Nach  Sturz in Oslo den Humor nicht verloren

Stephan Leyhe greift erst am Montag wieder ein

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Stephan Leyhe in der Luft. In Oslo ist er erstmals in einem Weltcup-Springen gestützt.

+++ aktualisiert Sonntag, 17 Uhr  +++ Oslo - Skispringer Stephan Leyhe ist erstmals in seiner Weltcup-Karriere gestürzt. Das hat er weggesteckt; mit Humor und einer leichten Blessur am Sprunggelenk, die ihn tags darauf zum Aussetzen zwang. 

"Es ist so weich hier, lasst mich ein kurzes Nickerchen machen", schrieb Leyhe am Samstagabend auf seiner Facebookseite und bei Instagram.

Es war die Unterschrift zu einem aktuellen Foto, das direkt nach seinem Sturz beim Teamspringen im Rahmen der Raw-Air-Tour in Oslo entstand. Leyhe bekannte scherzhaft: "Nicht die Landung, auf die ich gehofft habe, aber es geht mir gut."

Der erste Wettbewerb zur norwegischen "Vierschanzentournee" am Holmenkollen litt unter wechselnden Winden, die für zumindest zeitweise irregulären Bedingungen sorgten. Schon Karl Geiger als erster deutscher Springer hatte Schwierigkeiten, seinen Sprung zu stehen. Dann kam der Norweger Marius Lindvik zu Fall, doch schlimmer traf es Leyhe. 

Der Mann vom Ski-Club Willingen bekam nach einer heftigen Böe von hinten, die ihn im Landeanflug erwischte, bei 132 Metern das Übergewicht, knallte mit dem Gesicht in den Schnee und wurde sichtlich benommen auf dem Auslauf gebracht. Kurz danach fuhr er aber mit dem Lift erneut nach oben. Der Sturz hinterließ  Schürfwunden  im Gesicht. 

Sprunggelenk angeknackst?

Bundestrainer Werner Schuster wollte später auch eine Verletzung am Sprunggelenk nicht ausschließen.  Weitere Untersuchungen sollten darüber Aufschluss geben. "Wir hoffen, dass er morgen wieder fit ist", sagte Schuster, meinte aber auch: Ich hoffe, dass wir ihn nicht verlieren, das wäre bitter."

Das Video zu Leyhes Sturz bei Eurosport

"Es sah aus wie eine Böe. Wir haben hier im Mittelteil viel Druck. Geiger und Leyhe haben ein sehr offenes V und wenn man da zu viel macht, kriegt man es nicht mehr hin. Es war aber bei beiden wohl nicht nur der Wind", erklärte Schuster in der ARD zu dem Unfall. Er  hoffe, "dass Stephan nichts Schlimmes passiert ist und er seinen Mut behält". Zu einem zweiten Durchgang hätte Leyhe nicht antreten können.

Eisenbichler: Zu turbulent 

Die Jury zog nach einer ganzen Reihe von heiklen Sprüngen nach einem Durchgang den Schlussstrich. Den Sieg sicherte sich Norwegen mit 469,8 Punkten, nachdem Robert Johansson einen neuen Schanzenrekord von 144 Metern aufgestellt hatte, vor Japan (456,8) und Österreich (454,4). Das deutsche Team mit Geiger, Constantin Schmid, Leyhe und Markus Eisenbichler belegte Platz fünf.

Eisenbichler schaffte mit seinen 135 Metern einen guten Abschluss, bewertete das Springen aber kritisch. "Es ist zu turbulent. Das ist gefährlich. Das darf man nicht unterschätzen", sagte der Weltmeister und mutmaßte: "Die Nachwirkungen bei Stephan kommen wahrscheinlich erst am Abend." 

Leyhe am Sonntag nicht dabei

Und so kam es denn auch. Ganz okay war Leyhes Fuß am Sonntag noch nicht, der Upländer verzichtete auf den Einzelwettbewerb im Rahmen der RAW AIR-Tour, für den er sich souverän qualifiziert hatte. „Er ist so weit wieder fit, Da der Fuß aber noch ein klein bisschen dick ist, haben sie beschlossen, dass er heute noch einmal pausieren soll“, berichtete Vater Volker Leyhe, der immer in Kontakt mit seinem Sohn steht. 

In der ARD bestätigten Matthias Opdenhövel und Dieter Thoma diese „Diagnose“, nachdem der 27-Jährige Schwalefelder schon die Probe ausgelassen hatte. „Ein richtiger Skispringer ist man erst, wenn man mal gestürzt ist“, machte Thoma dem Wahl-Schwarzwälder nach seinem ersten Sturz im Weltcup überhaupt Mut. „Bis zur Hochzeit ist das alles wieder verheilt“, spielte das ARD-Duo auf die Schürfwunden im Gesicht an. 

Nicht nur auf Instagram und Facebook wünschten viele Fans dem Schwalefelder gute Besserung. Die gesamte Skisprung-Familie hofft, dass Stephan Leyhe schon in Lillehammer bei der Qualifikation wieder in den Weltcup einsteigen kann, nachdem er sich einen Tag geschont hat.

Teil 2 der RAW-Air-Tour startet schon an diesem Montag. 

Als Führender geht Robert Johannsson an den Start, der am Sonntag das Einzel vor Stefan Krafft gewann. Nur einer hat den Norweger bislang bezwungen: Stephan Leyhe, im ersten Training am Freitag.  (be/mn/schä)

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