Leichtathletik-EM: Bad Wildungerin freut sich auf zweiten Siebenkampf-Tag

Schäfer gelingt starker Einstieg

+

Korbach / Helsinki - Erschöpft, aber mit einem strahlenden Lächeln zog sie sich die engen Sprintspikes aus. Carolin Schäfer liegt nach dem ersten Tag des Siebenkampfs bei der Leichtathletik-EM in Helsinki auf Platz elf.

„Es war sehr anstrengend“, erklärte die 21-jährige Bad Wildungerin im Fernsehinterview, „aber ich bin sehr, sehr zufrieden.“ Bei ihrem ersten großen Wettkampf bei den Erwachsenen hat sie bislang 3597 Punkte gesammelt, liegt damit einen Rang hinter Claudia Rath (3613), ihrer Teamkollegin von der LG Eintracht Frankfurt. Auf Goldkurs ist derweil Lyudmyla Yosypenko aus der Ukraine mit 3785 Zählern. Carolin Schäfer war die Sache ruhig und konzentriert angegangen, hatte kurz vor den 100 m Hürden am Startblock noch einen Schluck aus der Wasserflasche genommen. Dann stellte sie in 13,69 Sekunden eine persönliche Bestmarke auf. Die alte war auch noch gar nicht so alt, 13,77 von der EM-Qualifikation Ende Mai in Ulm. Lange musste die Junioren-Weltmeisterin von 2009 auf die Zeitanzeige warten, dann hüpfte sie ausgelassen im Zielraum herum; 1024 Punkte brachte die siebtbeste Leistung im 18-köpfigen Feld. Im Hochsprung hatte Carolin Schäfer sich die 1,75 m als Ziel gesetzt, alles andere wäre ein Bonus gewesen. Die Anfangshöhe von 1,65 m schaffte sie im ersten Versuch, ebenso, nach leichten Korrekturen an der Anlauflänge, die 1,68 und 1,71. Schwierig wurde es dann bei 1,74, die sie aber im dritten Versuch noch meisterte. Die 1,77 riss sie dann dreimal und konnte sich damit weitere 903 Punkte notieren. Mit einem ungültigen Versuch begann für den 21-jährigen Blondschopf das Kugelstoßen. Beim zweiten Mal landete die Kugel weit rechts am Rand, aber 12,70 m bedeuteten eine durchaus brauchbare Weite. Aber statt bei erhofften 13 Meter und mehr – ihre Bestmarke liegt bei 13,50 – endete der letzte Stoß schon bei 12,06. Mit einem leichten Kopfschütteln quittierte Carolin Schäfer die 707 Zähler. Aber spätestens nach den 24,19 Sekunden im den ersten Tag beschließenden 200-m-Sprint war das Lächeln zurück. „Es ist wichtig, dass man gerade beim Saisonhöhepunkt solche Momente hat“, kommentierte die 21-Jährige ihre zweite persönliche Bestleistung und die 963 Punkte, „darauf arbeitet man hin.“ Nur die Estin Grit Sadeiko (24,10) und die führende Yosypenko (24,14) waren etwas schneller. „Jetzt freue ich mich auf das Speerwerfen“, meinte Schäfer in der ARD. Das findet um 13.10 Uhr (MESZ) nach dem Weitsprung (10.40 Uhr) und vor dem abschließenden 800-m-Lauf (18 Uhr) statt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare