Skispringer zum Auftakt in Wisla nur 29. - Stoch siegt

Stephan Leyhe zum Grand-Prix-Start: "Es gibt noch Baustellen"

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Noch kein Herr der Lüfte: Stephan Leyhe (hier beim Teamspringen) hatte mit Platz 29 in Wisla zum Start des Sommer-Grand Prix noch viel Luft nach oben.

Wisla. Sehr guter Auftakt in den Skisprung-Sommer: Eine „volle Hütte“ an der Adam Malysz-Schanze im Süden Polens und hervorragende äußere Bedingungen sorgten bei der ersten Station des Grand-Prix für ein Skisprungfest der Extraklasse mit der bekannten grandiosen Stimmung.

Sportlich konnten erst einmal nur die Gastgeber zufrieden sein. Beim Sieg des Olympiasiegers Kamil Stoch am gestrigen Sonntag wusste aus deutscher Sicht nur einer zu überzeugen. Karl Geiger. Er schaffte das, was Stephan Leyhe vom Ski-Club Willingen nicht gelungen war: nach verkorkstem Probesprung wieder in die Spur zu kommen.

Stoch (132, 126,5m/280,6 Punkte) gewann vor Landsmann Piotr Zyla (130,5, 126,5/272,3) die Einzelkonkurrenz, Geiger (126,5, 125,5/262,5) war als Siebter der beste Deutsche im Feld und bewies, dass der schwache Probesprung zuvor die gute Form nicht kippte. Am Samstag im Teamwettbewerb hatte der Oberstdorfer mit 128,5 und 131 Metern ebenfalls das deutsche Glanzlicht gesetzt.

Finale so gerade erreicht

Und Leyhe? Begann gestern mit 119,5 Metern im Probedurchgang, was eher indiskutabel war. Die erhoffte Verbesserung trat nur bedingt ein. Mit 121,5 Metern lag er nach dem ersten Durchgang, gerade noch qualifiziert fürs Finale, auf Platz 29. Dass Andreas Wellinger gar noch hinter ihm landete, tröstete nicht. Der Bayer verbesserte sich im zweiten Durchgang noch ein wenig, der Schwalefelder beendete nach 115,5 Metern den Wettbewerb enttäuscht auf Rang 29. Richard Freitag belegte den 18. Platz.

Das genannte Quartett war auch tags zuvor im Teamspringen für Deutschland am Start. Da konnte Bundestrainer Werner Schuster noch zufrieden sein – und die polnischen Fans sowieso.

Am Samstag hatte Polen einen souveränen Sieg beim Heimspiel in Wisla gefeiert. Maciej Kot (125+127 m), Dawid Kubacki (128+131), Kamil Stoch (135+126,5) und der bärenstarke Piotr Zyla (136+130,5) sorgten dafür, dass die Gastgeber beim Teamspringen mit 1073,3 Punkten mehr als 70 Zähler Vorsprung vor der Konkurrenz hatten.

Die deutsche Mannschaft lieferte sich mit dem aktuell formstärksten DSV-Adler, dem Oberstdorfer Karl Geiger, Stephan Leyhe, Andreas Wellinger (120+123) und Richard Freitag (126,5+125) bis zum Schluss einen engen Zweikampf mit den Norwegern um den zweiten Platz, den die Schützlinge von Bundestrainer Werner Schuster letztendlich mit 1002,0 Punkten knapp vor den Wikingern (998,1) für sich entschieden.

„Es war ein solider Wettkampf, meine Sprünge waren besser als gestern“, meldete Stephan Leyhe am Samstag nach Hause und grüßte auch die in Schwalefeld Schützenfest feiernden Heimfans. Der Upländer fügte hinzu: „Aber es gibt noch ein paar Baustellen.“ Dass das erst recht auch für den zweiten Tag gelten sollte, wusste er da noch nicht. (schä/r)

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