Beliebte Herausforderung

Sportkreis: Kerstin Mühlhausen kämpft für das Sportabzeichen

Mal das Gefühl für den Schwebalken bekommen: Schnappschuss vom Sportabzeichen-Spezial Turnen in Korbach.
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Mal das Gefühl für den Schwebalken bekommen: Schnappschuss vom Sportabzeichen-Spezial Turnen in Korbach.

Corona hat den Bewegungsdrang der Kinder eingebremst. Aber es gibt auch Entwicklungen, die Macher wie Kerstin Mühlhausen erfreuen.

Korbach – Kerstin Mühlhausen ist hin und her gerissen. Die Sportabzeichen-Referentin des Sportkreises Waldeck-Frankenberg schwärmt von freudigen Schulkindern, die auch im alternativen Sportunterricht während des Corona-Lockdowns das Werfen, Springen oder Laufen schon mal auf Wiesen geübt hätten. „Sie hatten viel Spaß dabei.“

Auf der anderen Seite stellt sie fest, wie sehr die Kinder unter den Einschränkungen im Schul- und Vereinssport gelitten haben. Sie hätten motorisch vielfach Defizite, auch der Muskelaufbau habe gelitten. „Die Mädchen konnten bisher meist schlechter werfen als die Jungen, jetzt werfen auch die meisten Jungen schlecht. Beim Standweitsprung kommen nur ganz wenige wirklich weit“, berichtet sie von ihren Erfahrungen.

Sportabzeichen: An Schulen beinahe eingeschlafen

Zuletzt prüfte Mühlhausen an der Grundschule Helsen. „Die Schüler freuen sich, wenn sie auf uns Prüfer zukommen, sind gespannt, wie viele Punkte sie erhalten und auch nicht traurig, wenn es mal nicht so gut geklappt hat“, erzählt sie. Etwas Zeit, die Prüfungen abzulegen, bleibt ja noch – die Leistungen müssen bis zum 31. Dezember erbracht sein.

Die erfahrene Sportabzeichen-Prüferin ist froh, dass wieder mehr Schulkinder zu dem Breitensportangebot zurückgekehrt sind. Es seien wieder etliche Schulen am Start, sagt sie. Im Jahr 2020 war die Zahl der Sportabzeichen an den Schulen im Landkreis laut Daten vom April um rund 80 Prozent eingebrochen.

Relativ rege waren dagegen die heimischen Vereine – Kerstin Mühhausen sagt, es hätten rund 800 Menschen am Wettbewerb teilgenommen. Zusehends beliebter wird das Familiensportabzeichen, bei dem mindestens zwei Generationen miteinander trainieren und die Prüfung ablegen. 70 Familien machten im Jahr 2020 mit.

Warum das Interesse am Sportabzeichen trotz des Corona-Tiefs ungebrochen ist, erklärt sich Kerstin Mühlhausen so:_ „Ich denke, es ist die persönliche Herausforderung, es noch zu schaffen, noch rundum fit zu sein!“ Wo Familien gemeinsam anträten, gehe es auch um den Spaß, „dem Enkel mal zu zeigen was man noch kann“, oder einfach als Familie an einen festen Termin etwas für die Gesundheitzu tun..

Rund 50 Prüferinnen und Prüfer im Landkreis

Der Deutsche Olympische Sportbund als „Hüter“ des Sportabzeichen hat in den vergangenen jahren die Liste der Disziplinen und -Sportarten erweitert. In Korbach fand jetzt zum zweiten Mal ein Sportabzeichen-Spezial für Prüfer im Turnen statt. Zehn Frauen und Männer aus Waldeck-Frankenberg sowie dem Sportkreis Region Kassel erwarben die Zusatzqualifikation. Sie lernten etwa die Turn-Aufgaben und deren Schwierigkeitsstufen kennen, erhielten Hinweise zum methodischen Aufbau, zum Training und zur Abnahme.

In Waldeck-Frankenberg stehen rund 50 Prüferinnen und Prüfer ehrenamtlich bereit, um Training fürs Sportabzeichen zu unterstützen und Prüfungen in den vier Grundfähigkeiten Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination abzunehmen. Allerdings geht die Bereitschaft zum Prüfen und Trainieren laut Mühlhausen zurück. Sie versucht das ändern. Ihr Aufruf: „Wer Spaß hat mit anderen Menschen Sport zu treiben, sich gerne ein bisschen kümmert, weiß, wie er andere Menschen für Sport begeistert, meldet sich beim Sportkreis oder den Prüfern der Sportabzeichen-Treffs. Hilfe wird immer benötigt!“

Mehr zum Sportabzeichen auf der Internetseite des Sportkreises: sport-wafkb.de  red

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