Finale im E-Soccer-Cup:

Ein Nobody entscheidet das Spiel: JSG Diemelsee/Upland besiegt TSV Strothe 2:1

 Björn Zarges (Marktsekretariat der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, rechts) übergibt den Siegerscheck an Julian Kesting, Teamkapitän der JSG Diemelsee/Upland.
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Verdienter Lohn: Björn Zarges (Marktsekretariat der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, rechts) übergibt den Siegerscheck an Julian Kesting, Teamkapitän der JSG Diemelsee/Upland.

Ausgerechnet Steffen Tigges. Ein Nobody im Profikader von Borussia Dortmund entscheidet das Finale des E-Soccer-Turniers zugunsten der JSG Diemelsee/Upland.

Korbach – Das Jugendteam, in dem Julian Kesting, Bastian Scholz, Justin Gerold und Miguel Dessel Garrido spielten, schlug in einem spannenden Endspiel die Kicker des TSV Strothe mit 2:1.

Die drei Finalspiele haben am Sonntag rund 100 Zuschauer über den Twitch-Kanal der Waldeckischen Landeszeitung im Internet mitverfolgt. Das Spiel um Platz drei gewann die JSG Gemünden mit 2:1 gegen den SV Reddighausen. Eine Stream oder die Übertragung dieser Begegnung war aufgrund von schwacher Internetleistung leider nicht möglich.

Zurück zu Tigges. Den 22-jährigen Mittelstürmer kennen vermutlich noch nicht einmal alle Dortmund-Fans, denn er durfte erst vier Mal in der Bundesliga ran. Doch die jungen E-Soccer-Spieler aus dem Upland wussten im Finale um den Wert dieses U-23-Spielers.

Tigges ist körperlich robust, groß, aber trotzdem beweglich und damit zweikampf- und kopfballstark. Genau diesen Spielertyp wollte Justin Gerold im Sturmzentrum seiner Mannschaft sehen. Er kann genau wie im echten Fußball dann wichtig werden, wenn etwa mit der Alles-oder-nichts-Taktik ein Rückstand aufgeholt werden muss. Hier zeigt sich, dass elektronischer Fußball nicht nur eine Bolzveranstaltung und blindes Daddeln am Joystick ist, sondern er von den Spielern auch taktisches und strategisches Denken verlangt. Und das Fifa-Spiel kann diese Gedanken auch recht gut technisch auf dem virtuellen Rasen umsetzen.

Bastian Scholz überrascht Hartmann

Dass jemand Vorteile bei diesem Spiel am Bildschirm hat, wenn er echten Fußball nicht nur selbst spielt, sondern auch eine Fußballdenke mitbringt, belegte schon das erste Duell in diesem Finale. Bastian Scholz hatte im Upland-Team vermutlich die unangenehmste Aufgabe zu lösen. Er musste gegen Lee Hartmann ran, der in diesem Turnier noch unbesiegt war. Er nennt sich in diesem Spiel so wie er meist spielt: Mädrescher. Aber wie agiert man im richtigen Fußball gegen scheinbar übermächtige Gegner? Genau, hinten gut stehen, das Zentrum dicht machen und selbst durch präzises Passspiel schnelle Konter fahren.

Hartmann spielte mit dem FC Bayern, wie die echten Bayern spielen, mit viel Ballbesitz und Feldvorteilen vor einem gegnerischen Abwehrbollwerk, das nur schwer zu knacken ist. „Mein Gegner hat extrem defensiv gespielt“, meint Hartmann. Trotzdem schien der Mädrescher die Ernte seines dominanten Spiels einzufahren, als er durch Coman (33.) in Führung ging.

Doch er hatte gegen die Wolverhampton Wanderes einen Spieler nicht auf seiner Rechnung: Morgan Gibbs-White. Er erzielte im direkten Gegenzug den Ausgleich und in der Nachspielzeit den 2:1-Siegtreffer. „Das war Zufall, denn er spielt eigentlich selten bei mir“, gibt Scholz zu. Gibbs-White habe er diesmal nur aufgestellt, weil er noch einen offensiven Mittelfeldspieler benötigte.

Tom Janus dreht nach 0:2 noch das Spiel

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Diesen Zähler von Hartmann hatten die Strother fest eingeplant. Nun mussten eben Julian Stiehl und Tom Janus die Punkte holen. Doch der Siegeszug war im zweiten Spiel schon in Richtung Upland/Diemelsee unterwegs als ihn Tom Janus noch stoppte. Er lag mit seiner Tottenham-Elf gegen Julian Kesting schon 0:2 hinten, aber er glich aus. Nach 90 Minuten (echte Spielzeit 15 Minuten) stand es 2:2. Der Druck auf die beide Spieler stieg, denn wer das nächste Tor schießt hatte gewonnen. Aber das dauerte. Die beiden ließen zunächst keine Fehler mehr zu und spielten noch mal 90 Minuten, bis das Golden Goal fiel. Eine unmenschliche Regel in Echtzeit, aber virtuell kennen die Kicker keine Konditionsprobleme.

Nun lastete der Turniersieg schwergewichtig auf den Schultern von Justin Gerold und Julian Stiehl. Erst muss die Null hinten stehen. Diese bekannte Traineranweisung ist aber nichts für Justin Gerold. „Er kann nur nach vorne spielen“, beschreibt Bastian Scholz die Spielweise seines Teamkollegen.

Dieser Mut zur Offensive wurde auch belohnt, denn Gerold ging mit seinem Dortmunder Team mit dem Pausenpfiff (45.) durch Sancho in Führung.

Doch nach dem Wechsel glich Stiehl mit seiner Tottenham-Elf durch Bale (61.) aus. Aber nur vier Minuten später kam dieser Tigges an den Ball.... (rsm)

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