Ex-Langläufer aus dem Upland ist "Olympionike" bei Eurosport

Zweitjob: Jochen Behle in der Box

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Container statt koreanische Kälte: Jochen Behle bei seinem Einsatz als Co-Kommentator bei Olympia 2018 im Eurosport-Studio in München mit Reporter Marc Rohde. 

Unterföhring. „Wo ist Behle?“ In München. Der frühere Skilangläufer aus Schwalefeld weilt während der Olympischen Spiele nicht in Pyeongchang, aber widmet sich am Medienstandort Unterföhring dem Treiben in Südkorea.

Als Experte und Co-Kommentator sitzt der ehemalige Bundestrainer zusammen mit Marc Rohde in einer Reporterbox und kommentiert für Eurosport die Langlauf-Wettbewerbe.

So richtige olympische Atmosphäre will in der schlichten Kabine kaum aufkommen. „Vom ganzen Drumherum bei den Spielen bekommt man natürlich nichts mit.“ Auch eher wenig, wenn es nach einem kurzen Abstecher in der Maske zu Moderatorin Birgit Nössing ins benachbarte Studio zur Langlauf-Analyse im Scheinwerferlicht geht.

Bescheidene Quoten

Nachdem der US-Konzern Discovery die Europarechte erworben hat, ist Eurosport „Home of the Olympic Games“. Nachdem aber ARD und ZDF doch noch ins Übertragungs-Boot eingestiegen sind, bleiben die TV-Quoten für den Behle-Sender eher bescheiden.

Sein Job macht dem sechsmaligen Olympia-Teilnehmer, Fahnenträger 1998 in Nagano, aber weiterhin viel Spaß, auch in der Zusammenarbeit mit Marc Rohde. „Wir verstehen und ergänzen uns sehr gut“, sagt Behle,der an diesem Freitag dem Deutschen Lucas Bögel auf Platz 15 ein „couragiertes Rennen“ bescheinigen kann. Den im ZDF geäußerten Optimismus der Langlauf-Herren in Richtung Staffel-Entscheidung kann er allerdings nicht unbedingt teilen.

Willingen statt Weltcup

Ansonsten ist Behle noch nah dran, war zuletzt beim Sprint-Weltcup am Elbufer in Dresden live vor Ort. Er kennt die besseren Zeiten des deutschen Langlaufs. Natürlich auch die Doping-Diskussionen, legte zuletzt im Hessen-Fernsehen die Hand für seine Athleten ins Feuer, forderte den ARD-Doping-Experten Hajo Seppelt auf, „endlich Namen zu nennen“ und nicht im Trüben zu fischen. Viele der Akteure in Südkorea kennt er noch aus seiner aktiven Zeit, zumindest als Trainer. Er hatte das Glück, in seiner Zeit eine besondere Häufung von Weltklasseleuten betreuen zu dürfen, wie sie derzeit in Deutschland nicht in Sicht ist.

Juckt es nicht vielleicht nicht doch wieder, bei solchen Großereignissen an ein Trainer-Comeback zu denken? „Nein, nein, nein. Ich war 21 Jahre lang in Sachen Sport weltweit unterwegs. Das reicht“, sagt der wieder verheiratete Schwalefelder und ist mit seiner Aufgabe im Stützpunkt Willingen/Winterberg vollauf zufrieden und glücklich. Natürlich verfolgt er auch deswegen die Auftritte von Maren Hammerschmidt und Stephan Leyhe besonders, die für die Nachwuchsarbeit in Hessen und im Sauerland so wichtig sind.

Zwischendurch zu Schalke

Seine Arbeitszeiten in Unterföhring sind angesichts des Zeitunterschiedes sehr günstig. „Augen auf bei der Berufswahl“, sagt Behle schmunzelnd. Bis zum Schlusstag bleibt er im Einsatz, hat aber auch schon die Gelegenheit genutzt, beim FC Bayern im Spiel gegen Schalke in der Allianz-rena vorbeizuschauen. „Als Schalke-Fan, der die Cleverness der Bayern anerkennen musste.“ (be)

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