Upländer Skispringer Sechster bei Geiger-Sieg in Predazzo

Stephan Leyhe am Tag der Deutschen wieder in der Weltspitze

Hatte gut lachen am TV-Mikrofon: Stephan Leyhe stand nach seinem sechste Platz Moderator Matthias Opdenhövel (links) und Experte Dieter Thomas Rede und Antwort.
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Hatte gut lachen am TV-Mikrofon: Stephan Leyhe stand nach seinem sechsten Platz in Predazzo Moderator Matthias Opdenhövel (links) und Experte Dieter Thomas Rede und Antwort.

Die "kleine" Schanze liegt den deutschen Skispringern. Vier von ihnen lagen am Samstag in Predazzo unter den besten Acht. Mittendrin Stephan Leyhe.

Predazzo. Da war dieser eine kleine Wackler nach der Landung im ersten Durchgang. Stephan Leyhe verkantete einen Ski ein wenig und musste etwas mit den Armen rudern, was einen sauberen Telemark-Aufsprung verhinderte. Vielleicht hat das nur zwei, drei Punkte gekostet. Aber das ist viel Holz auf einer Normalschanze, wenn sich die besten Athleten nur innerhalb von zwei, drei Metern bewegen.

So darf es Leyhe schon auf diese Landung schieben, dass er bei der ersten Weltcup-Station der Skispringer nach der Vierschanzentournee nur sein zweitbestes Saisonresultat erzielte: Platz sechs für den Schwalefelder auf der kleinen Schanze im Fleimstal - die große war wegen eines Lawinenabgang unter der Woche noch nicht nutzbar.

Geiger hat das Gelbe Trikot

Damit bestätigte der Upland-Adler seine sehr guten Eindrücke vom Freitag, als er Dritter in der Qualifikation wurde. Vor ihm platziert: David Kubacki aus Polen und der deutsche Topspringer Karl Geiger. Und so war es auch am Samstag.

Karl Geiger (104,5/103,5 Meter) triumphierte am Ende sogar mit recht großen Vorsprung und holte sich vor dem Österreicher Stefan Kraft seinen ersten Weltcup-Sieg der Saison. Obendrein schlüpfte der Allgäuer ins Gelbe Trikot des Führenden im Gesamt-Weltcup, zumal Ryoyu Kobayashi (Japan) nur 26. wurde.

Nur noch kleine Baustellen bei Leyhe

Stephan Leyhe lag nach dem ersten Durchgang und 101 Metern auf dem zehnten Rang, verbesserte sich aber im Finale noch. Satte 104 Meter bedeuteten nicht nur den weitesten Sprung des Durchgangs, sondern am Ende mit 277,6 Punkten Platz sechs. Besser war der 28-Jährige nur bei der Tournee ins Innsbruck (5.).

"Die Landung hat mich schon ein paar Punkte gekostet. Demnächst muss ich den Sprung einfach noch stabiler hinstellen, dann ist auch mal wieder ein Podestplatz drin", meinte Leyhe am ARD-Mikrofon. "Das Timing immer sehr wichtig, das war diesmal gut. Der Grundsprung passt, aber es sind immer noch kleine Baustellen", stufte der Upländer seinen Sprung im Finale ein.

Mit den besagten drei Punkten mehr wäre Leyhe Dritter geworden; stattdessen standen hinter Geiger (294,6 Punkte) Kraft (286.9) und Kubacki (279,9) auf dem Podest, Kamil Stoch (279,8) wurde Vierter.

Schmid überrascht als Fünfter

Für eine Überraschung sorgte Constantin Schmid, der als Fünfter das beste Ergebnis seiner Karriere verbuchte. Der 20-Jährige blieb im ersten Durchgang mit 107,0 m sogar nur einen halben Meter unter dem Schanzenrekord des Polen Adam Malysz aus dem Jahr 2003. 

Pius Paschke (Kiefersfelden) als Achter rundete das erstklassige deutsche Ergebnis ab. "Die kleine Schanze mit dem kraftvollen Abspringen ist unser Ding. Vier Leute unter den ersten Acht, das ist ganz gut", freute sich Leyhe fast schon bescheiden mit seinen Teamkollegen mit.

An diesem Sonntag (16 Uhr) steht ein weiteres Einzelspringen in Val di Fiemme auf dem Programm. Und die Deutschen können zeigen, dass die Handschrift ihres neuen Trainer Stefan Horngacher weiter Früchte trägt. (schä)

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