Mittel machen Unterstützung für zusätzliche Projekte möglich

Sportkreis: Fördergelder für noch mehr „Schule und Verein“

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Vereinssport im Kindergarten: Der Sportkreis Waldeck-Frankenberg hofft, Anreize für mehr Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen sowie Angebote von Übungsleitern in Kitas setzen zu können. 

Der Vereinssport liegt seit Wochen auf Eis, der Sportkreis Waldeck-Frankenberg stellt Weichen für die Zeit danach: Zum zweiten Mal macht der Vorstand eigene Gelder locker, um Kooperationen von Schulen und Vereinen zu fördern.

Das Extra gilt den Projekten, die nicht durch das Landesprogramm „zur Förderung der Zusammenarbeit von Schulen und Sportvereinen“, wie es offiziell heißt, unterstützt werden.

Das Staatliche Schulamt in Fritzlar hat gerade sechs neue Maßnahmen aus den Landkreisen Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg bewilligt, die damit im nächten Schuljahr anlaufen können. Vier Anträge, aus Korbach, Vöhl und Gemünden, wurden dagegen abgelehnt; das Schulamt hat nur begrenzte Mittel zur Verfügung.

An diesem Punkt setzt der Sportkreis an. Ziel der Initiative, die Vorsitzender Uwe Steuber und der Beauftragte für Schule und Verein, Theo Schätte, abgesprochen hatten: wieder mehr Vereine und Schulen im Sport zusammenbringen. Zuletzt vor sechs Jahren hatte der Sportkreis eine Reihe von Kooperationen mit 8000 Euro angeschoben. „Da es uns in diesen schweren Zeiten finanziell gut geht und vielen Vereinen nicht, habe ich als Kassiererin dem geschäftsführenden Vorstand vorgeschlagen, zur Unterstützung der Vereine wieder eine ,große Runde’ Schule und Verein-Projekte ins Leben zu rufen“, erklärte Kerstin Mühlhausen, die Leiterin der Servicestelle.

Zuschuss für Honorare von Übungsleitern

Große Runde heißt: Nicht nur die besagten vier, sondern insgesamt zehn Maßnahmen werden mit jeweils 700 Euro pro Schuljahr für den kooperierenden Verein über drei Jahre bezuschusst. Mit dem Geld können die beteiligten Übungsleiter und Trainer honoriert werden.

Bei der Summe orientiert sich der Sportkreis am Landesprogramm: Es sieht ebenfalls 2100 Euro Anschubfinanzierung, verteilt auf drei Jahre, vor; danach sollen sich die Projekte selber tragen. Der Verein muss über 40 Wochen eine jeweils zweistündige Trainingseinheit (90 Minuten) für Schüler seiner Partnerschule sicherstellen.

Anders als im Programm von Landessportbund und Kultusministerium würde der Sportkreis auch Initiativen unterstützen, bei denen Übungsleiter ohne Lizenz die Kinder und Jugendlichen betreuen. Sie müssten aber entsprechende Erfahrung im jeweils angebotenen Sport nachweisen und die Schulleitung müsse einverstanden sein, so Kerstin Mühlhausen.

Von AG Pferdezeit bis Psychomotorik

Die Bandbreite der Projekte ist groß. Das Staatliche Schulamt fördert etwa Grundlagentraining im Badmintonprojekt des TSV Korbach mit der Marker-Breite-Schule, eine AG Pferdezeit des RuFV Frankenberg mit der Friedrich-Trost-Schule und die Heranführung an Tischtennis, die der TSV Geismar mit der örtlichen Grundschule starten will.

Bei den vier bereits vom Sportkreis übernommenen Vorhaben handelt es sich um zwei Kooperationen zwischen TSV Gemünden und der Cornelia-Funke-Schule (Sozial- und Bewegungserfahrung, Psychomotorik) sowie TSV Vöhl und Ederseeschule Herzhausen (Fußball) und erneut zwischen TSV Korbach und Marker-Breite-Schule (Ballspiele).

Eine Frist für den Kooperationsantrag setzt der Sportkreis, auch wegen der Corona-Einschränkungen, nicht. „Der Start ist auch später im Schuljahr noch möglich“, betont Uwe Steuber.

Auch die Kindergärten hat der Sportkreis im Blick

Ausbauen will der Sportkreis Waldeck-Frankenberg die Zusammenarbeit von Sportvereinen nicht nur mit Schulen, sondern auch mit Kindergärten. Ziel sei es, die Entwicklung der Kinder zu unterstützen und in den Kitas „Bewegung als Querschnittsaufgabe zu verankern“, so Kerstin Mühlhausen, Leiterin der Servicestelle. 

Der Nachholbedarf ist im Waldecker Land erkennbar groß – die bisher einzige geförderte Kooperation auf diesem Gebiet gingen vor drei Jahren der TV Külte und die „Villa Kunterbunt“ in Volkmarsen ein. Frühkindliche Förderung ist zunächst Sache der Sportjugend Hessen. 

Anders als bei den Kooperationen mit Schulen fördert der Sportkreis beim Kita-Programm nur eine Zusammenarbeit, bei der Übungsleiter mit Lizenz eingesetzt werden. Für die vorgesehenen zwei Übungsstunden pro Woche kommen sie entweder in den Kindergarten oder sie gehen mit den Kindern in dieser Zeit zum Beispiel in eine Sporthalle. 

Die Sportjugend, die höchstens 20 Anträge pro Jahr bewilligt, zahlt dem beteiligten Verein einen Zuschuss von 1200 Euro aus, verteilt auf drei Jahre. Außerdem erhalten die beteiligten Erzieher und Übungsleiter jeweils spezielle Beratungs- und vergünstigte Fortbildungsangebote der Sportjugend. Wie die Sportjugend zahlt auch der Sportkreis 600 Euro im ersten, 400 Euro im zweiten und 200 im dritten Jahr aus.

Für das Programm stellt der Sportkreis insgesamt 6000 Euro bereit. Bei den Anträgen sichert Kerstin Mühlhausen den Vereinen Unterstützung zu. (mn)

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