Skispringer zeigt am zweiten Tag in Predazzo seine Stärken nur in der "Quali"

Leyhe schnuppert am Podest, wird aber nach Windpech 13.

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Reist aus Italien mit den Plätzen sechs und 13 ab: Stephan Leyhe verbuchte in Predazzo zwei Podestplätze – allerdings nur jeweils in der Qualifikation. 

Ist er ein Skispringer, der es in dieser Saison aufs Podest schaffen kann? Ja, sagen die Experten, angesprochen auf Stephan Leyhe. Dass er es kann, hat der Upländer auch in Val di Fiemme bewiesen.

Predazzo – Oder vielleicht gerade dort im Fleimstal. Denn dort konnte nur auf der kleinen Schanze gesprungen werden – die große war nach einem Lawinenabgang nicht nutzbar.

Und „die kleine Schanze mit dem kraftvollen Abspringen ist unser Ding“, wusste Leyhe um die Stärke des deutschen Teams unter Neu-Trainer Stefan Horngacher. Die DSV-Adler trumpften vor allem Samstag mit vier Springern unter den besten Acht auf, und Karl Geiger war nahezu überhaupt nicht zu schlagen in Val di Fiemme: Sieg am Samstag, Sieger in Qualifikation und Wettkampf am Sonntag.

Wie gesagt: Auch Leyhe kann Podium. Dritter war er in der Qualifikation am Samstag geworden. Und gestern, als in der „Quali“ klar wurde, dass wohl die gleichen Springer wie am Vortag vorne mitmischen würden, kam der Upländer erneut sehr gut zurecht mit der Schanze. 101,5 Meter für Stephan Leyhe; drittbester Sprung und zweitbeste Punktzahl hinter Überflieger Geiger und knapp vor Stefan Kraft.

Leyhes "Quali" weckte Hoffnungen

Das weckte sicher auch bei den Fans daheim im Upland Erwartungen: Packt der Schwalefelder das Podest, die Top drei? So wie im November 2018 mit Platz zwei in Wisla? In Italien nicht. Er schnupperte quasi dran. Im Wettkampf musste Leyhe aber nicht zum ersten mal Abstriche machen.

Wobei er im ersten Durchgang wie schon des öfteren diesen Winter zu den Springern gehörte, die Windpech hatten. Bis zu 2,8 Meter pro Sekunden stark blies der Rückenwind. Da wunderte es nicht, dass „Leyhe-Air“ schon nach 96 Metern aufsetzte und zunächst nur 19. war. „Die Ski kommen gar nicht richtig zum Körper“, analysierte ARD-Experte Dieter Thoma den Sprung des Upländers, der seine Stärken nach dem Absprung nicht entfalten konnte.

Leyhe: Von Platz 19 noch auf 13 vorgerückt

„Der Wind ist oft launisch. Druck unterm Ski zu entwickeln ist schwierig bei Rückenwind in 1000 Metern Höhe“, wusste hinterher auch Leyhe. „Die Sprünge waren eigentlich okay, ich hatte mir aber ein bisschen mehr erhofft, als herauskam“, musste der Athlet des SC Willingen konstatieren.

Denn 100,5 Meter im Finaldurchgang waren zwar sehr ordentlich, aber auf der kleinen Schanze fällt es schwer, viel Boden gutzumachen. Unterm Strich war es Platz 13 mit 262,1 Zählern; da fehlten dem gestern zweitbesten Deutschen dann doch 16 Punkte bis zum Podest. Aber es ist drin für Stephan Leyhe. Es scheint, als gäbe es nur noch zwei Dinge, die er noch braucht: Geduld und einen Tag, an dem wirklich alles passt.

Nächster Versuch für den Wahl-Schwarzwälder: „Heimspringen“ in Titisee-Neustadt. (schä)

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