Richard Freitag verpasst den Sieg nur hauchdünn

Skispringen in Willingen 2018 mit 21.000 Fans: So lief der Samstag ab

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Strahlender Zweiter: Richard Freitag bei der Siegerehrung in Willingen

Hier der Schnellcheck von Michaela Streuff und Maximilian Bülau für den Samstag, in dem wir einen Überblick zum Skispringen in Willingen geben.

Wie war der erste der beiden Einzelweltcups?

Spannend. Von Beginn an gab’s einen engen Wettkampf. Mit allem, was das Skispringen so zu bieten hat. Im ersten Durchgang hatten die Flieger unter den Adlern die Nase vorn, denn die Bedingungen waren nahezu perfekt. Im zweiten Durchgang wurden die Bedingungen dann deutlich schwieriger, es begann die Zeit der Springer. In der Summe machte es der Skiflug-Weltmeister am besten: Der Norweger Daniel Andre Tande siegte mit 261,3 Punkten und Weiten auf 148 und 146 Meter vor Richard Freitag (260,5) und dem Polen Dawid Kubacki (254,8). Vierschanzentournee-Triumphator Kamil Stoch wurde Vierter (254,5) „Ich bin ein wenig überrascht, aber umso glücklicher“, sagte Tande im ZDF. Denn auf der Rechnung hatten die meisten natürlich vor allem die Deutschen und die Polen.

Weltcup in Willingen: Der Samstag in Bildern 

Wie haben sich die deutschen Adler geschlagen?

Der Auftritt lässt hoffen für Olympia. Die Form stimmt. Warum? Weil Richard Freitag mit 149,5 Meter im ersten Durchgang nicht nur den weitesten Sprung des Tages stand. Ihm fehlten am Ende ja auch nur 0,8 Punkte auf Tande. Andreas Wellinger auf Rang fünf (252,6), Markus Eisenbichler auf Rang zwölf (233,0), Karl Geiger als 14. (228,7) und Stephan Leyhe als 16. (222,8) komplettierten einen starken deutschen Auftritt. Erfreulich außerdem: Freitag behält das Trikot des Gesamtweltcupführenden.

Wie hat sich Lokalmatador Stephan Leyhe verkauft?

Ordentlich. Die ersten Interviews geben die Skispringer ja stets im Fernsehen. Nicht anders in Willingen: Im ZDF sagte Leyhe: „Es war ein großes Glück, dass ich noch mal in die Heimat kann. Ein vertrautes Umfeld, Kraft tanken für die nächsten Wochen“, sagte er.

Und wie steht‘s bei der neuen Wertung Willingen 5?

 Auch das ist eine knappe Kiste. Tande hat die Nase vorn mit 393,5 Punkten. Aber dicht dahinter folgt Freitag mit 392,5 Punkten. Aber auch Kamil Stoch als aktuell Dritter (388,4) hat derzeit noch allerbeste Chancen, nach fünf Sprüngen vorn zu liegen und damit die 25.000 Euro Preisgeld mitzunehmen. In Willingen 5 fließen alle fünf Durchgänge von Qualifikation und beiden Weltcups ein.

Wie war die Stimmung am Samstag in Willingen?

Da ging schon einiges. Immerhin war das Springen am Samstag komplett ausverkauft, 21.000 Skisprungfans waren nach Willingen zum Weltcup gekommen. Bei der Laola vor dem Start gab es noch leichte Schwierigkeiten, als die Athleten dann die Mühlenkopfschanze heruntergeflogen kamen, da gaben die Zuschauer aber alles. Und nicht nur sportlich kristallisierte sich ein Zweikampf zwischen Deutschland und Polen heraus – auch bei den Anhängern waren diese beiden Nationen tonangebend. Überraschend allerdings: Die polnischen Fans waren noch ein bisschen lauter als die deutschen. Natürlich vor allem als ihr Kamil Stoch angeflogen kam, aber auch bei den fünf anderen Startern war das ein einmaliges Vuvuzela-Konzert. Zwar nicht schön, dafür aber laut. Ein Blick ins Rund zeigte: Da waren mindestens genau so viele polnische Fahnen wie deutsche – wenn nicht sogar mehr. Dafür gibt’s von uns die Note eins. Klasse, das hat Spaß gemacht.

Wie geht’s jetzt weiter?

Willingen ist vorbei, lang lebe Willingen: Das ist das Motto dieses Wochenendes. Denn weil ein Einzel-Weltcupspringen nicht genug ist, geht es am Sonntag direkt mit dem zweiten weiter. Dann ist Start schon um 10.20 Uhr (ZDF und Eurosport übertragen live). Und am Montag geht es für die Deutschen dann direkt weiter nach Südkorea zu den olympischen Winterspielen. Verabschieden müssen wir uns also noch nicht von den Freitags, Wellingers und Stochs in Willingen. (mis/mab)

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