vom 13. März gewertet wird, haben nicht alle Mannschaften gleich viele Spiele auf dem Konto, was zu besonderen Konstellationen führt und ein spannendes Saisonende verhindert hat.

In der Bezirksklasse etwa sind nun die Herren des TSV Bromskirchen nur aufgrund des besseren Spielverhältnisses Meister  vor dem punktgleichen SV Reddighausen geworden. Allerdings dürfen beide Mannschaften in die höhere Liga klettern (siehe Artikel rechts).

In der Kreisliga Süd der Herren lagen zum Zeitpunkt des Abbruchs Geismar (22:6), Roda (20:6), Reddighausen II (19:7) und Edertal (18:8) innerhalb von zwei Minuspunkten beieinander. Geismar hätte noch vier Spiele austragen müssen, die drei Konkurrenten sogar noch fünf.

Vöhler Frauen mit einem Punkt mehr Meister

Anders in der Bezirksoberliga Damen: Der TSV Vöhl ist mit einem Punkt Vorsprung Meister geworden, und zwar bei gleicher Zahl der Spiele wie der einzige Rivale SC Niestetal IV. Ein solches Szenario wäre auch nach dem letzten noch ausstehenden Spieltag realistisch gewesen. Der TSV Wetterburg als zweites BOL-Team rangiert als Sechster jenseits von Auf- und Abstieg.

Auch die Männer des TTV Korbach (3.) und des VfL Adorf (5.) in der Bezirksliga haben die Klasse ohne Wenn und Aber gehalten. Sie müssen auf vier Spieltage verzichten. Sogar fünf Begegnungen streicht sich der TSV Lengefeld als Primus der Kreisliga Nord an die Backe. Arnold und Co. sind aber kein Zufallsmeister, sie haben nur einen Minuspunkt auf dem Konto stehen und vier Zähler Vorsprung vor dem möglichen Mitaufsteiger Korbach II, der wiederum fünf Punkte mehr als Helsen II auf Rang drei vorweist.

Auch der Titelgewinn des VfL Bad Wildungen in der 1. Kreisklasse ist von keinen Zweifeln begleitet: Die Badestädter stehen ohne jeden Punktverlust und mit vier Zählern Vorsprung (bei noch drei Partien) vorn. Dagegen wäre in der 2. Kreisklasse Nord noch manches denkbar gewesen: Der TSV Wetterburg/Massenhausen III als Erster rangiert vier Pluspunkte (bei einem Spiel mehr) vor einem punktgleichen Verfolgertrio. Und zum Finale stand das direkte Duell mit dem Zweiten Vöhl II auf dem Plan.

Ludwig dachte an Aprilscherz

Sportwart Harald Ludwig.

Harald Ludwig (Wetterburg), Sportwart im Tischtennis-Kreis und im Bezirk Nord, erfuhr aus dem Internet vom Saisonabbruch und glaubte zunächst an einen Aprilscherz. 

Ludwig berichtete, dass der Hessische Tischtennis-Verband (HTTV) eine andere Lösung für das abrupte Saisonende bevorzugt hätte. Der HTTV hätte die Abschlusstabellen anders berechnet: 

Wenn zwei Mannschaften nur in der Vorrunde gegeneinander gespielt haben, wäre dieses Ergebnis gewertet worden. Hat auch schon das Rückspiel stattgefunden, dann wären beide Ergebnisse aus Hin- und Rückspiel zusammen als ein neues Ergebnis berechnet worden. 

Hat Mannschaft A zum Beispiel das Hinspiel gegen Mannschaft B gewonnen und das Rückspiel verloren, dann wäre aus 2:0 und 0:2 Punkten für die Tabelle ein 1:1 geworden. Zwei Unentschieden wären ebenso zu einem 1:1 geworden. Und ein Sieg (2:0) und ein Unentschieden (1:1) wären als 1,5:0,5 Punkte gewertet worden. Somit hätten alle Mannschaften in der gewerteten Abschlusstabelle – anders als jetzt – die gleiche Zahl an Spielen gehabt. „Das wäre fairer gewesen“, findet Harald Ludwig. 

