Upländer Skispringer mit Gesamtplatz 10 zufrieden

Fünfte Plätze als Ansporn: Leyhe will Tourneeform konservieren

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Wieder in der Spur: Stephan Leyhe gab zwar den sechsten Platz der Vierschanzentournee noch her, nimmt aber viel Positives mit in den Weltcup, der auf der kleinen Schanze in Predazzo weitergeht.

Zehnter statt wie im Vorjahr Dritter - aber Stephan Leyhe kann dennoch viel anfangen mit der 68. Vierschanzentournee.

Bischofshofen/WillingenDas neue Jahr ist erst sieben Tage alt. Aber Stephan Leyhe hat 2020 schon drei Wettkämpfe hinter sich. Vierschanzentournee – 24 Trainings- und Wettkampfsprünge in zehn Tagen – für viele Tief- oder Wendepunkt der bisherigen Saison.

Dass er die Top fünf (die Weltklasse-Athleten Kubacki, Lindvik, Geiger, Kobayashi und Kraft) dieses Mal wohl auch bei Topleistungen nicht gepackt hätte, ist das eine. Dass er als Gesamt-Sechster im abschließenden Springen in Bischofshofen noch vier Plätze verloren hat in der Gesamtwertung das andere.

Wie sieht also Leyhes Tourneebilanz aus? „Die Platzierungen allein sind nicht so entscheidend. Und so eine Überraschung wie im Vorjahr war diesmal nicht drin, weil die Springer vorne top waren“, sagt der Schwalefelder nach seinen Plätzen 13, 16, 5 und 18.

Leyhe: "Sprünge werden immer besser"

Entscheidender für ihn: zu sehen, dass es voran geht. „Vor der Tournee war ich noch nicht in Form“, sagt Leyhe, der mit Platz zehn sein Ziel („Unter die Top ten“) erfüllt hat und der seit dem Weltcup in Russland merkt, „dass die Sprünge immer besser werden“. Und nun nimmt er ein gutes Gefühl mit von der Tournee, die für ihn mit der Ankunft in der neuen Wohnung in Hinterzarten um 3 Uhr früh am Montag endete.

Vereinzelt seien ihm sehr gute Sprünge gelungen, wie etwa in Innsbruck und in der Qualifikation in Bischofshofen, sagt der 28-Jährige – jeweils Fünfter war er; die bisher besten Resultate der Saison. „Diese Sprünge müssen jetzt häufiger kommen“, formuliert Leyhe seine nächsten Ziele. Er weiß, wie er das hinkriegt: „Es kommt auf das Timing an der Kante an. Das kann man nicht trainieren, auch wenn die Bewegung automatisiert abläuft.“

Ein bisschen mochte er sich verstecken in Bischofshofen. Aber auch wenn er im Abschlussspringen noch von Gesamtplatz 6 auf 10 zurückfiel, war die Tournee alles andere als ein Rückschlag für Stephan Leyhe.

Auch Stefan Horngacher hat die guten Fortschritte seines Teams registriert; auch wenn Markus Eisenbichler aus der Tournee-Top-Ten noch herausfiel. „Stephan ist definitiv auf dem richtigen Weg“, lobt der Bundestrainer, dem auch Youngster Constantin Schmid Freude macht. „Consti hatte bei seinem ersten Mal eine Super-Tournee“, meint Leyhe, der von einer gestiegenen Stimmung in der Mannschaft spricht. Was freilich mit Karl Geiger (dreimal Zweiter, Gesamt-Dritter der Tournee) zu tun hat. Leyhe: „Einer auf dem Podest ist immer gut.“

Auf der kleinen Schanze geht's weiter

Zwei mehr oder weniger freie Tage genießt das DSV-Team nun. Das tut gut. „Aber das muss reichen, das geht ja allen so“, sagt Leyhe, der grundsätzlich noch keinen großen Kräfteverschleiß verspürt.

Am Donnerstag geht es weiter nach Val di Fiemme. In Predazzo müssen sich die weltbesten Springer aber kurzfristig umstellen: Aus technischen Gründen werden die beiden dortigen Einzel-Wettkämpfe am Samstag und Sonntag (16 Uhr) nicht wie ursprünglich geplant auf der Großschanze, sondern auf der benachbarten Normalschanze stattfinden.

„Ich freue mich drauf, zumal ich nach den letzten Ergebnissen nicht mehr so viel über meine Sprünge grübeln muss“, sagt Leyhe. Die kleine Schanze komme den Deutschen durchaus entgegen, glaubt der Upland-Adler, der inzwischen 17. im Gesamt-Weltcup ist. (schä)

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