Skispringen in Zakopane: Trio noch vor Schwalefelder, der im Finale etwas patzt

Stephan Leyhe bleibt erneut nur der undankbare vierte Platz

Germany&#39s Stephan Leyhe soars through the air during the 20th World Cup Ski Jumping competition, in Zakopane, Poland on January 25, 2020. (Photo by JANEK SKARZYNSKI / AFP)
+
Herr der Lüfte: Stephan Leyhe flog in Zakopane im ersten Durchgang auf Rang zwei.

+++ Artikel aktualisiert +++ Wird das der erste Weltcupsieg von Skispringer Stephan Leyhe? Nein, das Daumendrücken der Fans war vergeblich.

Zakopane – Es hat nicht sollen sein! Stephan Leyhe muss weiter auf den ersten Weltcup-Sieg seiner Karriere warten. Beim Einzelspringen des Weltcups in Zakopane verpasste der Schwalefelder an diesem Sonntag am Ende auch  noch seinen ersten Podestplatz in diesem Winter.

Platz vier stand in der Höhle des Löwen" vor 40.000 Zuschauern in Zakopane zu Buche für Leyhe. Er war bester Deutscher, nur die Allerbesten besiegten ihn - Polens Held Kamil Stoch, Österreichs Dauerbrenner Stefan Kraft und Vierschanzentournee-Sieger Dawid Kubacki. 

Und vergrämt blickte er auch nicht drein am ARD-Mikrofon. "Die guten Sprünge kommen immer häufiger und häufiger. Ich habe es nicht ganz versemmelt. Ich muss geduldig bleiben und weiter arbeiten", sagte Leyhe. Brav wie immer.

Als Vorletzter auf dem Balken – für Stephan Leyhe eine noch neue, ungewohnte Situation. Er müsse lernen, damit umzugehen, sagte der Upländer, nachdem er in Zakopane von Platz zwei auf vier abrutschte.

Und doch dürfte es ein bisschen arbeiten in seinem Kopf auf der Rückreise aus Polen Richtung Schwarzwald. Denn wenn auch Kubacki nach dem ersten Durchgang vier Punkte Vorsprung hatte und Kamil Stoch im zweiten Durchgang mit 140 Metern eine angesichts schwieriger werdenden Windverhältnisse bärenstarke Weite hinlegte: Er selbst zeigte erneut ein wenig Nerven, landete "nur" bei 134 Metern im Finale und damit klar hinter Stoch und Kraft (138m).

1,2 Punkte fehlen Leyhe zu Platz drei

Auch Kubacki patzte anschließend mit 133 Metern, rettete aber 1,2 Punkte Vorsprung auf Leyhe und verdrängte diesen auf den "Blechplatz". 

Noch vor dem Heimspringen in Willingen hätte Stephan Leyhe alles rund um Schwalefeld in Jubelstürme versetzen können. Mit 139 Metern auf dem zweiten Rang nach dem ersten Durchgang liegend, bestätigte der 28-Jährige alle zuvor hervorragenden Eindrücke von der von 40.000 Zuschauern bevölkerten Schanze in Polen.

Nach Platz sieben in der Qualifikation und einer bärenstarken Leistung als Mitglied des deutschen Teams am Samstag - Leyhe hätte gewonnen, wenn die Sprünge des Mannschaftswettbewerbs einzeln gewertet worden wären - sprang der Upländer auch am Sonntag fast immer grandios. Mit 138,5 Metern holte er im Probedurchgang die meisten Punkte und gewann diesen. 

Karl Geiger, direkt hinter dem Upländer Fünfter, ärgerte sich für Leyhe mit: "Stephan hätte das Podest wirklich verdient gehabt. In letzter Zeit ist er saustark gesprungen."

Leyhe weiß, woran er arbeiten muss

Nur eben am Ende nicht. So weiß Bundestrainer Stefan Horngacher: "Wir müssen weiter arbeiten, dass Stephan zwei Sprünge mit voller Energie durchbringt. Aber wenn du da oben sitzt und da unten wird es immer lauter, dann ist das eine besondere Situation und dann hat so ein Ergebnis sicher auch mit den Nerven zu tun."

Leyhe braucht also weiter Geduld und Trainingsfleiß: "Mit so einer Situation muss man lernen, umzugehen. Es war das zweite Mal, dass ich als Vorletzter oben saß. Das ist Gewohnheitssache, so etwas zu meistern. Also muss es mein Ziel sein, immer öfter in diese Position zu kommen und mich daran zu gewöhnen", resümierte Leyhe nach einem Wochenende, dass eigentlich komplett nach seinem Wunsch lief. 

Arbeiten muss er auch an der Landung. Erneut kassierte er gestern mehrheitlich die Note 18,0. Die Topleute wie Kamil Stoch können es schöner, der Pole bekam dreimal die 19,5. „Bei der Landung hat er gut zwei Punkte verloren“, wusste auch ARD-Experte Dieter Thoma. Er weiß aber auch: „Stephan darf sich nicht ärgern über verpasste Chancen, sondern sich klar machen, dass er ganz knapp dran ist. 

Und die Willinger werden sicher sagen: Gut, dass der Junge sich den ersten Weltcupsieg noch zwei Wochen aufgehoben hat.  (schä)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare