Skispringen: Karl Geiger gewinnt erneut die Ausscheidung im Olympia-Training

Wieder nur Zuschauer: Sechs Topsprünge helfen Leyhe nichts

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Unsanft gelandet: Stephan Leyhe lieferte auch am zweiten Trainingstag auf der olympischen Großschanze tolle Weiten ab. Konkurrent Karl Geiger war aber besser, als es darauf ankam.

Pyeongchang. Am ersten Trainingstag hatte er die Ausrufezeichen gesetzt. Am Tag danach sah alles anders aus: Stephan Leyhe muss weiter zuschauen, wenn's bei Olympia um die Wurst geht.

Viele Mannschaften wären froh, wenn sie einen solch stabilen Springer hätten. Im deutschen Skisprung-Team musste Bundestrainer Werner Schuster auch am Donnerstag wieder eine schwere Wahl treffen: einen Springer aussortieren, der in fünf von sechs  Sprüngen die 130 Meter überquerte und in der Addition keinen Deut schlechter war als der Rest des Teams.

Doch letztlich ließ Schuster die nackten zahlen sprechen: Karl Geiger hat die interne Ausscheidung auf der Großschanze in Pyeongchang gewonnen und ergattert in letzter Sekunden den vierten Startplatz in der Qualifikation am Freitag.

Für Stephan Leyhe erfüllte sich die Hoffnung vom Sprung ins DSV-Quartett für den olympischen Wettbewerb von der Großschanze am Samstag (13.30 Uhr MEZ) nicht. 

Dabei sprang Leyhe fast wieder so weit wie vor einem Jahr, als er mit 139,5 Metern Schanzenrekordhalter wurde. 139 Meter standen im ersten versuch zu Buche, bei gutem Wind. 

Doch Karl Geiger, der noch tags zuvor bis zu zehn Meter hinter Leyhe her sprang, konterte. Der Oberstdorfer sprang in beiden Trainingsdurchgängen weiter als Leyhe und setzte sich mit insgesamt 13 Punkten Vorsprung durch. „Mir sind sehr gute Sprünge gelungen. Für Stephan tut es mir leid, dass er wieder nur zuschauen muss“, sagte Geiger sportlich fair.

Der Willinger hatte zum Auftakt der Trainingssession mit 139 m für einen Paukenschlag gesorgt. Doch Geiger konterte zwei Luken tiefer mit 135,5 m. Erst der fünfte und sechste Trainingsdurchgang in Pyeongchang war wieder von Bundestrainer Werner Schuster zur internen Qualifikation angesetzt worden - und dort überzeugte dann Geiger, obwohl auch Leyhe jeweils unter den Top 10 landete und weitaus stärker als zum Beispiel Markus Eisenbichler sprang.

Der weiteste Sprung des Tages gelang Vierschanzentournee-Sieger Kamil Stoch aus Polen mit 139,5 Metern, nur einen halben Meter weiter als Stephan Leyhe („Es hat nicht sollen sein“), der der beste fünfte Mann bei Olympia ist und bleibt. Aufgeben wird er nicht, wie er bei EUROSPORT im Interview sagte, denn es kann noch viel passieren vor dem Teamwettbewerb am Montag. (schä(be)

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