Bob-Anschieber Jan-Martin Speer offiziell für Sotschi nominiert

Bei der EM hat er seinen Platz - und bei Olympia?

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Jan-Martin Speer vor einigen Wochen in Winterberg. Für die Olympischen Spiele in Sotschi ist der 26-jährige Wirmighäuser nominiert. Dort möchte er nicht nur die Hände an einem Bob haben, sondern auch drin sitzen.

Schönau/Frankfurt - Am Donnerstag sind die letzten Zweifel beseitigt worden: Jan-Martin Speer gehört in Sotschi zum deutschen Olympiateam. Zwar ist er nur Ersatzmann; wie schnell es aber geht, doch im Bob zu sitzen, zeigt sich derzeit bei der EM.

In den vergangenen Wochen hatte sich abgezeichnet, dass Jan-Martin Speer zumindest als Ersatz-mann zum deutschen Bob-Team bei den Olympischen Winterspielen gehören würde. Bei den Weltcups in St. Moritz und Igls war er dabei, am Montag wurde der Wirmighäuser dann für Sotschi eingekleidet. Und dennoch: Ein kleines bisschen Verunsicherung blieb. „Ist es jetzt offiziell?“, fragte er am Donnerstagvormittag am Telefon. Kurz zuvor hatte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Liste mit den Olympioniken veröffentlicht; zu Speer war die entsprechende Information bis dahin noch gar nicht vorgedrungen.

„Ich habe damit gerechnet, alles andere als eine Nominierung wäre eine riesige Enttäuschung gewesen. Aber man weiß ja nie“, sagte der 26-Jährige. Man weiß ja nie - das gilt auch in einem anderen Punkt; nämlich, ob er in Sotschi tatsächlich nur Ersatz sein wird. Zunächst ist Speer, der für den SC Potsdam startet, ebenso wie Kevin Korona (Mitteldeutscher Sportclub) mit einer sogenannten P-Akkreditierung ausgestattet. Bedeutet: Die Anschieber dürften dann zum Einsatz kommen, wenn sich andere verletzen oder aus anderen Gründen ausfallen. Für Speer ist das eine „blöde Situation“, sagte er: „Ich wünsche natürlich niemandem, dass er sich verletzt. Aber wenn es dazu kommt, dann will ich den freien Platz einnehmen.“

EM-Rennen am Sonntag

Wie schnell so etwas passieren kann, zeigt sich derzeit bei der Europameisterschaft am Königssee: Martin Putze, eigentlich der hinterste Mann im Schlitten von Maximilian Arndt, ist angeschlagen - Knieprobleme. Putze setzt daher aus und lässt sich behandeln; Arndt holte dafür Speer in seinen Bob. Für den ist es eine „Chance, mich zu beweisen“, zudem geht es auch um Medaillen bei kontinentalen Titelkämpfen: „Vielleicht springt ein Platz auf dem Podium raus. Das wäre genial.“ Am Sonntagvormittag (ab 10 Uhr) gehen die beiden Läufe über die Bühne.

Ebenfalls am Sonntag, spätestens am Montag, reist Speer dann zunächst nach Hause. „Es gibt noch einiges zu erledigen und zu organisieren“, erklärte er. Außerdem gibt es Presseanfragen, auch von überregionalen Medien. „Das ist für mich etwas Neues, aber es freut mich natürlich.“ Am 3. Februar geht dann der Flieger von Frankfurt nach Sotschi, am folgenden Tag sollen die Bobs in der Olympiastadt ankommen.

Trainingslager in Istanbul

In Sotschi beginnen am 7. Februar die Winterspiele mit der großen Eröffnungsfeier - allerdings ohne die Bobfahrer: Die Piloten und Anschieber fliegen am selben Tag nach Istanbul und nutzen dort die Anlagen der Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften von 2012 zum Training. Etwa eine Woche wollen sie sich dort vorbereiten; dem Trubel aus dem Weg gehen. „Die Bedingungen in Sotschi sollen auch nicht gerade perfekt sein“, nannte Speer einen der Gründe für das Trainingslager in der Türkei.

„Es ist natürlich etwas schade, dass wir bei der Eröffnungsfeier nicht dabei sein können“, meinte Speer, „aber es gibt ja auch noch die Abschlussfeier.“ Daran möchte er auf jeden Fall teilnehmen, am liebsten natürlich, nachdem er in einem der drei deutschen Viererbobs zu einer möglichst guten Platzierung gefahren ist. Jeweils zwei Läufe finden am 22. sowie am 23. Februar, dem Tag der Abschlussfeier, statt.

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