Upländer springt beim Skifliegen 226,5 Meter

Stephan Leyhe: Platz 15 mit neuem Flugrekord

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Der eine war ganz zufrieden, der andere haderte damit, das Podest um 0,1 Punkte verpasst zu haben: Stephan Leyhe (15./rechts) im Gespräch mit dem viertplatzierten Karl Geiger. 

Flugspaß haben und eventuell an seine Bestmarke herankommen will Stephan Leyhe am Kulm. Klappte beides, mit etwas Anlauf.

Bad Mitterndorf - Zwei unglaubliche Heldentaten hintereinander? Wollen wir die Kirche im Dorf lassen. So ein Überflieger ist Stephan Leyhe nicht. Aber er hat den geschichtsträchtigen ersten Weltcupsieg, daheim in Willingen, gut weggesteckt.

15. wurde Leyhe am Samstag beim ersten von zwei Einzelspringen beim Skifliegen am Kulm und Tauplitz. Dort hatte das Wettkampf-Wochenende am Morgen erst mit Verspätung begonnen, nachdem Trainingssprünge und Qualifikation am Freitag wegen wechselndem und starken Wind gestrichen worden waren.

Ein Trainingssprung ging dann dem Wettkampf vorweg; aber man spürte bei einigen Athleten merklich, dass sie doch noch ein, zwei Testläufe gebraucht hätten, um sich aufs Fliegen einzustellen.

Das galt auch für Stephan Leyhe, der mit seinem wackligen Trainingssprung (193 m) nicht konkurrenzfähig gewesen wäre. Im ersten Durchgang war er dann schon einen Schritt weiter, zog den Sprung auf 208 Meter und war zunächst 19.

Leyhe: "Trainingssprünge haben mir gefehlt"

„Schade, dass es am Freitag ausgefallen ist. Diese beiden Sprünge hätte ich gebraucht, weil ich nicht so der spezielle Flieger bin. Es dauert etwas, bis ich mich traue, an der Kante Vollgas zu geben. Das ist mir aber zum Glück heute schon gelungen“, sagte Leyhe am ZDF-Mikrofon. 

„An der Kante heißt es: vorne bleiben und durchdrücken, dazu fehlt mir einfach noch das Vertrauen“, so die Analyse des 28-Jährigen zu seinem Sprung im zweiten Durchgang. Der war aber alles andere als schlecht. Im Gegenteil: 226,5 Meter, persönlicher Rekord für Leyhe, dessen Topmarke bisher bei 224 Metern stand.

Der Willinger Olympia-Sprungrichter Erik Stahlhut zog dabei als einziger die Note 19, seine Note fiel aber genauso wie die 17,0 des Norwegers aus der Wertung.

So hatte sich auch der Spaßfaktor schon am ersten Tag erhöht. Und wenn der Schwalefelder wie man es gewohnt ist weiter kleine Schritte nach vorn macht, sollte am Sonntag die Top 10 machbar sein.

Als 15. mit 385,9 Punkten war Stephan Leyhe unter Strich also 15 und damit drittbester Deutscher. Zwei Plätze vor ihm lag Pius Paschke (391,3 Pkt/212,5+211,0 Meter), 28. wurde Markus Eisenbichler (342,0/201,0+200,0).

Geiger verpasst es, Kraft Punkte abzunehmen

Karl Geiger hat einen möglichen Sieg beim Fliegen am österreichischen Kulm noch vergeben. Der 27 Jahre alte Oberstdorfer fiel nach Flügen auf 230 und 213 Meter (414,5 Punkte) von Rang eins noch auf den vierten Platz zurück. 

Der Sieg ging an den Polen Piotr Zyla (418,5/225,5 +219,5 m) vor dem Slowenen Timi Zajc (418,2/222,5 +225 m). Rang drei ging an den Gesamtführenden Stefan Kraft aus Österreich (224,5+214,5m), der 0,1 Punkte vor Geiger landete und damit seine Führung im Gesamtweltcup um zehn weitere Punkte ausbauen konnte.  (schä/dpa)

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