Fußball-Verbandsliga Nord

Schwerstes Spiel für Korbach

- Korbach / Hessisch-Lichtenau (py). Das nächste Spiel, weiß man ja, ist immer das schwerste. Für die Fußballer des TSV/FC Korbach stimmt diese Phrase vor ihrem Verbandsliga-Auftritt am Sonntag bei der SG Lossetal erst recht. „Das schwerste Spiel der Saison“, sagt Trainer Tobias Cramer sogar.

Aus gutem Grund: Nach dem 5:1-Sieg über den FSC Lohfelden, dem „Wahnsinnsspiel“ (Cramer) ist die mögliche Fallhöhe groß. Das weiß Cramer. „Ich rede ständig mit den Spielern, versuche sie auf den Boden zurückzuholen und warne sie. Aber jeder, der Fußball gespielt hat, weiß, dass nicht die ganzen hundert Prozent in den Köpfen der Spieler ankommen.“ Dabei wäre Bodenhaftung schon deshalb angesagt, weil die Gastgeber der Rolle des Punktlieferanten entwachsen sind. „Lossetal ist in der Liga angekommen“, urteilt Cramer. „Wer in Steinbach aus einem 0:3 noch ein 3:3 macht, das ist schon aller Ehren wert.“ Das Remis war der neunte Punkt der Aufsteiger – nachdem sie die ersten acht Partien samt und sonders verloren hatten. Die Startmalaise erklärt sich daraus, dass die SG nach dem Aufstieg nicht weniger als sieben Stammspieler verloren hatte – darunter die in Korbach groß gewordenen „Wandervögel“ Gazwan Avakhti und Jakob Schan –, die Trainer Karl-Heinz Wolf durch neun Neuzugänge ersetzen musste. „Wir mussten nach den vielen Abgängen erst einmal eine neue Struktur aufbauen“, sagt Wolf. Unter Zugzwang war die SG geraten, als ihr ehemaliger Hauptsponsor sein Engagement zum KSV Hessen Kassel verlagerte und etliche Spieler gleich mitnahm. Wolf stand vor einem Scherbenhausen. „Die Phase der Neufindung verlief wegen der vielen Unwägbarkeiten sehr schleppend“, sagt der 60-jährige. Erst am neunten Spieltag platzte mit dem 4:0-Sieg in Bad Soden der Knoten. In den folgenden Partien gewann das Team an Konstanz und tankte bei den Remis gegen Lehnerz und Steinbach sowie dem 3:0 über Wabern Selbstvertrauen. Das jüngste 3:3 in Steinbach nach 0:3-Pausenrückstand machte Kai Simon mit einem Hattrick perfekt. Korbachs Coach Cramer erwartet trotz Heimvorteils der SG einen zurückhaltend agierenden Gegner. „Die werden nicht so offen spielen, werden versuchen aus einer verstärkten Abwehr heraus schnelle Angriffe zu starten.“ Von seinen Spielern fordert Korbachs Coach deshalb, die „elementaren Dinge des Fußballs“ in die Waagschale zu werfen: „Einsatzbereitschaft, positives Zweikampfverhalten. Dann kommen unsere spielerischen Elemente von ganz alleine.“Personell kann Cramer die gleiche Mannschaft aufbieten wie gegen Lohfelden. Zum Pechvogel wird immer mehr Oliver Banner. Der schnelle Offenspieler muss erneut unter das Messer und fällt damit für weitere Monate aus.

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