Aufstieg diesmal kein Muß

Geklärt hat der HTTV in „ergänzenden Bestimmungen“, wie mit den Teams verfahren wird, die einen Relegationsplatz besetzen. Wer um den Aufstieg gespielt hätte, darf in der nächsten Saison in der höheren Liga starten; wer Entscheidungsspiele nach unten zu bestreiten gehabt hätte, darf in seiner aktuellen Klasse bleiben. Aufsteigen muss, im Gegensatz zur gängigen Praxis des Verbands, in dieser Situation keine Mannschaft. Teams, die auf einem Aufstiegsplatz stehen, seien „nicht zum Direktaufstieg verpflichtet“. 

Eine weitere Regelung betrifft Mannschaften, die zur Teilnahme an vorsorglichen Aufstiegsspielen berechtigt wären. „Sie werden für das Auffüllen einer Spielklasse berücksichtigt“, schreibt der HTTV. 

Laut Harald Ludwig muss noch geklärt werden, wie mit Stichtagen, Vereinsmeldungen und Leistungszahlen umgegangen werde und mit Spielern, die wegen des Saisonabbruchs nicht die erforderlichen zwei Spiele machen konnten. „Wir hätten uns das alle anders gewünscht, aber die Gesundheit geht vor“, sagt der Sportwart über den vorzeitigen Saisonabbruch.

Das sind die Meister und Absteiger

Hier eine Übersicht über die mit Tabellenstand vom 13. März feststehenden Meister sowie Absteiger aus den Klassen mit Waldeck-Frankenberger Teams.

Hessenliga Damen: Meister: Wißmar. Absteiger: keiner

Bezirksoberliga Herren: Meister: Ginseldorf, Mitaufsteiger: Richtsberg. Absteiger: Söhre, Grebenstein

Bezirksoberliga Damen: Meister: Vöhl. Absteiger: Weiterode, Ihringshausen II

Bezirksliga Herren: Meister: Burgholz-Kirchhain, Mitaufsteiger: Ockershausen. Absteiger: Angelburg, Niederweimar, Ederbergland II, Schröck.

Bezirksliga Damen: Meister: Altenbrunslar-W. , Mitaufsteiger: Rennertehausen II. Absteiger: keiner

Bezirksklasse Herren: Meister: Bromskirchen, Mitaufsteiger: Reddighausen. Absteiger: Frankenberg, Herbsen

Kreisliga Nord: Meister: Lengefeld I, Mitaufsteiger: Korbach III. Absteiger: Lengefeld II, Helsen III

Kreisliga Süd: Meister: Geismar, Mitaufsteiger: Roda. Absteiger: Battenfeld, Bunstruth

Kreisliga Damen: Meister: Rosenthal/Gemünden. Absteiger: keiner

1. Kreisklasse Nord: Meister: Bad Wildungen, Mitaufsteiger: Korbach IV, Rhena. Absteiger: keiner

1. Kreisklasse Süd: Meister: Birkenbringhausen, Mitaufsteiger: Halgehausen, Bottendorf/Willersdorf. Absteiger: Rennertehausen II, Rosenthal/Gemünden III

2. Kreisklasse Nord: Meister: Wetterburg/Massenhausen III, Mitaufsteiger: Vöhl II, Herbsen III. Absteiger: keiner

2. Kreisklasse Süd 1: Meister: Geismar II, Mitaufsteiger: Bromskirchen III. Absteiger: keiner. 2. Kreisklasse Süd 2: Meister: Birkenbringhausen II, Mitaufsteiger: Halgehausen II. Absteiger: keiner

3. Kreisklasse 1: Meister: Battenfeld II. Absteiger: keiner. 3. Kreisklasse 2: Meister: Roda II. Absteiger: keiner

Jungen 18: Meister: Korbach. Absteiger: keiner. 

Jungen 15: Meister: Reddighausen (J13). Absteiger: keiner.

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